• Pferd Reiten 140914
    Wer sein Pferd in Vorarlberg besuchen möchte, muss am Zoll entsprechende Dokumente vorweisen können.  (Daniel Ospelt)

Pferdebesitzer können nicht zu ihren Tieren

Für FL-Pferdebesitzer, die ihr Tier in Vorarlberg untergebracht haben, ändert sich einiges.

Die Kontrollen an den österreichischen Grenzen wurden verschärft. Für den Güter- und Warenverkehr sowie Grenzgänger  (benötigen eine Bescheinigung) ändert sich kaum etwas. In Vorarlberg einzukaufen oder einer Freizeitaktivität nachzugehen, ist seit Mitte dieser Woche nicht mehr möglich. Ausser man weist ein entsprechendes ärztliches Attest vor, das nicht älter als vier Tage ist und die Gesundheit des Einreisenden bestätigt sowie ein bestätigter negativer Corona-Test. Betroffen sind von dieser Regelung vor allem Pferdebesitzer in Liechtenstein und der Schweiz, die ihren Vierbeiner in einem Stall in Vorarlberg eingestellt haben und versorgen müssen. Laut der Wirtschaftskammer Vorarlberg gibt es in solchen Fällen keine Ausnahmeregelung. 

Die derzeitige Situation ist für viele ungewiss
Wenn die Pferdebesitzer also über die Grenze müssen, um ihr Pferd zu pflegen und zu bewegen, brauchen sie die entsprechenden Dokumente, um ihre Gesundheit zu verifizieren. Das bestätigt auch das Zollamt in Tisis. Eine der betroffenen Personen ist Raphaela Büchel aus Ruggell. Am Dienstag gelangte sie noch ohne Weiteres am Zoll in Höchst nach Vorarlberg zu ihrem Pferd. «Nachdem die neuen Massnahmen an den Grenzen angekündigt wurden, habe ich meinen Hausarzt kontaktiert und mich nach einem Zeugnis erkundigt, um meine Gesundheit zu belegen», erzählt sie. Das Attest bestätigt, dass sie gesund sei und keinen viralen Infekt in sich trage. Einige ihrer Kolleginnen durften mit einem ärztlichen Attest über die Grenze. «Wie lange das nun möglich ist, weiss ich nicht. Alles ist derzeit sehr ungewiss. Deshalb rate ich denen, die in Liechtenstein wohnen und ihr Pferd in Österreich eingestellt haben, für den Härtefall vor­bereitet zu sein», berichtete die Liechtensteinerin gestern Nach­mittag, noch bevor sie zu ihrem Pferd ging. Sie habe es aus dem Training genommen und das Kraftfutter reduziert, damit es auf eine Pause vorbereitet ist. Zudem hat sich eine Freundin von ihr in Vorarlberg dazu bereit erklärt, hin und wieder nach ihrem Pferd zu sehen. Gestern Abend war es so weit, Raphaela Büchel wurde trotz ärztlichem Zeugnis die Einreise verweigert. Man brauche ein molekular-biologisches Zeugnis mit einem negativen Corona-Test, berichtete sie.

Das Pferd muss betreut werden
Ein Pferdebesitzer aus dem Rheintal passierte am Dienstag den Zoll in Meiningen, um zu seinem Pferd zu gelangen. Er zeigte seinen Mietvertrag, den er mit dem Stallbesitzer abgeschlossen hat, um zu beweisen, dass sein Pferd in Vorarlberg steht. Mit diesem Dokument ging es Anfang der Woche problemlos. «Die Versorgung des Tieres ist schliesslich notwendig. Wie es aber in den nächsten Tagen mit der sich ständig ändernden Situation aussieht, weiss ich nicht», erzählt er. Derzeit braucht er ein Arztzeugnis und zusätzlich weist er am Zoll eine Bestätigung vor, dass sein Pferd in Vorarlberg betreut werden muss. «Mal schauen, wie weit ich komme, im Grunde sollte es gehen», meinte er gestern. Einen Notfallplan habe er nicht wirklich. Er kenne zwar jemanden, der im schlimmsten Fall zu seinem Pferd schauen könnte, aber die Kapazität ist beschränkt, da es dann einige Pferde geben wird, die von anderen betreut werden müssen. (ms)

19. Mär 2020 / 19:44
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3 KOMMENTARE
No Way
Ich denke nicht dass das Ösi-Beamtentum diesbezüglich flexibel ist. Da es in diesem Fall nur wenige FL-Pferdeeigentümer gibt, wird auch unsere Regierung die Kapazitäten momentan anderweitig priorisieren. Würde mich wundern wenn dem nicht so wäre.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 20.03.2020 Antworten Melden
Tiere haben eben keine Lobby, Tierbesitzer auch nicht
Das hat man ja schon bei den lächerlichen Strafen in Verfahren wegen Tierquälerei gesehen. Da ist sogar Falschparken fast schlimmer.

Insofern passt das sehr gut ins vorhandene Bild traurig.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 20.03.2020 Antworten Melden
Gibt es schon Bemühungen der Regierung, eine Lösung zu schaffen?
Da es keine Möglichkeit gibt, sich als Symtomloser ohne Risikokontakt testen zu lassen, ist das Gesundheitszeugnis eine unerfüllbare Bedingung.
Gefickt eingeschädelt. Zum Leidwesen aller Betroffenen, wobei die Folgen noch völlig unabsehbar sind...

Und jetzt?

Wie lange soll der eiserne Vorhang unten bleiben, ohne dass Voraussetzungen geschaffen werden, die Einreisebedingung bei Vorliegen der Bedingungen auch erfüllen zu können?

Ohne Intervention unserer Regierung wird sich da nichts tun...ich hoffe, dass sich dieser Thematik schnell jemand annimmt..
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 20.03.2020 Antworten Melden

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