• Die Kugelbeute kommt dem natürlichen rund-ovalen Wabenbau  näher als herkömmliche Bienenbehausungen.
    Die Kugelbeute kommt dem natürlichen rund-ovalen Wabenbau näher als herkömmliche Bienenbehausungen.

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Liechtensteins Bienen haben den Winter 2019/20 gut überstanden. Gegenüber dem Vorjahr gingen die Völkerverluste deutlich zurück.

Es waren einige Verluste, die Liechtensteins Imkerinnen und Imker über den Winter 2018/19 hinnehmen hatten müssen. Gut 20 Prozent aller Bienenvölker, die sie im Herbst eingewintert hatten, überlebten die folgenden Monate nicht. Der Winter 2019/20 ist da deutlich erfreulicher verlaufen, wie die kürzlich abgeschlossene Bienenzählung zeigt. Mit einer Quote von 12,88 Prozent – von 1350 eingewinterten Völkern wurden 1176 wieder ausgewintert – lag der Gesamtverlust in Liechtenstein deutlich tiefer als im Jahr zuvor und damit in einem Bereich, den Bieneninspektor Markus Beck als normal klassifiziert. Die Bienen, bilanziert er, hätten den Winter sehr gut überstanden. «Wir dürfen von einem erfreulichen Ergebnis sprechen.»

Dort, wo dennoch Verluste zu verzeichnen waren, spielten gemäss Beck unterschiedliche Gründe eine Rolle. In einem Fall hätten Sturmböen mehrere Bienenkästen umgestossen, berichtet er. «Die Bienen haben in der Folge den Winter nicht überlebt.» In einigen anderen Fällen hätten sich wiederum Mäuse Zugang zu den Bienen verschafft und die Völker zerstört. Meist war es jedoch die Varroamilbe, die für Verluste verantwortlich zeichnete. «Sie ist der grösste Feind der Bie­ne», erklärt Beck. «Hat ein Bienenvolk einen zu hohen Varroadruck, dann sind die Bienen anfällig auf viele verschiedene Krankheiten.»

Effektive Bekämpfung der Varroamilbe
Gleichwohl ist der Rückgang bei den Völkerverlusten in erster Linie das Resultat einer umsichtigen und damit erfolg­reichen Bekämpfung des Schädlings. Dies, meint der Bie­nen­inspektor, sei sicher auch dem Umstand geschul-det, dass sich die hiesigen Imker ständig weiterbildeten. Wie Beck ausführt, werden Bienenvölker im Sommer – einem bewährten Konzept der Schweiz folgend – zu zwei Zeitpunkten mit Ameisensäure behandelt. «Ein Dispenser im Stock sorgt dafür, dass die Säure während etwa einer Woche regelmässig abgegeben wird.» Dabei, betont er, seien zwei Dinge von entscheidender Bedeutung. Zum einen muss die Behandlung landesweit simultan erfolgen. «Bienen verfliegen sich immer wieder, geraten in den falschen Stock und fungieren so als Verteiler des Erregers. Mit einer zeitgleichen Behandlung wird eine Rückinvasion verhindert.» Zum anderen spielen die Witterungsverhältnisse während der Behandlung und damit die Wahl des richtigen Behandlungszeitpunkts eine Rolle. Vor allem zu hohe Temperaturen sind laut Beck ein Risikofaktor: «Ist es zu warm, verdampft die Substanz zu schnell, weshalb der Dis­penser sie in kürzeren Abständen abgibt. Das kann zu einer Überdosierung und letztlich zum Tod des Volks führen», so Beck.

Sauerbrut verlangt erhöhte Wachsamkeit
Was nun ansteht, ist die Aufgabe, die Gesundheit der Liechtensteiner Bienen auch in den kommenden Monaten zu bewahren. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der sogenannten Sauerbrut. Die hoch­ansteckende bakterielle Erkrankung, welche – wie es der Name bereits erahnen lässt – die Brut der Bienenvölker befällt, sei in diesem Jahr bereits auf mehreren Bienenständen in der Umgebung des Fürstentums aufgetreten, berichtet Beck. «Für uns ist deshalb wichtig, dass wir eine mögliche Verschleppung nach Liechtenstein frühzeitig erkennen um die erforderlichen Sanierungsmassnahmen sofort einleiten, um eine Ausbreitung verhindern zu können.»
Ebenfalls Vorsicht geboten ist im Zusammenhang mit der Einschleppung von Krankheiten bei einer Einfuhr von Bienenvölkern aus dem Ausland. Allerdings ist diese Gefahr laut Beck in diesem Jahr als verhältnismässig gering einzustufen – weil sich auch hier wieder die gewissenhaft verrichtete Arbeit im vergangenen Jahr bezahlt macht: «Aufgrund der guten Auswinterungszahlen und der guten Bienendichte gibt es aktuell keine Gründe für Bienenimporte.»

Jeder kann einen Beitrag leisten
Daneben kann die Gesundheit der Bienen laut Beck auch über eine entsprechende Pflege ih­res Lebensraums positiv beeinflusst werden. Etwa, indem in der Landwirtschaft wie im privaten Bereich auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verzichtet wird oder dieser zumindest nur gemäss den Anwendungsempfehlungen erfolgt. Ebenso wichtig, sagt der Bieneninspektor, sei es aber auch, auf eine «lückenlose gute Nahrungsverfügbarkeit» zu achten. Sobald die Tiere in ihrer Umgebung nicht mehr genügend Nektar und Pollen vorfinden, reduziert die Königin die Ei­lage – und dem Volk kommt mitunter ein wesentlicher Teil des Nachwuchses abhanden. «Des­halb», so Beck, «ist ein guter Standplatz von grosser Bedeutung. Aber auch im eigenen privaten Garten kann jeder einen Beitrag leisten, indem er statt eines Zierstrauchs ein­heimische Pflanzen blühen lässt.»

Erste Völkerkontrollen verliefen vielversprechend
Bislang scheinen sich die Dinge für Liechtensteins Bienen auch nach der erfolgreichen Aus­winterung weiter in die rich­tige Richtung zu entwickeln. Die ersten Völkerkontrollen des Bie­neninspektorats zeigen jedenfalls «ein erfreuliches Bild», 
wie Beck sagt.» Unsere Bienen scheinen derzeit gesund zu sein.»

22. Mai 2020 / 20:24
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