•  (gorodenkoff)

Endlich eigene Nummer behalten können

Das Amt für Kommunikation fällte vergangene Woche den lang ersehnten Entscheid: Rufnummern müssen in Zukunft auch in Liechtenstein portiert werden. Das gilt sowohl fürs Festnetz als auch für den Mobilfunk. Die Kunden wird es freuen.
 
Wer in der Schweiz seinen Mobilfunkanbieter wechselt, kann seine Nummer behalten. In Liechtenstein ist das wegen der fehlenden Rufnummernportabilität nicht der Fall. Das bedeutet, dass man bei jedem Wechsel von einem FL-Anbieter zum anderen eine neue Nummer bekommt. Ein Unding, gerade für kleinere Anbieter. Doch seit Anfang August gibt es für sie – und für die Kunden – gute Nachrichten vom Amt für Kommunikation: Die Rufnummernportabilität wird auch in Liechtenstein eingeführt.
 
«Keine technischen oder wirtschaftlichen Gründe»
Eigentlich wäre die Rufnummernportabilität auch in Liechtenstein längst gesetzlich geregelt gewesen. Doch wegen eines Passus im Gesetz wurde sie bisher in Liechtenstein nicht eingeführt. So hat die Regulierungsbehörde bisher die Anbieter von der Pflicht ausgenommen, da es «technische oder wirtschaftliche» Gründe gab. Diese Zeiten sind jetzt aber vorbei. Ab dem 1. Januar 2019 kann man Festnetznummern behalten, ab dem 1. April 2019 auch die Mobilfunknummern. 
Begründet wird der Entscheid, dass die Nummernportabilität mit vertretbaren und verträglichem Aufwand eingeführt werden kann. Dank der Erfahrung verschiedener Anbieter in anderen Ländern – insbesondere der Schweiz – sollten die liechtensteinischen Anbieter befähigt sein, um effiziente und kostengünstige Prozesse zu schaffen. Ab September wird sich eine eigens dafür eingesetzte Arbeitsgruppe mit der Einführung der Nummernportabilität beschäftigen, bevor es ab dem neuen Jahr ernst gilt. 
 
Langer Kampf um Gleichbehandlung
 
Die Diskussionen um die Portabilität werden schon länger geführt: Schon im November 2017 lud das Amt für Kommunikation zum Roundtable. Zuvor hatte es vermehrt Anfragen beim Amt für Kommunikation zur Rufnummernportierung gegeben. Gründe dafür waren Wettbewerbsnachteile gegenüber den Schweizer Mitbewerbern. Wie aus der veröffentlichten Entscheidung des Amtes für Kommunikation herausgeht, habe auch das Amt durch die Einführung der Portabilität «starke Wettbewerbs-
impulse» erwartet.
 
Nach dem Roundtable holte das Amt Stellungsnahmen von Anbietern und Interessierten ein. Bis Ende Februar kamen 14 Stellungnahmen zusammen. Doch dann herrschte Funkstille. Der Unmut bei den Beteiligten wuchs. Denn mit jedem Tag, denn der Entscheid auf sich warten liess, befürchteten kleinere Anbieter weitere Wettbewerbsnachteile gegenüber der Telecom Liechtenstein. Diese genoss bisher dank der fehlenden Rufnummern-portabilität verschiedene Vorteile, indem beispielsweise alle Anbieter die Festnetznummern über ein Vorleistungsangebot – angeboten von der Telecom – beziehen mussten. Hinter vorgehaltener Hand wurde gar gemunkelt, das Amt verschaffe durch das Zeitspiel dem staatlichen Anbieter absichtlich Vorteile. Der Vorwurf wurde aber bereits im Juni auf Anfrage vom Amt strikt zurück-
gewiesen, die Anschuldigung sei «lächerlich und völlig deplatziert». Und seit einer Woche herrscht nun Klarheit, womit sich auch die Aufregung in der Branche wieder etwas legen dürfte. 
 
Kunden aufgepasst: Nur FL-Nummern werden portiert
Wichtig beim Entscheid des Amtes für Kommunikation: Die Rufnummernportierung gilt nur für liechtensteinische Nummern, also mit der Vorwahl «00423-». Das ist insofern wichtig, weil ein Grossteil der Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner einen Mobilfunkvertrag bei einem Schweizer Anbieter besitzt. Wechselt dieser zu einem FL-Anbieter, wird er auch in Zukunft die Nummer wechseln müssen. 
07. Aug 2018 / 22:10
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