• Die Podiumsdiskussion des LPC (v.l.): Chefredaktoren Gerd Endrich und Philipp Wyss, Jungjournalisten Vera Gasber und Luca Brunner, ­Moderatorin Claudia Schanza und ihre Studierenden Hannah Michaeler und Matthias Fleischmann.

Ein Abend voller Jubiläen

Sommerakademie: Angehende Journalisten diskutieren über die Berufsaussichten bei Printmedien und Fernsehen.
Vaduz. 

Das Ländle ist 300 Jahre alt, der Internationale Liechtensteiner Presseclub (LPC) 50 Jahre und die Sommerakademie für Journalismus und PR an der Universität Liechtenstein feiert ihren 10. Geburtstag. Deshalb  veranstaltete der LPC am vergangenen Freitag eine Podiumsdiskussion im Gasthaus Löwen. 
Eingeladen waren nicht nur Mitglieder des Presseclubs,   sondern auch Alumni und aktuelle Studenten der Sommerakademie. 115 junge Frauen und Männer aus neun Ländern absolvierten bereits diesen  Lehrgang, den die Journalistin Claudia Schanza leitet. Die Regierung vergibt jährlich zwölf Stipendien, um Kontakte in viele Redaktionen zu knüpfen und das Bild Liechtensteins im Ausland zu pflegen. 

Braucht es heute noch Print- und TV-Journalisten?
Unter der Leitung von Claudia Schanza diskutierten Teilnehmer der Sommerakademie mit Jungjournalisten und zwei Chefredaktoren über die Zukunft des Berufes. Anlass zur Sorge gibt, dass Anzeigenerlöse sinken, Medienkonsumenten sich immer stärker an Gratisnachrichten im Internet gewöhnen und die Mediennutzung sich dramatisch verändert hat.   Die zentrale Frage lautete deshalb, ob es künftig noch Print- und TV-Journalisten brauche oder nicht. 
Die Chefredaktoren Gerd Endrich (ORF Vorarlberg) und Philipp Wyss (Südostschweiz Online) repräsentierten in der Diskussion die erfahrenen Experten. Beide sind sich einig: Die Medienbranche ist im ­Umbruch. Aufgrund von Einsparungsmassnahmen arbeiten junge Journalisten vermehrt ­anstelle von Alteingesessenen.   «Wir sind froh, wenn wir überhaupt jene Leute, die in Rente gehen, ersetzen können», sagt Endrich. 

Jungjournalisten verdienen weniger
Wenn es die finanziellen Mittel  erlauben, übernehmen Jungjournalisten diese Stellen, verdienen jedoch weniger als ihre Vorgänger und sollten zumindest zwei Medienformen bedienen. Sie sollen dann Print und Online oder Fernsehen und ­Radio mit Beiträgen beliefern, technische Kenntnisse sind genauso gefragt wie Kreatitivtät. Dieser Generationenwechsel bringe viele Vorteile mit sich. Hierarchische Strukturen in Redaktionen können so durchbrochen werden, und Ideen von jungen Journalisten bekommen mehr Gewicht. Dies bestätigt die deutsche Alumna Vera Gasber, die in ihrem Berufsalltag im Wiener ARD-Korrespondentenbüro multimedial unterwegs ist. Sie nimmt Videofilme auf, schneidet, textet, spricht und bringt sie auf Sendung. So übernimmt sie heute alle Aufgaben, die früher zwischen Journalisten und Technikern klar aufgeteilt waren. Darüber,   dass Journalismus zunehmend ein multimedialer Job wird, sind sich alle in der Runde einig. 

Hier zeigt sich der grosse Vorteil junger angehender Journalisten. Sie sind als Digital Natives mit der relevanten Tech­nik aufgewachsen und beeinflussen die Zukunft des Journalismus. Lehrgangsleiterin Claudia Schanza ist vom weltweiten  Bedarf an gut ausgebildeten Journalisten überzeugt. «Ich hätte ein schlechtes Gewissen, euch auszubilden, wenn ich nicht wüsste, dass der Markt auch künftig noch gute Journalisten braucht.» Das Fazit der Diskussion: Die Welt braucht sowohl im Print- und Fernsehbereich als auch in den Onlineredaktionen interessierte und neugierige Journalisten. Aufgrund der voranschreitenden Digitalisierung gewinnen Online-, Foto- und Videojournalismus eine immer grösser werdende Relevanz. In diesem Punkt sind sich alle einig. 

Die Autorinnen

Antonia Baumgartner (20, Ö) und Judith Ebnöther (20, CH)  absolvieren derzeit die 10. Sommerakademie für Journalismus und PR an der Uni Liechtenstein.

Antonia Baumgartner und Judith Ebnöther. (v.l.)

18. Aug 2019 / 22:38
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