• Aprikosenbäume blühen bereits und sollten nun nach Möglichkeit abgedeckt werden.
    Aprikosenbäume blühen bereits und sollten nun nach Möglichkeit abgedeckt werden.  (Artsiom Malashenko)

Die Obstbäume brauchen Schutz

Die kalten Temperaturen dieser Woche sind für viele Pflanzen kein grosses Problem. Dennoch kann der Frost die Ernte bedrohen.

Der Sonnenschein erweist sich in diesen Tagen zwar weiterhin als recht treuer Begleiter. Im Gegensatz zur zurückliegenden Woche sind die Temperaturen aber deutlich kälter und liegen nachts und in den Morgenstunden teilweise sogar deutlich unter dem Gefrierpunkt. Umstände, die so manchen Gartenbesitzer doch etwas unruhig werden lassen.

Dabei ist Sorge gar nicht immer angezeigt, wie Anfragen bei drei inländischen Gärtnereien zeigen. Gerade die heimischen Pflanzen seien «absolut robust» und könnten mit Temperaturschwankungen, wie sie gegenwärtig gerade zu beobachten seien, umgehen, sagt Christian Müller von der Müko Gartgengestaltung AG in Mauren. Auch Jürgen Näscher, Inhaber der Näscher Blumen und Garten Anstalt, verweist darauf, dass die meisten Stauden, Bäume und Sträucher von temporären kalten Temperaturen kaum beeinträchtigt würden. «Der Forsythie beispielsweise oder dem jetzt schon
gelb blühenden Goldglöckchen macht das nichts aus.» Die Kälte kann mitunter sogar positive Effekte nach sich ziehen, wie Müller anmerkt: «Die meisten Pflanzen werden in ihrem Wachstum gebremst. Dies schadet aber nicht, im Gegenteil: Sie treiben langsamer und sind so auf Spätfrost im April oder Mai besser vorbereitet.»

Was schon blüht, ist verletzlicher
Grundsätzlich sind Schäden vor allem dann möglich, wenn Pflanzen «bereits ausgetrieben haben oder schon blühen», wie Toni Real, Betreiber der Auhof Anstalt in Vaduz, erklärt. «Die Blüten erfrieren und können dadurch keine Früchte ausbilden. Die Blätter können ebenfalls erfrieren und schieben nochmals neues Blattwerk hervor, was zu einer Beeinträchtigung des Blattwerks führt.» Doch auch in diesen Fällen beweisen Pflanzen oftmals noch bemerkenswerte Nehmerqualitäten. Staudentriebe, die Frostschäden erlitten haben, lassen sich laut Näscher beispielsweise einfach abschneiden. «Sie treiben wieder frisch aus.» Rosen wiederum, die aufgrund der milden Temperaturen bereits viele junge Blätter haben, die durch Frost nun geschädigt werden könnten, sollen an den entsprechenden Stellen einfach zurückgeschnitten werden. «Neue Knospen im unteren Bereich der Pflanzen werden zuverlässig austreiben», so Müller.

Frost kann Ernte bedrohen
Problematisch sind Frostschäden insbesondere «bei blühenden Pflanzen, die Früchte ansetzen», wie Real erklärt. Mitunter falle der Ertrag gänzlich aus oder sei allenfalls gering. Entsprechend sieht er angesichts des nahenden Temperaturabfalls vor allem hier Schutzmassnahmen angezeigt. «Aprikosen- oder Apfelbäume im Hausgarten sollte man mit einem Schutzvlies abdecken.» Gleiches, ergänzt Real, gelte für frisch gepflanzte Gemüsesetzlinge oder Kräuter, die in Treibhäusern bei geheizten Verhältnissen angetrieben worden seien.

Alternativ können zu Abdeckzwecken auch alte Leintücher oder Plastikfolien verwendet werden. Allerdings, mahnt Müller, müssten diese am Vormittag stets entfernt werden, da die wärmende Sonne bei der darunterliegenden Pflanze Verbrennungsschäden verursachen könne. Doch auch ein Vliesschutz sollte nur einige Tage an Ort und Stelle belassen werden, wie er hinzufügt: «Sonst können die Bienen die Blüten nicht bestäuben.»

Bei Bedarf, der gerade in Zeiten der Corona-Pandemie aufgrund von Krankheit oder Quarantänemassnahmen durchaus gesteigert sein kann, kümmern sich die Gärtnereien um den Frostschutz gerne auch vor Ort. «Unsere Gartenpfleger können diesen Service selbstverständlich übernehmen. Sie wissen, welche Pflanzen gefährdet sind und was zu tun ist», so Müller. Wichtig, betont Real, sei lediglich eine zeitnahe Information – «damit das personell auch machbar ist». (bo)

23. Mär 2020 / 21:45
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