• Die Erfolgsgeschichte von «LieLa» geht weiter
    Der erste «LieLa»-Kongress ist für die Veranstalter sowie Teilnehmer ein voller Erfolg.  (Nils Vollmar)

Die Erfolgsgeschichte von «LieLa» geht weiter

2015 wurde in Liechtenstein ein Projekt geboren, das bis heute über 10 000 Migranten in der sprachlichen Integration in deutschsprachigen Ländern unterstützt. An diesem Wochenende wird mit dem ersten «LieLa»-Kongress ein weiterer Meilenstein gesetzt.
Triesenberg. 

Als vor rund vier Jahren die europäische Flüchtlingskrise ihren Anfang nahm, trafen sich eines Abends Verbandsvertreter unterschiedlicher Konfessionen in der Residenz des liechtensteinischen Botschafters Prinz Stefan von und zu Liechtenstein in Berlin. Unter den Gästen weilte auch Peter Ritter, Fürstlicher Justizrat und Rechtsanwalt. Gemeinsam diskutierte die Runde über Wege und Möglichkeiten der sprachlichen Integration sowie über die Integration von Flüchtlingen und Migranten in die Gesellschaft. Der Output dieses Treffens ist ein bis heute fruchtendes Sprachkursprojekt. «Liechtenstein Languages»,kurz LieLa, wurde 2015 mit hohem Tempo durch den Verein «Neues Lernen» mit der Erarbeitung deutschsprachigen Unterrichtsmaterials umgesetzt. Inzwischen umfasst LieLa rund 300 Sprachtrainer in Liechtenstein, Schweiz, Österreich und Deutschland, die in den vergangenen drei Jahren über 10 000 Menschen die Deutsche Sprache näher brachten. 
Ein weiterer Meilenstein ist der gestrige Start des ersten Liechtenstein Languages Kongresses, der bis Sonntag in Malbun durchgeführt wird. 

Rund 100 Teilnehmer aus den vier deutschsprachigen Ländern werden an diesem Wochenende an der Tagung in Malbun teilnehmen. Darunter sind Verantwortliche aus der Politik, Verbände sowie Schulinstitutionen und selbstverständlich die ausgebildeten LieLa-Trainer. Besonders gut vertreten wird unter anderem der Kanton St. Gallen mit seinem Konzept der gemeindebasierten «Quartierschule» sein. Ausserdem werden sich der Regierungsbezirk Arnsberg in Nordrhein-Westfalen sowie der Verein «the Connection» aus Wien an der Tagung miteinbringen. 
Mit diesem Kongress soll die Nachhaltigkeit von LieLa gestärkt werden und in Gesprächen sowie Workshops erhalten die Trainer die Möglichkeit, ihre Kenntnisse aufzufrischen und ihr Methodenrepertoire zu erweitern. Zudem werden zwei neue Kursmodule eingeführt, welche die Trainer erlernen sollen. Zum einen «LieLa Alpha», ein Alphabetisierungskurs, zum anderen «LieLa Plus», welches ihre Teilnehmer auf die Arbeits- und Berufswelt vorbereiten soll. 
Einer der Höhepunkte wird laut Walter Noser, Präsident des Vereins «Neues Lernen» und Schulinspektor für Oberschulen im Fürstentum Liechtenstein, die Eröffnungsrede des Psychiaters, Hochschullehrers und Autoren Manfred Spitzer sein. Denn seine Forschung bestätigt die Vorteile ganzheitlicher Lehr- und Lernmethoden, wie sie auch in den Sprachkursen zur Anwendung kommen. 

LieLa ist noch ein relativ junges Projekt, da es erst seit gut drei Jahren aktiv ist. Umso erstaunlicher, welche Erfolge LieLa bisher verbuchen konnte. «Das ist vor allem dem Verein ‹Neues Lernen› zu verdanken», so Noser. Bereits seit rund 30 Jahren ist der Verein dabei, neue Lern- und Lehrmethoden zu entwickeln und auszuprobieren. Allen voran hat sich Ritter bereits seit den 1980er Jahren sehr aktiv dafür eingesetzt. Dank dieser langjährigen Erfahrung wurde schliesslich auch «Neues Lernen» damit beauftragt, die theoretische, methodische und materielle Umsetzung des Sprachkursprojektes zu leiten. Zum Team gehören derzeit Walter Noser, Arno Brändle, Martin Beck sowie Albrecht von Landskron und Roman Dudler. Ihre grösste Aufgabe ist es, die Trainer auszubilden und angepasste Lehrmittel zu kreieren. 
Die Trainer unterrichten die Flüchtlinge und Migranten in Erst- und Notunterkünften, festen Wohneinrichtungen, Gemeindehäusern, Vereinen, Schulen oder auch Berufskollegs. Die meisten von ihnen sind ehrenamtlich oder hauptamtlich engagiert. Eine pädagogische Ausbildung ist nicht zwingend notwendig. Auch Engagierte, die nie zuvor unterrichtet haben, können Deutschkurse geben. Denn das zweiwöchige Seminar lernt den künftigen Trainern alles, was sie für den Unterricht wissen müssen.
 Im Vordergrund steht nämlich vor allem das Verstehen und Sprechen. Schrift und Grammatik der Deutschen Sprache werden zunächst eher beiläufig, später dann gezielt  gefördert. 
In erster Linie geht es darum, die Migranten und Asylbewerber in ihren speziellen Lebenssituationen zu unterstützen und eine Erstorientierung zu ermöglichen. Somit wird ein ganzheitlicher Ansatz verwendet, der ausschliesslich bei der Methode des Neuen Lernens zur Anwendung kommt. 

Den bisher über 10 000 Teilnehmenden des Sprachkursprojektes standen und stehen viele Kursoptionen zur Verfügung: Der Basiskurs richtet sich an Fremdsprachige, die noch gar nicht oder nur sehr wenig Deutsch sprechen. Dabei ist es dank den eigens für das Projekt geschaffenen Kursunterlagen nicht nötig, dass die Lernenden lesen oder schreiben können müssen. Um sich diese beiden Fähigkeiten anzueignen, gibt es «LieLa Alpha». Seit Dezember des vergangenen Jahres wird dieser Zusatzkurs von bereits ausgebildeten LieLa-Trainern im  Kanton St. Gallen, in Berlin und im Regierungsbezirk Arnsberg angeboten. Ausserdem gibt es seit Januar 2018 auch «LieLa Plus», ein Fortsetzungskurs für die Berufs- und Arbeitswelt. (jka)

23. Jun 2018 / 14:00
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