• Spilled Beer
    Bereits eine kurzzeitige Alkoholabstinenz hilft dem Körper dabei, sich zu erholen.  (chictype)

Der Gesundheit zuliebe Alkohol fasten

Über die Feiertage wird reichlich Alkohol konsumiert und Süsses genascht. Immer häufiger werden diese Exzesse mit Auszeiten kompensiert. Statt dem temporären Verzicht ist es ratsamer, das richtige Verhältnis zu finden und konsequent Sport zu treiben.

Wen nicht schon an Weihnachten das schlechte Gewissen plagte, wurde spätestens an Silvester nach den Neujahrsvorsätzen gefragt. Insbesondere wenn der Rutsch ins 2019 feuchtfröhlich verlief, dürften manche darüber nachgedacht haben, eine Zeit lang auf Alkohol zu verzichten. Ein Entschluss, den vor allem junge Erwachsene immer häufiger vor oder nach bestimmten Veranstaltungen treffen. Im Hinblick auf die Hauptfasnacht verzichten momentan einige auf das Feierabendbier sowie andere alkoholische Getränke. Aber welchen Einfluss haben solche Massnahmen wirklich, wenn man nach der selbstbestimmten Fastenzeit wieder freizügiger lebt?

Das richtige Verhältnis finden

Dass Alkohol dem Körper schädigt, ist längst bekannt. Unter anderem schlagen sich Bier und Wein auf das Gewicht aus, indem sie die Fettverbrennung hemmen – umso mehr, sobald man diese in der Nacht konsumiert. Insofern regt ein Verzicht den Stoffwechsel an. «Besonders die Kombination von Alkohol und Zucker ist giftig. Hierbei handelt es sich um Plunder, den unser Körper nicht braucht», meint Eliane Vogt, Ernährungsberaterin und Fit­nessinstruktorin aus Mauren. Auf den gesunden Menüplan gehören ihr zufolge Lebensmittel wie Gemüse, Früchte und Obst. Ebenfalls sollte man genügend Eiweisse und langkettige Kohlehydrate zu sich nehmen, wie sie in Haferflocken und Vollkornprodukten vorkommen. Von Diäten rät Vogt ab, doch ein Fasten auf Alkohol kann sie nur befürworten. Grundsätzlich empfiehlt sie, den Konsum längerfristig zu redu­zieren, wobei Freitage durchaus legitim sind. «Vielfach liegt das Problem beim falschen Verhältnis», erläutert die Ernährungsberaterin aus Mauren. «Man sollte in der Woche besser einen Sündentag einplanen, anstatt sich nur einen Tag lang gesund zu ernähren.»

Neben der richtigen Ernährung gehöre auch Sport dazu, wie Vogt betont. «Solange man sich regelmässig bewegt, verträgt der Körper gelegentlich ein Festmahl.» Sie habe durchaus Verständnis dafür, dass sich die Leute nach dem Adventsstress eine gemütliche Phase gönnen. Anschliessend würde jedoch häufig eine heftige Gegenreaktion folgen. «Im Januar starten die Leute mit Vollgas. Wenig später hören einige bereits wieder mit dem Training auf, weil sie zu viel wollten und sich selbst überfordert haben», berichtet Vogt von ihren Erfahrungen als Fitnessinstruktorin. Egal, ob man nun joggen geht oder Kraftsport betreibt: Wichtig sei, dass man dranbleibt und für einen selbst das passende Mass findet. Als Richtwert wären täglich 30 Minuten Sport an der frischen Luft sowie pro Woche rund 60 Minuten Krafttraining optimal.

Fasten fördert das eigene Wohlbefinden

Marina Jamnicki Abegg, Amtsärztin beim Amt für Gesundheit, teilt die Ansicht der Ernährungsberaterin. «Ein Monat Abstinenz lässt sich nicht direkt in Saus und Braus umrechnen. Aber jede Phase, die man an den Körper denkt, verbessert die Lebensqualität.» Ein Verzicht auf Alkohol entlastet die Leber und das Herz. Infolge einer Abstinenz verbessert sich sowohl die Aufmerksamkeit als auch das Immunsystem, was einem in der Grippephase zugutekommt. Zusätzlich bremst Al­kohol die Blutgerinnung, welche für die Wundheilung verantwortlich ist. Intensiver Blutaustritt kann daher ein Anzeichen für den übermässigen Konsum des Suchtmittels sein.

Schon wer durchschnittlich zwei Biere pro Woche trinkt, würde durch den Verzicht einen Aufschwung spüren. «Nachher teilen viele mit, dass sie sich ohne Alkohol besser fühlen», spricht Jamnicki Abegg das Wohlbe­finden an. So würden Suchtmittel einen auch psychisch belasten und Depressionen fördern. «Während des Trinkens fühlt man sich im Augenblick vielleicht besser, doch danach dämpft sich die Stimmung.» Mit dem Fasten gehe ihrer Meinung nach vor allem eine wertvolle Erfahrung einher. «Durch die Alkoholabstinenz stellt man fest, dass es auch ohne geht und der Spass an einem Fest nicht vom Glas Wein abhängt», schliesst die Amtsärztin ihre Ausführungen ab. (gk)

09. Jan 2019 / 08:45
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