• Dinah Peng
    Dinah Peng: «Der Anteil an nichtrauchenden Jugendlichen ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen.»

«Das Rauchen ist uncool geworden»

Der heutige Weltnichtrauchertag steht unter dem Motto «Die Jugend schützen». In Liechtenstein kümmert sich Dinah Peng vom Amt für Soziale Dienste um den Schutz der Jugendlichen vor Zigaretten und Co.

Frau Peng, welches Image hat die Zigarette bei den Jugendlichen heute?
Dinah Peng, Suchtbeauftragte beim Amt für Soziale Dienste: Galt das Rauchen von Zigaretten früher noch als cool, chic oder gar gesundheitsfördernd, sind die negativen Folgen einer Nikotinabhängigkeit heute hinlänglich bekannt. Damit einher ging auch ein Wandel der gesellschaftlichen Einstellung zum Rauchen. Früher war es gang und gäbe im Bus, im Hörsaal oder im Restaurant zu rauchen. Heute werden Raucher schon mit tadelnden Blicken gestraft, wenn ihre Kleidung nach Zigarettenrauch riecht. Dass Zigaretten gesellschaftlich nicht mehr attraktiv sind, hat auch die Jugend beeinflusst. Das Rauchen solcher Produkte ist uncool geworden. Seit Jahren ist der Anteil nicht-rauchender Jugendlicher erfreulich hoch.

 

Das heisst, es rauchen weniger Jugendliche als früher?
Nachdem der Anteil an rauchenden Jugendlichen in Westeuropa lange gestiegen ist, nahm er ab dem Jahr 2000 bis zum Jahr 2015 kontinuierlich ab und befindet sich seither auf einem konstanten, relativ tiefen Niveau. Auch in Liechtenstein lässt sich diese Entwicklung statistisch aufzeigen. Im Vergleich zum Jahr 2005 stieg der Anteil nichtrauchender Jugendlicher bis im Jahr 2015 um ganze 12 Punkte auf knapp 70 Prozent. Diese positive Entwicklung ist nicht zuletzt den intensiven Präventionsbemühungen zu verdanken, die ab der Jahrtausendwende implementiert wurden.

Wie sieht es mit E-Zigaretten und E-Shishas aus?
E-Zigaretten und E-Shishas besitzen bei den Jugendlichen definitiv ein anderes Image als die herkömmlichen Tabakprodukte. Die Hersteller von E-Zigaretten und Verdampfergeräten setzen auf bunte Verpackungen, stylisches Design und fruchtige Geschmacksrichtungen. Das lässt den Eindruck entstehen, es handle sich bei E-Zigaretten und Co. um harmlose Lifestyle-Produkte. Das exzessive Merchandising solcher Produkte über Social Media, oftmals unter Einbezug von Influencern, hat ebenfalls einen Einfluss auf die Einstellung der Jugendlichen zu E-Zigaretten und Verdampfungsgeräten. Aus der Schweiz weiss man, dass die Jugendlichen heute eher das Rauchen einer E-Zigarette ausprobieren wollen als das Rauchen eines herkömmlichen Tabakproduktes.

Welche Massnahmen trifft die Suchtprävention da?
Für die Suchtprävention Liechtenstein ist die Stärkung der Jugendlichen hin zu einem Leben frei von Nikotinsucht eines der Kernthemen unserer Arbeit. Wir bieten verschiedene Programme an, die sich den Themen Rauchen, Tabakprodukte und E-Zigaretten annehmen. Etwa das Experiment Nichtrauchen, im Rahmen dessen zurzeit 41 liechtensteinische Schulklassen ein Jahr lang auf das Rauchen verzichten. Oder das Programm Rauchfreie Lehre, an dem sich in diesem Lehrjahr knapp 90 Lernende beteiligen.

Welche Folgen der Konsum von Zigaretten und Co. haben kann, ist bekannt. Gibt es Erkrankungen beziehungsweise Folgen, die sich bereits in jungen Jahren bemerkbar machen können?
Zwar nimmt die Gefahr, an einer durch das Rauchen bedingten Krankheit zu leiden, mit steigendem Lebensalter und der Anzahl an Raucher-Jahren zu, es gibt aber auch Fälle, in denen Raucher schon in jungen Lebensjahren beispielsweise an Lungenkrebs oder der Lungenkrankheit Copd (Anmerkung: Chronische obstruktive Lungenerkrankung) erkrankt sind.
Nicht ausser Acht zu lassen ist, dass das Rauchen die Kapazität der Lunge rasch negativ beeinträchtigt. Auch unschöne optische Begleiterscheinungen, wie zum Beispiel gelbe Zähne, kann das Rauchen bereits früh mit sich bringen. Rauchende Frauen – auch junge – haben ausserdem in Zusammenhang mit hormonellen Verhütungsmethoden ein erhöhtes Risiko, eine Thrombose zu erleiden.
Die gute Nachricht ist: Untersuchungen haben gezeigt, dass ein vollständiger Rauchstopp schnell zu einer verbesserten Lungenfunktion führt und sich der Körper dann von vielen durch das Rauchen verursachten Schädigungen erholen kann. (sms)

31. Mai 2020 / 08:50
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