• Ostereier, Vaduz
    Christa Falk-Pasch stellte vergangenes Jahr im Rahmen der Ausstellung der Jahreseier 40 ihrer eiförmigen Kunstwerke im Landesmuseum aus.  (Tatjana Schnalzger)

Aus unscheinbaren Eiern werden grosse Kunstwerke

Seit den 1980er-Jahren zaubert Christa Falk-Pasch aus gewöhnlichen Eiern tolle Kunstwerke. Diese Leidenschaft hat sie durch Zufall für sich entdeckt und sie ist ihr bis heute treu geblieben. Schon an die 600 Eier hat sie bemalt. Die Motive reichen von Blumenbildern hin zum Schloss Vaduz.

Als ihre Kinder in ein Alter kamen, in dem man mit den Eltern oder Grosseltern zu Ostern Eier bemalt, hat alles angefangen. Dies war in den 1980er-Jahren, als die Porzellanmalerin Christa Falk-Pasch in eben dieser gemeinschaftlichen Tätigkeit eine neue Leidenschaft für sich entdeckte. «Es hat von Beginn an grossen Spass gemacht. Deshalb habe ich immer weiter Eier bemalt», sagt sie. Damit gemeint ist, dass sie nicht nur jedes Jahr zu Ostern weitere kleine Kunstwerke schuf, sondern sich auch andere Motive ausdachte, die sie während des Jahres unter anderem gemeinsam mit einer Gruppe von Frauen realisierte. Schliesslich hat Christa Falk-Pasch ihre Technik so weit ausgeklügelt, dass sie sogar den Trachtenvereinen des Landes Kurse gab – denn die Trachtenfrauen verteilen traditionsgemäss jedes Jahr an Ostern die bunten Eier in den Kirchen Liechtensteins. Mittlerweile sind es laut Aussage der Porzellanmalerin zwischen 500 und 600 Gänse-, Hühner-, Emu- und Enteneier, die mit gekonnten Pinselstrichen ein völlig neues Erscheinungsbild erhalten haben und von unscheinbaren Tierprodukten zu wundervollen Kunstwerken geworden sind. 

Von Blumen zu Gebäuden
Pro Ei benötigt die Künstlerin zwischen sieben und acht Stunden. Zuerst werden die Motive auf die Eier abgepaust, dann reingezeichnet. Dies ist nötig, weil sich die Perspektive auf den runden Eiern verzerrt. Da Christa Falk-Pasch aber gelernte Porzellanmalerin ist, stellten die Rundungen des Eis keine allzu grosse Herausforderung für sie dar. «Ob ich nun ein Glas mit einer Wölbung per Hand bemale oder ein Ei mit einer Rundung, macht keinen Unterschied. Allerdings kommt es auf die Pinseltechnik an», erklärt die Künstlerin. Und diese hat sie sich in den vielen Jahren bestens angeeignet. Wie Christa Falk-Pasch erklärt, gibt es viele unterschiedliche Techniken, die zur Anwendung kommen können – am Ende entscheidet der Stil, welche es nun sein soll. So hat sich auch die Porzellanmalerin weiterentwickelt: Waren es früher hauptsächlich Blumenmotive, die auf den Eiern verewigt wurden, sind es mittlerweile häufiger realistische Motive, die festgehalten werden. 

Beispielsweise anlässlich des 300-Jahr-Jubiläums hat sich die Künstlerin im vergangenen Jahr eine Besonderheit ausgedacht und neun schwarze Eier mit dem Fürstenhut darauf angefertigt. Auch hat sie vor einiger Zeit damit begonnen, das Schloss Vaduz, das Rote Haus, die Burg Gutenberg in Balzers oder einige Liechtensteiner Kapellen und alte Dorfansichten von Vaduz auf die Eier zu zaubern. «Mit diesen Motiven wird mir nie langweilig», erklärt Christa Falk-Pasch. Ihre Eier hat sie schon an Ausstellungen im Werdenberg sowie im Landesmuseum präsentiert. Auch sind einige ihrer eiförmigen Kunstwerke in der Oster­eiersammlung von Adulf Peter Goop vertreten. Etwas völlig Neues auszuprobieren und zum Beispiel die Eier gegen eine Leinwand auszutauschen, kommt für Christa Falk-Pasch hingegen nicht infrage. «Über das Bemalen der Eier hinaus bin ich nicht künstlerisch aktiv. Ich bin der Meinung, dass es genug Künstler in Liechtenstein gibt, die Bilder malen. Da braucht es mich nicht auch noch. Sowieso fühle ich mich in diesem kleinen Kreis wohler.» Christa Falk-Pasch wird damit auch in Zukunft bei ­ihren Eiern bleiben und noch ­viele weitere kleine Kunstwerke schaffen. 

Kunstwerke auf Bestellung
In diesem Jahr hat Christa Falk-Pasch allerdings noch kein einziges Ei verziert. Dies bedingt durch die aktuelle Situation, die auch die Museen und Kultureinrichtungen dazu gezwungen hat, ihre Türen bis auf Weiteres zu schliessen. «Im Shop des Landesmuseums können meine Eier erworben werden. Da dieser aber geschlossen ist, werde ich vorerst keine neuen bemalen», erklärt sie und fügt aber auch an, dass sie gerne Bestellungen entgegennehme. Interessierte können sich direkt bei Christa Falk-Pasch melden. «Ich habe momentan zwei Kundenwünsche, die ich in den kommenden Wochen realisieren werde. Einer ist ein Appenzeller-Motiv mit Kühen und einer Berglandschaft», erzählt die gelernte Porzellanmalerin. Auch werde sie, um doch noch etwas in österliche Stimmung zu kommen, ein paar Blumeneier malen. «Das mache ich allerdings nur für mich.» 

Christa Falk-Pasch könnte sich zudem vorstellen, in Zukunft wieder einmal einen Kurs zu geben. Allerdings würde dieser mehrere Wochen dauern und viel Zeit in Anspruch nehmen. Denn die Pinseltechnik sei das Schwierigste an dieser Kunst. «Es braucht einige Zeit, bis man die Technik im Griff hat. Zudem gibt es verschiedene Variationen von Malstilen, die ich zeigen würde», erklärt die Porzellanmalerin. Doch diesen Aufwand würde sie gerne auf sich nehmen, um die Freude am Eierbemalen weitergeben zu können. «Wenn geeignete Räumlichkeiten gefunden werden, werde ich es mir überlegen», sagt sie mit einem Zwinkern. Denn je nach Motiv können die Eier das ganze Jahr über aufgestellt werden und dem Betrachter eine Freude bereiten. «Sie sind zeitlos.» (jka)

26. Mär 2020 / 16:09
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