• Verbrennungsanlage Buchs
    2019 machte der Verein für Abfallentsorgung einen Umsatz von 43,6 Millionen Franken.  (Daniel Ospelt)

210 Kilo Abfall pro Einwohner

Laut Geschäftsbericht des Vereins für Abfallentsorgung (VfA) wurden 2019 über 8953 Tonnen Müll aus Liechtenstein in Buchs verbrannt.

Was die Einwohner mit Abfallmarken vor die Tür stellen oder zur Deponie bringen, wird von den Entsorgungsdiensten zur Verbrennungsanlage in Buchs transportiert. Wie viel Liechtensteiner Müll dort anfällt, verrät jeweils der Geschäftsbericht des Vereins für Abfallentsorgung (VfA). Vergangenes Jahr sind es demzufolge 210 Kilogramm Kehricht pro Kopf gewesen. Zusammen mit dem Gewerbe und der Industrie lieferte das Land über 8953 Tonnen über den Rhein nach Buchs. Dies entspricht einem Fünftel der gesamten Menge, die vor Ort angenommen wurde.

Insgesamt haben die 42 Mitgliedergemeinden aus der Region dem Verein für Abfallentsorgung über 43 316 Tonnen geliefert, was gegenüber 2018 ein Rückgang von 0,8 Prozent darstellt. Der Liechtensteiner Anteil ist etwas stärker gesunken (3,2 Prozent). Mit Abstand am meisten Material kam direkt aus Buchs (3752 Tonnen). Auf dem fünften Platz reiht sich Vaduz (1641 Tonnen) als erste Liechtensteiner Gemeinde ein. Das Schlusslicht bildet die Gemeinde Planken (75 Tonnen), welche von allen VfA-Mitgliedern am wenigsten Einwohnern hat. 

Vaduzer verursachen pro Kopf am meisten Abfall
Unter Kehricht wird sämtlicher Unrat gemessen, der in den Haushalten entsteht. 2019 zählten dazu 73 Prozent der Anlieferungen an die Verbrennungsanlage in Buchs. Setzt man dessen Menge nun in Relation zu den Einwohnern der jeweiligen Gemeinde, produzieren ein Vaduzer mit 260 Kilogramm pro Kopf im vergangenen Jahr effektiv 30 Prozent mehr Abfall wie etwa ein durchschnittlicher Schaaner oder Triesner (je 200 Kilogramm), die in der Liechtensteiner Rangliste hinter ihnen folgen. Liechtensteins Hauptort befindet sich unter allen 42 Gemeinden auf dem dritten Platz, zuvorderst findet sich Wildhaus-Alt St. Johann (340 Kilo pro Kopf). Nach dieser Wertung befindet sich Eichberg (120 Kilo pro Kopf) an unterster Stelle, aus Liechtensteiner Sicht die Gemeinde Gamprin-Bendern (150 Kilo pro Kopf).

Anders sieht die Situation wieder aus, wenn man die Anlieferungen aus der Industrie und Gewerbe betrachtet. Mit 256 Tonnen sind die Gampriner Unternehmen diesbezüglich der «Spitzenreiter» des Landes, knapp vor den Schaanern (226 Tonnen). Allem voran dürfte die Herbert Ospelt Anstalt dazu beitragen. Mit ungefähr 750 Mitarbeitern am Hauptsitz in Bendern ist sie der grösste Arbeitgeber in der Gemeinde (28 Prozent der Beschäftigten). Obwohl Vaduz als häufigster Arbeitsort (10870 Personen) etwas mehr Beschäftigte als Schaan (9600 Personen) aufweist, ist der gewerbliche Abfall von 139 Tonnen in Relation dazu relativ klein (39 Prozent weniger). Eine Rolle dürften die verschiedenen Branchenschwerpunkte spielen: Während die Residenz für ihre Finanzunternehmen bekannt ist, weist die Nachbargemeinde mit Unternehmen wie Hilti und Hilcona das grösste Industriegebiet des Landes auf – sowohl was die Fläche als auch die  Anzahl Arbeitskräfte betrifft. Dementsprechend fällt dort mehr Unrat an.

Müllannahme kostete knapp über eine Million
Die Kennzahlen des Vereins für Abfallentsorgung zeigen, dass die Entsorgung durchaus  ein lukratives Geschäft ist. So erzielte er 2019 einen Umsatz von 43,6 Millionen Franken (plus 2,6 Prozent zum Vorjahr). Von diesem Ertrag fallen 46,2 Prozent auf die Annahme von Abfällen, der Rest auf den Verkauf von Wärme, Dampf und Strom. Zu den grösseren Kunden in letzterem Bereich gehören die Hilcona und Herbert Ospelt Anstalt, die ihren CO2-neutralen Ferndampf aus der Kehrichtverbrennungsanlage in Buchs beziehen. Der Cashflow betrug 10,6 Millionen Franken (plus 6 Prozent). 

Wie viel Liechtenstein 2019 für die Entsorgung in Buchs entrichtete, ist im jüngsten Geschäftsbericht ebenfalls ersichtlich. Wie VfA-Präsident Germann Guido ausführt, betrug der Annahmepreis für Hauskehricht 130 Franken pro angelieferte Tonne. Also haben die elf Gemeinden vergangenes Jahr übergreifend 1 037 780 Franken für den Kehricht bezahlt. Hinzu kommen weitere Rechnungen, die zum Beispiel für das Sammeln und den Transport nach Buchs erfolgten. Rechnet man die Anzahl Kilo auf den Preis von Gebührenmarken um (maximal 35 Liter und 5 Kilo pro Kleber), haben Liechtensteiner im Durchschnitt 91,75 Franken für ihren Kehricht bezahlt. (gk)

21. Mai 2020 / 14:46
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