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Die Zukunft auf Schiene bringen

Die Alpenschutzorganisation Cipra und die Klimaorganisation Liechtenstein erläuterten gestern ihre Haltung zur S-Bahn.
Medieninfo Cipra, Schaan
Valentin Ritter, Barbara Wülser, Tobias Gassner, Sophie Eberle, Maya Mathias und Jakob Dietachmair (v. l.). (Bild: Tatjana Schnalzger)

Am Donnerstag lud die Cipra, zusammen mit Vetretern der Klimaorganisation Liechtenstein, zu einer Medienkonferenz am Bahnhof Schaan-Vaduz. Dabei informierten sie die anwesenden Medienvertreter darüber, wieso sie ein klares Ja zum Verpflichtungskredit für den geplanten Ausbau der Eisenbahnstrecke befürworten. Zentrale Punkte sind für sie dabei die internationale Ausstrahlung, Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Generationengerechtigkeit.

Über eigene Staatsgrenzen hinausdenken
«Das Projekt hat Modellcharakter und zeigt, dass man gemeinsam etwas machen kann», sagt Barbara Wülser, Co-Geschäftsführerin der Cipra. Die Schweiz und auch Österreich haben in den vergangenen Jahren konsequent in den Ausbau der Bahninfrastruktur und ins Angebot investiert. Nur Liechtenstein stellt dabei eine Lücke dar. «Liechtenstein hat nun die Chance, diese Lücke zu schliessen», fügt der Projektleiter Mobilität der Cipra, Jakob Dietachmair, an. Zudem verfügt Liechtenstein über die finanziellen Mittel, hat die politischen Instrumente und die internationale Zusammenarbeit funktioniert hinreichend, um dieses Projekt zu realisieren. «Wenn wir das nicht schaffen, wer sonst?», so Wülser. 

Zurzeit pendeln täglich 22 000 Personen nach Liechtenstein, 2000 Liechtensteiner in die Schweiz. Somit sind mindestens 24 000 Personen in Bewegung, der grösste Teil davon mit dem Auto. Laut Dietachmair ist zu erwarten, dass sobald sich die Wirtschaft erholt hat und Corona keine Einfluss mehr auf das Tagesgeschehen nimmt, diese Zahl auf 35 000 steigt. Die Pendler tragen einen grossen Teil zum Wohlstand dieses Landes bei. Ein breiteres Angebot im öffentlichen Verkehr stellt für Liechtenstein einen immensen Mehrwert als Arbeits- und auch Wohnort dar. Die Pendler erhalten mehr Möglichkeiten und die in Liechtenstein wohnhaften Personen gewinnen durch die Entlastung der Strassen, Luft und Ohren an Lebensqualität. Zudem bekommt Liechtenstein eine eigene internationale Anbindung zu Städten wie Wien oder München, wie Dietachmair weiter verlauten lässt.

Menschen die Möglichkeit geben, Gutes zu tun
Der Klimawandel bedroht die Menschheit wie keine andere Problematik. Laut Wülser steigen die Temperaturen in den Alpen sogar doppelt so schnell wie im globalen Mittel. «Umfragen in den grössten Betrieben Liechtensteins haben gezeigt, dass bis zu 75 Prozent der dortigen Arbeitnehmer bei einem guten Angebot auf den öffentlichen Verkehr umsteigen würden», sagt Dietachmair. Dabei darf nicht unerwähnt bleiben, dass viele dieser grossen Betriebe sehr nahe an der Bahnstrecke liegen. Der gute Wille allein bringt jedoch nichts, wenn den Menschen die Möglichkeit verwehrt bleibt, diesen auch in die Tat umzusetzen. Für die Cipra ist klar: Die S-Bahn ist ein guter, sinnvoller Beitrag zum Klimaschutz. Sie bildet das Rückgrat, Liemobil übernimmt die Feinverteilung. Ein gut gefüllter Bus kompensiert 60 Autos in Lärm und Emissionen. Auch eine Zugfahrt ist mindestens drei Mal besser für die Umwelt als eine Autofahrt. 
«Jeder kann handeln, mit der S-Bahn erhält die Bevölkerung die Möglichkeit, etwas zu tun», sagt Sophie Eberle, Mitglied im Cipra-Jugendbeirat. Und Tobias Gassner von der Klimaorganisation Liechtenstein fügt an: «Wir brauchen einen Systemwandel und die 
S-Bahn bereitet den Weg, um diesen Systemwandel zu erreichen.»

Verständnis der älteren Generationen ist gefordert
«Die jungen Menschen sollen die gleiche Chance auf ein lebenswertes Liechtenstein mit geringer Luftverschmutzung und Lärm haben wie die Generationen vor ihnen», so Eberle. Letztere müssen verstehen, dass der Ausbau des öffentlichen Verkehrs und der Klimawandel vielmehr die jungen Menschen betrifft als sie selbst. Diese Generationen sind es, die noch sehr lange Zeit mit den Folgen der Erderwärmung und mit dem steigenden Verkehrsaufkommen zu kämpfen haben werden, so die Meinung der Klimaorganisation Liechtenstein. Zudem sind es ebenfalls die Jungen, die vermehrt den öffentlichen Verkehr benutzen. Denen, die keinen Führerschein haben, und de­nen, die bewusst auf das Auto verzichten wollen, soll gleichermassen Mobilität gewährleistet werden, wie allen anderen. (ng)

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