• 2. Triennale in Liechtenstein
    Stickerei von Martha Büchel-Hilti.  (Tatjana Schnalzger)

Vielfältigkeit im Kunstmuseum

Bis zum 6. Oktober zeigen acht Kulturhäuser des Landes aktuelle Arbeiten von 40 Visarte-Mitgliedern. Vier Künstler, Martha Büchel-Hilti, Brigitte Hasler, Martina Morger und Martin Wohlwend, stellen im Kunstmuseum in Vaduz aus.

Die Idee der alle drei Jahre stattfindenden Gemeinschaftsausstellung von visarte.liechtenstein ist es, das aktuelle Kunstschaffen der in Liechtenstein tätigen Künstlerinnen und Künstler vorzustellen. 40 Künstler von visarte.liechtenstein stellen gleichzeitig in sechs kommunalen Kulturhäusern, im Seitenlichtsaal des Kunstmuseums und im Kunstraum Engländerbau in Vaduz aus. Während sechs Wochen erhalten Besucher einen Einblick in ihr künstlerisches Schaffen der letzten drei Jahre.

Fotostrecke: Triennale in Liechtenstein
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Triennale 2018
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Sozialkritische Themen reflektiert
Der Seitenlichtsaal im Kunstmuseum Vaduz wird zum ersten Mal anlässlich der Triennale bespielt. Beim Betreten sticht den Besuchern als erstes ein grosser, schwarzer Stofftrichter ins Auge. Inmitten der Installation ist eine weibliche Stimme zu hören - die Stimme der Künstlerin Martina Morger. «Die Vaduzerin ist mit ihren 29 Jahren die jüngste Ausstellerin im Seitenlichtsaal», sagt Kuratorin, Dagmar Streckel. «Sie hat sich mit dem Thema Social-Media auseinandergesetzt.» Ein aktuelles Thema, das einen grossen Teil ihrer Generation beschäftigt. Unter dem Titel «Hype Reality» hören Besucher unter dem schwarzen Vorhang, wie die Kunstschaffende in Englisch überspitzt motivierende Sätze von sich gibt. «Du bist wunderbar», «Du hast die besten Ideen», oder «Diese Farbe steht dir ausgezeichnet!» Somit solle die Social-Media Gesellschaft reflektiert werden, die immer präsent sein muss, möglichst viele Likes sammeln muss und viel Lob braucht. «Bei dieser Arbeit übertreibt die Künstlerin gezielt», so Streckel. Schräg gegenüber der Installation, an einer weissen Wand, präsentiert die gebürtige Bludenzerin Brigitte Hasler eine Serie von Pigmentdrucken mit dem unten eingefügten Schriftzug: «Wir ordnens, es zerfällt. Wir ordnens wieder und zerfallen selbst.» Ein Zitat von Rainer Maria Rilke. Das selbe Motiv, ein Staubkorn, ist unterschiedlich an der Wand angeordnet. Hasler war einst Lehrerin in Liechtenstein und trat 1976 aus dem Schuldienst aus, um sich im künstlerischen Bereich weiterzubilden. Unter anderem in der Malerei, Druckgrafik und Fotografie. «Ihr grosses Thema ist die Vergänglichkeit», erklärt Streckel. «Wie verhält sich etwas in der festen Form? Wie löst es sich auf ? Und was bleibt übrig? Das sind Fragen die Hasler in ihren Arbeiten beschäftigen.» Die Künstlerin Martha Büchel-Hilti ist sozusagen ihrem Material treu geblieben. «Sie hat eine Lehre als Innendekorations-Näherin gemacht», erklärt die Kuratorin. Danach war sie Werklehrerin. Mehrere mit schwarzen Faden bestickte und transparente Stoffbahnen hängen von der Decke des Seitenlichtsaals. «Das ist alles handgestickt. Als Vorlage hatte sie private Fotos, aber auch Zeitungsbilder», erläutert Streckel. Von Tiermotiven, Märchenfiguren, Blumen bis zu einer Schlägerei unter Männern ist alles vertreten. Seit 1984 ist die Liechtensteinerin auf den Gebieten der Stickerei, Skulpturen sowie der vielfältigen Bearbeitung von Stoffen tätig.

Zwischen Bildern, Notizen und Topfpflanzen
Zum Schluss dürfen Besucher in einem gemütlichen Wohnzimmer Platz nehmen. Hinter dem grünen Sessel und orangen Sofa sind auf zwei Wänden Fotos, Skizzen, Notizen und Tabellen zu sehen. Martin Wohlwend hat im Kantion Uri im Sinne einer künstlerischen Feldforschung untersucht, wie sich die Wechselwirkung zwischen Architektur und Nachbarschaft auswirkt. Die Siedlung wurde von 1941 bis 1943 erbaut und 2005 einer Sanierung mit baulichen Erweiterungen unterzogen. Wie gestaltet sich das Zusammenleben der Menschen in der Siedlung vor und nach der Sanierung? Inwiefern beeinflusst die Architektur unsere Denk- und Verhaltensweise? Fragen, die sich der Künstler Martin Wohlwend in seiner Arbeit stellt. Für rund neun Monate wohnte er selbst in einer Mietwohnung und stellt nun diese im Kunstmuseum nach. (nb)

Öffnungszeiten Kunstmuseum Vaduz: Dienstag bis Sonntag, 10 - 17 Uhr, Donnerstag 10 - 20 Uhr

28. Sep 2018 / 17:53
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