• 2. Triennale in Liechtenstein
    Ursula Batliners bevorzugtes Gestaltungsmedium ist Papier in all seinen Ausprägungen.  (Tatjana Schnalzger)

Natur pur im Engländerbau

Ausstellung Bis zum 6. Oktober zeigen acht Kulturhäuser des Landes aktuelle Arbeiten von 40 Visarte-Mitgliedern. Sieben davon stellen ihre vielseitigen Werke der letzten drei Jahre im Engländerbau Vaduz aus.
Vaduz. 

Die Idee der alle drei Jahre stattfindenden Gemeinschaftsausstellung von visarte.liechtenstein ist, das aktuelle Kunstschaffen der in Liechtenstein tätigen Künstlerinnen und Künstler vorzustellen. 40 Künstler von visarte.liechtenstein stellen gleichzeitig in sechs kommunalen Kulturhäusern, im Seitenlichtsaal des Kunstmuseums und im Kunstraum Engländerbau in Vaduz aus. Während sechs Wochen erhalten die Besucher nun einen Einblick in das künstlerische Schaffen der letzten drei Jahre.

Fotostrecke: Triennale in Liechtenstein
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Triennale 2018
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Mutter Erdnuss und menschliche Knochen
Im Engländerbau Vaduz präsentieren gleich sieben Künstlerinnen und Künstler ihre Werke unter dem Motto: «Kraft und Attraktion der Natur.» Ursula Batliner, Evelyne Bermann, Martin Frommelt, Hansjörg Quaderer, Eliane Schädler, Adam Vogt und Carol Wyss sind die Auserwählten. Kuratorin Dagmar Streckel erklärt, dass die Künstler ausgelost wurden. Anfänglich stellte sich Streckel die Frage: Was verbindet die Künstler miteinander? Rasch war ihr klar, dass sie mehrheitlich mit Naturmaterialien arbeiten oder die Natur thematisieren. Von menschlichen Knochen bis zu Bildern, die mit Erdfarben gemalt sind, ist die Ausstellung sehr vielfältig. Gleich zu Beginn, auf der rechten Seite, sehen Besucher eine Auswahl an verschiedenen Erdnüssen aus Ton von Evelyne Bermann. Sie ist freischaffende Künstlerin aus Schaan und befasst sich mit der ovalen Form. «So hat sie schnell zur Erdnuss gefunden», erklärt Streckel. Inhaltlich dreht es sich um die Themen «Ordnung und Veränderung». Zwei eiförmige Körper sind miteinander zu einer Einheit verbunden, «oder trennen sie sich?», fragt sich die Künstlerin. Deutlich anzusehen sind den weichen Rundungen der Erdnuss die beiden ovalen Kerne, die sie beschützt. Das Gerüst und auch die Struktur der Erdnuss interessiert Bermann ebenfalls und somit ist eine vielfältige Ansammlung von Erdnüssen entstanden.

Carol Wyss präsentiert eine Serie von Radierungen menschlicher Knochen, die wie Gesichter aussehen und den Betrachter anblicken. «Sie ist vor einiger Zeit in ein Atelier gezogen und hatte dort eine Schachtel gefunden mit menschlichen Knochen darin. Dort hatte vorher ein Fotograf gearbeitet, der für einen Auftrag diese Knochen verwendete», erzählt Streckel. Seither habe Wyss eine grosse Menge an menschlichen Knochen zur Auswahl, mit der sie arbeiten kann.

Künstler-Duo, menschliche Kreatur und Trauerblumen
Der Schaaner Künstler Martin Frommelt zeigt im Engländerbau ein grosses Gemälde unter dem Namen«Im Sogder Sucht».«Darin thematisiert er in leuchtenden Farben die menschliche Kreatur und ihre Natur», so die Kuratorin. Das Bild entstand2011 im grossräumigen Sommeratelier Frommeltsin der alten Schlosserei in Schaan und wurde 2018 vom Künstler überarbeitet. Die Thematik der Sucht wurde von ihm in dreifacher Variation realisiert. Eliane Schädler und Adam Vogt arbeiteten bereits an zahlreichen gemeinsamen Ausstellungen und Projekten zusammen. Gemeinsam präsentieren sie im Engländerbau 20 verschiedene Bilder, die sie gemeinsam realisiert haben und eine Geschichte erzählen unter dem Titel «Das Stromhaus».

Aus Stickvorlagen, die aus dem Rheintal stammen, hat Ursula Batliner schwarz-weisse Köfferchen und Blüten kreiert mit einer tiefen Botschaft dahinter. In ihrem Werk greift die Künstlerin zeitgenössische Themen auf wie Migration, die auch Teil ihrer eigenen Biografie ist, und setzt sich kritisch mit dem Konsum in der Gesellschaft auseinander. «Sie bezieht sich hier konkret auf Flüchtlinge, die ihre Koffer packen müssen. Die Blumen in Schwarz und Weiss symbolisieren die ums Leben gekommenen Flüchtlinge», erklärt die Kuratorin.

Der freischaffende Maler und Buchkünstler Hansjörg Quaderer hat fünf grosse Kartons mit Erdfarben bemalt, deren Farben an eine Landschaft in Peru erinnern. (nb)

Öffnungszeiten Engländerbau Vaduz: Mo. bis So., 13 - 17 Uhr; Di., 13 - 20 Uhr

 

 
28. Sep 2018 / 17:49
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