• 2. Triennale in Liechtenstein
    Katharina Bierreth-Hartungen fing für ihre Installation in den Pfrundbauten Spinnenweben ein.  (Tatjana Schnalzger)

Natürliches in den Pfrundbauten

Bis zum 6. Oktober zeigen acht Kulturhäuser des Landes aktuelle Arbeiten von 40 Visarte-Mitgliedern. Fünf davon, Katharina Bierreth-Hartungen, Nicolaj Georgiev, Veronika Matt, Manfred Naescher und Barbara Walder, stellen in den Pfrundbauten in Eschen aus.
Eschen. 

Die Idee der alle drei Jahre stattfindenden Gemeinschaftsausstellung von visarte.liechtenstein ist es, das aktuelle Kunstschaffen der in Liechtenstein tätigen Künstlerinnen und Künstler vorzustellen. Dieses Jahr sind 40 von 45 visarte-Mitgliedern mit Werken in acht Kulturhäusern vertreten. Die Pfrundbauten in Eschen zeigen Arbeiten von Katharina Bierreth-Hartungen, Nicolaj Georgiev, Veronika Matt, Manfred Naescher und Barbara Walder. Die fünf Ausstellenden in den Pfrundbauten in Eschen wählten als übergeordneten Titel «Malerei, Zeichnung, Installation» und schufen eigens für die Räume konzipierte Arbeiten. 

Fotostrecke: Triennale in Liechtenstein
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Triennale 2018
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Ausschnitte aus dem «Kino und anderen Realitäten»
Im ersten Raum, der etwas versteckt liegt, zeigt Manfred Naescher unter dem Titel «Ausschnitte» einen Einblick in sein neues Buchprojekt. Für dieses verfasste er Prosagedichte zum Thema Kino und andere Realitäten, aus denen er Ausschnitte in kleinen Büchlein an den Wänden präsentiert. Ebenfalls Ausschnitte aus dem Buchprojekt sind die gezeigten Aquarellbilder. Die meist farbenfroh umgesetzten Motive stammen aus ausgewählten Filmen und zeigen die Sequenz an einer definierten Zeit im Film. Diese reichen von Nahaufnahmen einer Landschaft bis zu Porträtbildern der Schauspieler. 

Über die Allgegenwärtigkeit des Krieges
Den Raum daneben bespielte Veronika Matt mit einer 16 Quadratmeter grossen Installation unter dem Titel «Maikäfer flieg». Für die Aufarbeitung dieses Kinderlieds, das von der Allgegenwärtigkeit von Kriegen handelt, fertigte Veronika Matt hunderte Gipsabgüsse von Patronen. Diese lackierte sie auf einer Seite farbig, dass sie auf den ersten Blick auch als Lippenstifte durchgehen könnten. Die Abgüsse arrangierte sie zu Mandalas in Herz- oder Häuschenformen, doch in der Mitte laufen die Patronen sinnbildlich für zwei gegnerische Heere aufeinander zu. Mit dieser Zweideutigkeit des Ästhetischen und Kriegerischen spielt Veronika Matt, obwohl sie mit ihrem Werk ganz klar auf die lange Zeit in Eschen produzierten Flap-Geschosse anspielt.

Fantasievolle Fabelwesen
Für seine Ausstellung im Obergeschoss sammelte Nicolaj Georgiev Wurzeln, Schneckenhäuser und weitere Naturmaterialien und ergänzte diese mit einer geformten Knetmasse, so dass sich fantasievolle Wesen ergaben. So schuf er beispielsweise aus einem Schneckenhäuschen Tiere mit drei Tintenfisch-Beinen oder aus einer Nussschale eine Maus. Diese ordnete er im Raum zu einer fast flächendeckenden Installation an und zog auch die Fensternischen mit ein. An einer solchen stellt er eine fein verästelte Natur-Skulptur aus, die durch die angebrachten Malereien an ein Hirschgeweih erinnert, aber eigentlich aus Holz ist.  

Die Welt des goldenen Zeitalters
Gleich daneben lädt Barbara Walder mit ihren grossformatigen Bildern in die Welt des goldenen Zeitalters ein. Die mehrfach beschichteten und teilweise mit weiteren Materialien angereicherten Leinwände zeigen vorwiegend abstrakte Bildnisse, in manchen – mit Schablonen erstellten Malereien – lassen sich auch Figuren erkennen. Dazu verwendete sie teils knallige, teils dunklere Farben, bei einem sogar Blattgold. Mit ihren Bildern will Barbara Walder Stimmungen erzeugen, die sie vor Kurzem erst von einer blinden Frau interpretieren liess.

Spinnenweben in Szene gesetzt
Im neu für Ausstellungen umfunktionierten Dachgeschoss in den Pfrundbauten wird es besonders für Spinnenphobiker gruselig. Katharina Bierreth-Hartungen, die sonst eher für ihre figürlichen Kleinskulpturen bekannt ist, sammelte für ihre Installation in den Pfrundbauten Spinnennetze und fixierte diese auf Acrylglas. Vor dem dunklen Hintergrund aus schwarzen Schachteln setzte sie die Acrylscheiben in Szene, so dass die unterschiedlich gewobenen, weissen Netze leuchtend hervorstechen. Damit möchte sie vor allem auf die faszinierenden Formen der Spinnennetze aufmerksam machen, was ihr gut gelingt. (mk)

Öffnungszeiten Pfrundbauten: Fr, 16 bis 20 Uhr, Sa/So 14 bis 18 Uhr

28. Sep 2018 / 17:59
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