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Internationales im Gasometer

Bis zum 6. Oktober zeigen acht Kulturhäuser des Landes aktuelle Arbeiten von 40 Visarte-Mitgliedern. Sechs davon, Fauzie As'Ad, Luigi Olivadoti, Ingrid Delacher, Arno Oehri, Anna Hilti und Dagmar Islitzer-Frick, stellen im Gasometer in Triesen aus.
Triennale in Liechtenstein
Das Werk «Liecht'n Stein» von Fauzie As'Ad. (Bild: Mirjam Kaiser)

Die Idee der alle drei Jahre stattfindenden Gemeinschaftsausstellung von visarte.liechtenstein ist es, das aktuelle Kunstschaffen der in Liechtenstein tätigen Künstlerinnen und Künstler vorzustellen. Dieses Jahr sind 40 von 45 visarte-Mitgliedern mit Werken in acht Kulturhäusern vertreten. Als erstes wird hier ein Überblick über die sechs im Gasometer ausstellenden Künstler gezeigt.

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Verweis auf umstrittene Zustände in einer Goldmine
Beim Betreten des Kulturhauses Gasometer in Triesen sticht den Besuchern als Erstes ein ausgehöhlter und in Streifen geschnittener Stein ins Auge, der innen goldig lackiert ist. Er ist Teil der Arbeit «Liecht'n Stein» von Fauzie As'Ad, die auf die umstrittenen Zustände in der Goldmine Grasberg in Indonesien verweist. Diese wurde von einer Partei- dargestellt als kopfloser Mann - zu (für die Bevölkerung) schlechten Konditionen an eine US-Firma verpachtet. Da dieser Vertrag bald ausläuft, wurde das Thema für den Wahl-Liechtensteiner wieder aktuell.

Immigrationsgeschichten nach Liechtenstein
Die hinteren Wände des Eingangsraumes gehören ganz Luigi Olivadoti und seiner Familiengeschichte. Eine der drei Werkgruppen thematisiert anhand von Anekdoten und Erinnerungen die Immigration seiner kalabrischen Familie nach Liechtenstein. So zeigen die farbigen Illustrationen und Texte beispielsweise auch die Geschichte von Verwandten, die nach Jahren zurück nach Italien zogen, sich dort aber nicht mehr heimisch fühlten und wieder zurück nach Liechtenstein kamen.

Wichtigkeit, sich für Umwelt einzusetzen

Im ehemaligen Maschinenraum des Gasometers zeigt Ingrid Delacher die Installation Planet grün zum Thema Welt und Umwelt. Anhand einer Weltkugel mit der Hervorhebung von typischen Merkmalen der einzelnen Kontinente sowie überdimensionalen, abstrahierten Regentropfen symbolisiert sie die Wichtigkeit, sich für die Umwelt einzusetzen und die natürlichen Ressourcen zu be-wahren. Diese Botschaft verdeutlicht sie mit einer eindrücklichen Landschaftsfotografie einer unberührten Natur.

Gletscherschmelze nicht rückgängig
Ein ähnliches Thema verfolgt Arno Oehri im Turmkeller mit seinem Requiem eines Gletschers, das aufzeigen soll, dass die Gletscherschmelze nicht rückgängig gemacht werden kann. Zu einer Installation aus einem schwarzen Altar, einem Bild wie auch Naturmaterialien aus dem Gebiet des Morteratsch-Gletschers ertönt die Klangkomposition «Requiem eines Gletschers». In dieser Art Totenmesse vereinen sich gesungene Töne von Wanderern mit den Tropfgeräuschen der Gletscherschmelze.

Legenden um Verschwinden des Ururgrossvaters
Genau das Gegenteil von Luigi Olivadotis Immigrationsgeschichte zeigt Anna Hilti im ersten Turmgeschoss. In teils skizzenhaften Illustrationen greift sie Legenden auf, die in ihrer Familie über ihren nach Amerika ausgewanderten und später verschwundenen Ururgrossvater verbreitet wurden. Diese teils flüchtigen Eindrücke erzählen zum Beispiel von einem Leben als Cowboy, der seinen Tod vortäuschte, um ein neues Leben anzufangen oder von einer Verwandten, die als Pinoccio dargestellt ist. Die Zeichnungen thematisieren aber auch die wahre Geschichte, nämlich vom Zugunglück des Auswanderers auf seinem Weg nach Hause. 

Landschaft nicht von dieser Welt
Zum Schluss des Rundgangs ist im Obergeschoss des Turmes nochmals eine ganz andere Arbeit zu sehen. Für das Werk «Nicht von dieser Welt» sammelte Dagmar Islitzer-Frick zahlreiche Tannzapfen aus Afrika, Europa und Kanada, die sie in den verschiedensten Blautönen- der Farbe der Unendlichkeit - lackierte. Diese sind auf einer ebenfalls blau eingefärbten Plastikfolie angebracht und vereinen sich in dieser Installation zu einer ganz eigenen Fantasielandschaft. (mk)

Öffnungszeiten Gasometer Triesen: Freitag, 16 - 20 Uhr, Sa/So, 14 - 18 Uhr, bis 6. Oktober

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