• Danceperados in Schaan
    Musik, Tanz, Danceperados of Ireland mit "Whiskey you are the Devil" Bild aufgenommen im Gemeindesaal SAL in Schaan am 04.02.2020 - Tanzshow, Irish Dance FOTO & COPYRIGHT: DANIEL SCHWENDENER  (Daniel Schwendener)

Teuflisch gut getanzt

Die Danceperados lösten mit irischem Stepptanz und Liveband im Schaaner SAL regelrechte Begeisterungsstürme aus.

Eigentlich müsste man diese Show zwei- oder dreimal sehen, um wirklich alles mitzubekommen. Um sowohl der Geschichte wie auch den Darbietungen folgen zu können. Was die Danceperados mit ihrer «Whiskey you are the devil!»-Show am Dienstagabend im SAL in Schaan boten, war eine ziemliche Reizüberflutung, aber durchaus im positiven Sinne: Zwei Stunden Whiskey-Geschichte, Tanz und Livemusik, als ob man sich in der irischen Kaderschmiede schlechthin befinden würde. Zugegeben, manchmal wäre etwas weniger mehr gewesen. Als beispielsweise Keyboarder Ciaran McLoughlin ein unglaublich virtuoses Tin-Whistle-Stück zum Besten gab und man im Hinter­grund einen weiteren interessanten Aspekt der irischen Geschichte mitbekommen hätte sollen. Diese «Doppelunterhaltung» lenk­­­te die Aufmerksamkeit zum Teil etwas zu stark von den grandiosen Musikern weg. Abgesehen davon liess ihr Programm «Whiskey you are the devil!» keine Wünsche offen, denn die Danceperados lieferten auf der ganzen Linie eine Show auf höchstem Niveau.

Fotostrecke: Danceperados of Ireland in Schaan
Danceperados of Ireland
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Begeisterung von der ersten Minute an
Gleich zu Beginn startete die sechsköpfige Liveband mit dem Reel «The Hills of Connemara» rasant ins Programm. Dazu zeigten die sechs Stepptänzerinnen und vier Stepptänzer eine ebenso rasante, aber doch taktvolle und äusserst synchrone Choreografie, die der Gruppe bereits den ersten kräftigen Applaus bescherte. Nach dem schnellen Einstieg ging es bedächtig weiter mit der Eigenkomposition «John Barley­corn» des Gitarristen Eamon McElholm. Durch den prägnanten Gesang und die melancholischen Melodien liess sie den Zuhörer in die Atmosphäre eines irischen Pubs eintauchen. Passend dazu liefen auf einer Leinwand im Hinter­grund Videoprojektionen über das bäuer­­liche Leben Irlands sowie die Schritte der Whiskey-Herstellung. Bei der folgenden Tanznummer, diesmal ohne Steppschuhe, zeigten die sechs Tänzerinnen ihre höchsten Sprünge und rasante Wechselschritte, die sehr beeindruckten. Vor der nächsten Nummer wies Leadsängerin Geraldine MacGowan charmant auf die irischen Eigenarten hin: «Wenn wir Musik hören, können wir nicht ruhig bleiben: Entweder klatschen wir, juchzen oder stampfen mit den Füssen.» Dass diese aktive Mitwirkung auch beim Schaaner Publikum funktioniert, erfuhr MacGowan gleich beim nächsten Lied «The Pure Pot Still», bei dem die Gäste im Takt klatschten. 

Während «The Pure Pot Still» die Reinheit des ursprünglichen irischen Whiskeys thematisiert, handelt «The Angels’ Share» von der Verdunstung des Lebenselixiers. «Wie der Whiskey werden auch unsere Tänzer von Jahr zu Jahr besser», scherzte MacGowan, die sogleich auch ihre Künste an der irischen Bodhran-Trommel unter Be-weis stellte. Wie hoch das Niveau der Tänzer war, zeigten sie beim folgenden rasanten Tanzduell, das in eine Gesamtchoreografie überging. Die Tänzer brachten mit ihren anspruchsvollen, teils entgegengesetzten Rhythmen ein richtiges Steppkonzert auf die Bühne, das in einem rasenden Finale gipfelte und einen entsprechend frenetischen Applaus auslöste. Bei den Balladen «Just a note, wild wild Whiskey», «Ned on the Hill» oder «Saved by a single Malt» kam die rauchige Stimme MacGowans hervorragend zur Geltung, die trotz 55-jährigem Bühnenjubiläum noch immer eine unglaubliche Spielfreude und Leidenschaft ausstrahlt. Dass die Musiker auch spanische Rhythmen beherrschen, zeigten sie beim Song «The Spanish Connection», der nahtlos zwischen irischen und spanischen Melodien hin und her sprang. Beim folgenden Tanzstück «Dancing Delirium» kam Choreograf Michael Donnellan eine doppelte Rolle zu: Einerseits studierte er die Whiskey-Fass-Performance mit den Profitänzern ein, andererseits war er als Beatboxer im eingeblendeten Video zu sehen, der den Tänzern den Takt vorgab. Auch wenn Donnellan grossen Wert auf den traditionellen Charakter seiner Choreografien legt, baute er bei manchen Stücken wie dem eben erwähnten «Dancing Delirium» oder auch beim «Brush Dance» (mit Besen) moderne Elemente ein, die den Danceperados einen eigenen, speziellen Charakter verleihen. 

Unglaubliche «Fussfertigkeit» 
In mehreren Duellen bewiesen die Tänzerinnen und Tänzer ihre unglaubliche «Fussfertigkeit», die das Publikum zu richtigen Begeisterungsstürmen hinriss. Doch auch die Band alleine vermochte restlos zu überzeugen, zum Beispiel, wenn Dermot Byrne zum faszinierenden Akkordeonsolo ansetzte, Sängerin Geraldine MacGowan ihre Eigenkompositionen anstimmte oder Schlagzeuger Paddy Doyle die unterschiedlichsten Klänge aus einer Bodhran rausholte. Die Musiker wie auch Tänzer performten in einer unglaublichen Perfektion und in einem Tempo, das nur zum Staunen einlud – und dies alles live, wie MacGowan zum Schluss betonte. Diese Leistung dankte das Publikum mit minutenlangem Applaus und Standing Ovations, womit es sich noch zwei Zugaben erklatschte. (mk)

06. Feb 2020 / 21:23
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