• Kinder schreiben Geschichten TAK
    71 Kinder freuten sich darüber, dass es ihre Geschichten ins Buch geschafft haben.  (zvg)

Kinder schreiben Liechtensteiner Geschichten

Anlässlich der 300-Jahr-Feier beschäftigte sich das TAK-Schreibprojekt dieses Mal mit Erzählungen rund um Liechtenstein. Die Schüler reichten 280 Texte ein, wovon es 71 ins Buch geschafft haben.

Das TAK platzte gestern Abend aus allen Nähten – Schuld waren einerseits die 280 aufgehängten Texte, andererseits die vielen neugierigen Eltern und Angehörigen. Diese wollten wissen, was für Liechtensteiner Geschichten ihre Kleinen zur 300-Jahr-Feier auf das Papier gebracht haben. Handgeschriebene Werke mischten sich mit an der Tastatur verfassten Texten, wobei Zeichnungen zwischendurch für eine bunte Auflockerung sorgten. Sortiert waren die Werke nach Schulklassen, die quer durchs Land führten. Mit der International School Rheintal in Buchs trugen auch Kinder über dem Rhein zu der Sammlung bei. Die jungen Künstler weisen eine Altersspanne von sieben bis 13 Jahren auf.

Weite Zeitsprünge: Von 1719 bis 4019

Von den fast 300 Texten haben es 71 Einsendungen in die diesjährige Veröffentlichung des TAK-Schreibprojekts geschafft. Für die Auswahl waren der Ruggeller Multimediakünstler Arno Oehri, der mit seinem «Klanglabor» sowohl lesend als auch musikalisch durch den Abend führte, und die österreichische Schriftstellerin Erika Kronabitter zuständig. «Es braucht auch Glück, um in das Buch zu kommen. Alle Beiträge sind wertvoll. Deshalb haben wir sie im Foyer aufgehängt», meinte Georg Biedermann, Leitung Kinder- und Jugendtheater TAK.

Als roter Faden zieht sich Liechtensteins runder Geburtstag durch die Sammlung. So blicken einige Geschichten zurück und stellen sich die Frage, wie Liechtenstein überhaupt entstanden ist. Die neunjährige Lea von Loesch findet die Antwort ganz einfach: Ein leuchtender Stein hat dem Land seinen Namen gegeben. Elias Schädler, der zwei Jahre älter ist, berichtete von einer Zeit, als sowohl das Unter- als auch Oberland noch ihre eigenen Fürsten hatten. Beide strebten nach mehr Gold und gingen deshalb einen Pakt mit dem Teufel ein. Weil die Blaublütigen sich nicht an die Abmachung hielten, rächte sich dieser mit einem Sumpfmonster. Nur durch die Zusammenarbeit der beiden Grafschaften konnten der Teufel und seine Gefolgschaft vertrieben werden, was zur Vereinigung führte.

Andere Schüler wagten hingegen einen Sprung in die Zukunft, so zum Beispiel der zehnjährige Schaaner Nicolas Frick. In seiner Erzählung, die er selbst vorlas, weckt Lukas im Jahr 2119 das Triesenberger Dornröschen aus ihrem 100-jährigen Schlaf; die Dauer bestätigt ein altes Busbillet von 2019. Den öffentlichen Verkehr haben die Leute bis dahin scheinbar vergessen, denn bis zum 400. Geburtstag des Landes werde es nur noch fliegende Autos geben. Für den langen Schlummer macht Dornröschen einen Abstecher zur Sücka verantwortlich: «Der Käse war so sauer, dass ich 100 Jahre einschlief.» Etwas weiter in die Zukunft blickte die gleichaltrige Nathalie Deicha. In einem Videobeitrag schilderten die Mitschüler ihre Gedanken zum Jahr 4019: «Wird es in 2000 Jahren wohl noch Frisbees und Hundesitter geben?»

Die nächste alternative Hymne fürs Land?

Dass eine Klangperformance durch die Buchpräsentation führte, hatte durchaus seinen Grund. Denn in der Sammlung geht es nicht nur literarisch, sondern auch musikalisch zu und her. Für den «Liechtenstein-Thriller» bat Arno Oehri die Mittelstufe der Primarschule Schaan auf die Bühne, um Ryan Seles Geschichte über einen unsterblichen Liechtensteiner Mörder, den die Landespolizei nie erwischt, gemeinsam zu rappen. Zum Abschluss hatte der junge Chor einen weiteren Auftritt mit dem «Klanglabor», wobei ihnen Rebecca Zauner mit ihrem Lied «Oh du mis liabe Land» wahrlich eine Herausforderung bot. «Sie hat keine Noten mitgeliefert, also haben wir uns etwas ausgedacht», so Oehri.  Zwei Strophen daraus lauten: «Der Rhii schlängelt sich durchs Land, trennt's Liachtasta und d'Schwiz usanand. Öber Vaduz ragt dis Schloss, d'Förschtafamilia isch der Big Boss.» Nach einigen Ansätzen stimmte das Publikum in den titelgebenden Refrain ein. «Bei diesem Lied darf das ganze Land mitsingen», forderte die Musikerin Denise Kronabitter zur Teilnahme auf.

Nach der Veranstaltung überreichte Georg Biedermann das erste Exemplar an Erbprinzessin Sophie. Mit Landtagspräsident Albert Frick, Schulamtsleiter Arnold Kind und Thomas Büchel, Leiter Amt für Kultur, wohnten weitere Ehrengäste der Veranstaltung bei. Selbstverständlich erhielten auch die 71 Schüler, welche die 157 Seiten gefüllt haben, ein Buch. Selbst das Titelbild, welches Schloss Vaduz abbildet, stammt aus der Hand einer Schülerin, nämlich von Helena Brunhart. Wer lesen möchte, mit welcher Geheimwaffe der Fürst einen Angriff auf Schloss Vaduz zurückdrängt, was für eine Weltmeisterschaft in Malbun ausgetragen wird oder welche Pflicht den Pfarrer mit den Sagenfiguren des Landes verbindet, sollte sich «Kinder schreiben Liechtensteiner Geschichten» besorgen. Vielleicht findet sich darin ja der erste Beststellerautor des Landes, sofern  die Schreiblust über das Projekt hinaus erhalten bleibt. (gk)

17. Mai 2019 / 22:40
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