• Präsentierten eine rundum gelungene Akrobatik-Show: Tamara Kaufmann, Marion Büchel und Deniz Doru.  (Tatjana Schnalzger)

Hohe Kunst am Boden wie in der Luft: Vaduz Classic

Wenn sich zwei Künste vereinen, ist dem Publikum ein Kulturgenuss garantiert. Wie am Freitag beim zweiten Vaduz-Classic-Abend im Vaduzer Saal. Zum einen verzauberte Tamara Kaufmanns Luftakrobatik-Choreografie, zum anderen verzauberte das Ensemble Esperanza die Besucher mit seiner Musik.
Vaduz. 

Neckisch berühren sie sich – mal am Boden, mal in der Luft. Bis sie schliesslich eins werden.  So wie ihr Tanz mit der Musik – so wie ihre Bewegungen mit Luft und Boden. In ihrer Luft-akrobatik-Show erzählt Cho-reografn Tamara Kaufmann eine Geschichte, wie sie das Leben schreibt. Gezeichnet von Höhen und Tiefen. Getanzt von ihr selbst, zusammen mit Deniz Doru aus München und Marion Büchel aus Balzers.

Fotostrecke: Vaduz Classic Galakonzert
Galakonzert Vaduz Classic

Es ist die Geschichte einer Liebe, die sie teilen, und dabei das Glück mit einem Kind grösser werden lassen. Es ist die Geschichte eines Kindes, das später als Teenager die grosse weite Welt entdeckt. Und gemeinsam mit seiner Mutter ein Schicksal teilt: Den Vater Richtung Himmel ziehen lassen zu müssen.  Ob am Seil oder am Boden: Die beiden Tänzerinnen und der Tänzer boten eine Luftakrobatik-Show, die unter die Haut ging. Einerseits ist es Tamara Kaufmann mit ihrer Choreografie gelungen, jeden einzelnen Besucher im Herzen zu be-rühren. Andererseits waren es Bewegungen, Ausdruck und Professionalität, die insbesondere eines hinterliessen: Begeisterung. 

Höchste Bewunderung nach gesteigerter Spannung
Eindrücklicher hätten die drei Tänzer den zweiten Vaduz-Classic-Abend nach der Pause nicht abrunden können. Sie selbst würden es vielleicht als Wermutstropfen bezeichnen, dass die Show bereits nach wenigen Sekunden wegen technischen Problemen unterbrochen und nach ein paar Minuten  neu begonnen werden musste. Doch genau diese Minuten liessen die Spannung steigen – und die Bewunderung für eine schliesslich unvergessliche Show noch grösser werden.  So unvergesslich wie der Abend zu Ende ging, so einzigartig hatte er mit dem Ensemble Esperanza begonnen. Stipendiatinnen und Stipendiaten der Musikakademie verzauberten mit ihren Klängen das Publikum im Vaduzer Saal. Angefangen mit Victor Herberts «Air de Ballet» aus «Drei Stücke für Streichorchester» stimmten sie auf einen Hörgenuss von höchster Qualität ein. Rasante, energische Klänge wechselten sich mit langsamen, verträumten ab. Es folgte später «St. Paul’s Suite» von Gustav Holst sowie die eindrücklichen «Purple Haze Variations» von Daniel Schnyder, beziehungsweise Jimi Hendrix. Um eine Zugabe kam das Ensemble nicht drumherum. Denn die Musikerinnen und Musiker berührten die Besucher mit Gefühlen wie Sehnsucht, Träumerei und Lebenskraft und begeisterten letztendlich mit wahrer Passion. 

Kian Soltani verzaubert mit dem Ensemble Esperanza
Wenn von Passion die Rede ist, darf ein Name nicht fehlen: Kian Soltani. Denn wenn Kian Soltani auf seinem Violoncello musiziert, öfnen sich Welten: Individualität, Ausdruckstiefe und  ein charismatisches Auftreten zeichnen den jungen Österreicher mit iranischen Wurzeln aus. Gemeinsam mit dem Ensemble Esperanza präsentierte er gestern Peter I. Tschaikowskis «Variationen über ein Rokoko- Thema». Damit wollte ihn das Publikum aber noch nicht gehen lassen, es folgten ganze drei Zugaben, die der Solist mit solch einer Hingabe spielte, die wahrhaftig in den Bann zog. Für seine dritte und letzte Zugabe wählte er gar eine Eigenkomposition: «Persischer Feuertanz.» Ob er denn überhaupt noch Zeit habe, eigene Werke zu komponieren, fragte ihn Michaela Braun, Mitglied der Stiftung Vaduz Classic, in der Pause. Dafür nehme er sich die Zeit, er könne sich den Tag selbst einteilen, sagte er vor dem Publikum. «Würde ich nicht beruflich täglich Musik machen dürfen, würde ich ohnehin täglich auf meinem Violoncello spielen», sagte er. Er habe das Glück gehabt, seine Leidenschaft zum Beruf machen zu können.  Was seine Karriere anbelangt, spiele Liechtenstein eine zentrale Rolle. Ob im Rahmen von «Musik und Jugend» oder der heutigen internationalen Musikakademie sei er von Drazen Domjanic stets gefördert worden. So gefördert, dass ihm wichtige Türen offenstanden, durch die er schliesslich gehen durfte. Sein Violoncello ist übrigens eine Leihgabe und ist über 300 Jahre alt. «Auf ihm zu spielen, ist nicht nur einzigartig, sondern auch eine grosse Verantwortung.» Ob im Auto oder im Flugzeug, wo er extra dafür einen Sitz neben sich kaufe, passe er stets gut auf es auf. «So umsichtig und vorsichtig wie auf ein 300 Jahre altes Baby.» (bfs)

Am Donnerstag eröffnete der chinesische Starpianist Lang Lang das Festival. Hier gehts zu den Fotos: 

Fotostrecke: Eröffnung Vaduz Classic
Eröffnung Vaduz Classic
Eröffnung Vaduz Classic
Eröffnung Vaduz Classic
Eröffnung Vaduz Classic
Eröffnung Vaduz Classic
Eröffnung Vaduz Classic
Eröffnung Vaduz Classic
Eröffnung Vaduz Classic
Eröffnung Vaduz Classic
Eröffnung Vaduz Classic

 

24. Aug 2019 / 11:37
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