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«Ich bin derzeit skeptisch betreffend dem Liechtensteiner Markt»

Helmuth Beck hat gemeinsam mit Richard Morscher, Harti Weirather und Emil Frick das grösste Geschäftsgebäude des Landes realisiert.

Herr Beck, was hat den Ausschlag gegeben, den Kokon Corporate Campus zu bauen?Helmuth Beck: Wir wollten mit dem Kokon Corporate Campus ein Zuhause für Unternehmen schaffen, die Wert auf ein gutes Umfeld für ihre Mitarbeiter legen – weil sie das höchste Gut für jede Firma sind. Unser Ziel war es, eine Wohlfühloase zu realisieren, die Unternehmen beim Kampf um die besten Talente einen entscheidenden Vorteil bietet. 

Warum haben Sie sich aus­gerechnet für Ruggell als Standort entschieden?
Für mich war von Anfang an klar, dass ein solcher Corporate Campus in Ruggell entstehen muss. Bei 20 000 Pendlern ist die Gemeinde aufgrund der Grenznähe und der guten Autobahnanbindung einfach der richtige Standort. Die wirtschaftsfreundliche Gemeinde hat den Grundstein dafür gelegt, dass wir Grundstücke zu attraktiven Konditionen im Baurecht erwerben konnten. 

War es schwierig, die Investoren wie Richard Morscher und Harti Weirather vom Projekt zu überzeugen?
Nein, das war von Anfang an eigentlich ein Selbstläufer. Wir waren uns einig, dass wir Grosses erschaffen wollen – und genau das haben wir getan: Kokon I und II erstrecken sich auf einer Gesamtfläche von rund 44 000 Quadratmetern. 

Verraten Sie uns, wie viel Geld Sie und die Investoren in die Hand genommen haben?
Nein, diese Zahlen sind nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Um die Dimension des Projektes zu veranschaulichen, gibt es aber eine Reihe von anderen Zahlen. Zum Beispiel, dass rund 22 000 Quadratmeter Büro- und Dienstleistungs­flächen entstanden sind. Der umbaute Raum beträgt sogar 
145 000 Kubikmeter. Dies entspricht einem Bauvolumen von etwa 200 Einfamilienhäusern. 
40 Firmen haben im Kokon inzwischen eine Heimat gefunden.  

Das klingt nach einem erfolgreichen Projekt. Ist die Auslastung dement­sprechend gut?
Ich würde es sogar ein äusserst erfolgreiches Projekt nennen. Die Auslastung liegt heute kurz vor Fertigstellung bereits bei 
95 Prozent. 

Sie haben die Gemeinde Ruggell gelobt. Planen Sie dort künftig weitere Immobilienprojekte?
Ruggell ist ein Vorbild in puncto Wirtschaftsfreundlichkeit und daher gilt ihr ein grosses Dankeschön. Trotzdem planen wir derzeit keine weiteren Projekte in Liechtenstein. Im bin derzeit skeptisch betreffend den Liechtensteiner Markt und die Wirtschaftspolitik, da der Leerstand sehr hoch ist. Es müsste sich 
betreffend Zuzug unbedingt etwas ändern. 

Sie würden also für eine Öffnung der Grenzen plädieren?
Ja, absolut. Es gibt tausende Schweizer, die in Liechtenstein arbeiten, aber nicht einmal eine Quellensteuer abführen müssen. Die Wertschöpfung der rund 20 000 Pendler bleibt damit nicht im Land. Es ist eine Farce, wenn Arbeitskräfte aus dem benachbarten Ausland gar nicht in Liechtenstein wohnen dürfen – nicht einmal aus der Schweiz. Die Angst vor Überfremdung ist aus meiner Sicht unbegründet. 

Eine Abschlussfrage: Haben Sie Angst, das Casino als wichtiger Mieter könnte angesichts der grossen Konkurrenz bald in unruhiges Fahrwasser geraten?
Nein, überhaupt nicht. Es gibt keine bessere Lage für ein Casino in Liechtenstein, weil es die Dorfgemeinschaft wenig berührt. Durch den neu geplanten Kreisverkehr wird die Ruggeller Bevölkerung auch vom Durchgangsverkehr nichts mehr merken. Darüber hinaus ist das Casino in Ruggell ein First-Mover, der seine Position am Markt bereits gestärkt hat. Es wundert mich, dass andere bereit sind, zusätzlich in neue Projekte zu investieren. (dal)

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