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Projekt «Clunia»: Showdown zwischen drei Anwärtern

Der Projektwettbewerb für die Kernentwicklung von Nendeln geht in eine zweite Runde. Keine der 16 Eingaben konnte restlos überzeugen.
Zentrum Nendeln
Drei anonymisierten Bewerber befinden sich noch im Rennen um den Zuschlag für die Nendler Zentrumsentwicklung. (Bild: Tatjana Schnalzger)

Die Gestaltung und Aufwer-tung des «gefühlten» Nendler Dorfkerns an der Churer Strasse beschäftigt kommunale Politik und Bevölkerung schon seit annähernd zehn Jahren. In vielem sei der Eschner Weiler mit anderen Dörfern vergleichbar, weiss Vorsteher Tino Quaderer. «Was jedoch fehlt und von vielen Bewohnern vermisst wird, ist ein öffentlicher Begegnungsraum. Ein Ort, wo sich das Dorfleben abspielt, wo man sich treffen kann, wo der Alltag stattfindet; aber auch wo gefeiert, musiziert und getanzt wird.»

Diese Sehnsucht fand gegen Ende des vergangenen Jahres auch an der Urne ihren Ausdruck. Am 25. November bewilligten die Bürger –  wenn mit 43 Stimmen Unterschied auch nur hauchdünn – einen Verpflichtungskredit über 11,9 Millionen Franken und erteilten der Gemeinde Eschen-Nendeln damit den Auftrag, das im Dialog mit der Bevölkerung nach und nach erarbeitete Projekt «Clunia» zu realisieren.

Anforderungsreiches Wettbewerbsprogramm

Als einen ersten Schritt dorthin lancierte die Gemeinde im Frühjahr 2019 einen Projektwettbewerb. Dabei wurde darauf geachtet, dem knappen Abstimmungsergebnis und der Skepsis, die darin zum Ausdruck kam, Rechnung zu tragen. In der Anlage des Wettbewerbsprogramms, erklärt Quaderer daher, sei versucht worden, auch den im Vorfeld vorgebrachten Anliegen und Anregungen möglichst gerecht zu werden. Zum einen sei dies über die Zusammensetzung der Wettbewerbsjury und über beratende Funktionen geschehen, zum anderen über die konkreten Ziele und Anforderungen des Wettbewerbs.

Daraus resultierte die Ausformulierung einer Reihe von Kernelementen, welche die Teilnehmer bei ihren Projekteingaben zu berücksichtigen hatten: ein Zentrumshaus mit einem 200 Besucher fassenden Veranstaltungsraum und Vereinsräumen, die Aussenraumgestaltung im Bereich der Kapelle und des Zentrumshauses, die Neugestaltung des Kirchplatzes, eine Parkierungslösung in Gestalt einer Tiefgarage und von Aussenparkplätzen sowie Ideen für die Bebauung und Erschliessung der drei umliegenden Parzellen inklusive eines Etappenplans.

Drei Kriterien ungenügend erfüllt

Von den insgesamt 21 Architekturbüros, die von der Gemeinde zur Teilnahme am anonym durchgeführten Wettbewerb eingeladen wurden, reichten am Ende 16 ein Projekt ein. Bei deren Beurteilung in ihren Sitzungen am 16. und 18. September stellte die Wettbewerbsjury zwar eine «insgesamt hohe Projektqualität» fest, wie Vorsteher Tino Quaderer festhält. Allerdings habe keiner der Beiträge die Kriterien «ortsbauliche und architektonische Qualitäten», «Organisation und funktionale Verknüpfung» sowie «Wirtschaftlichkeit/Kosten» in genügender Weise erfüllt. Für die Jury letztlich keine Basis, ein Siegerprojekt zur Weiterbearbeitung zu empfehlen.

Frist läuft bis Ende Januar 2020

Stattdessen tritt der Wettbewerb nun in eine zweite Phase ein, zu welcher nur noch drei ausgewählte Beiträge zugelassen sind. Auf der sogenannten Bereinigungsstufe erhalten die betreffenden Architekturbüros die Möglichkeit, ihre Projekte im Lichte der Rückmeldungen des Preisgerichts nochmals zu justieren und zu verfeinern. Über die detaillierten Modalitäten sollen die bereffenden Büros laut Quaderer im Lauf des Oktobers informiert werden. Um die Anonymität der Teilnehmer zu wahren, wird dies via einen zwischengeschalteten Anwalt geschehen. Anschliessend haben die drei Finalisten bis Ende Januar 2020 Zeit, ihre Beiträge entsprechend zu modizifieren. Auch wenn die Wettbewerbsdauer durch die zweite Runde um gut vier Monate verlängert wird - auf den ursprünglich ins Auge gefassten groben Fahrplan soll dieser Umstand keinen Einfluss haben, wie Tino Quaderer versichert. «Es gilt weiterhin folgender Terminrahmen: 2020 Planungsbeginn, 2021 Baubeginn, circa 2023 Inbetriebnahme.» (bo)

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