• BLUME, KROKUS, BIENE, BESTAEUBEN, BESTAEUBUNG,
    Vaduz möchte spürbare Zeichen gegen das Insektensterben setzen.  (Keystone)

Vaduz hat ein Herz für Insekten

Mit dem Projekt «Vaduz summt» soll ein Beitrag zur Biodiversität geleistet werden.

Seit vielen Jahren nimmt die Zahl der Insekten rapide ab. In den vergangenen drei Jahrzehnten verringerte sie sich gemäss wissenschaftlichen Studien aufgrund von intensiver Landwirtschaft, des Einsatzes von Pestiziden und Insektiziden sowie des Verlusts von Lebensräumen weltweit um 75 Prozent. Vaduz möchte diesen «dramatischen Entwicklungen» im Rahmen seiner Möglichkeiten entgegenwirken, wie dem Protokoll der Gemeinderatssitzung vom 4. Februar zu entnehmen ist. Geschehen soll das mit dem Projekt «Vaduz summt». Während fünf Jahren wird die Gemeinde ab Frühling 2020 diverse praktische Massnahmen ergreifen und so einen Beitrag zur Wahrung und Förderung der Biodiversität leis-ten. In erster Linie, heisst es im gleichen Sitzungsprotokoll, gehe es darum, Lebensräume für Insekten zu schaffen. Stark gewichtet werden soll aber auch der Aufklärungs- und Bildungsgedanke. Für das gesamte Projekt hat der Gemeinderat Investitionen in Höhe von gut 170 000 Franken bewilligt.

Kindersensibilisierung über spielerische Formate
Hinsichtlich der Wissensvermittlung fokussiert «Vaduz summt» insbesondere den Nachwuchs. «Umweltschutz kann nur nachhaltig umgesetzt werden, wenn wir bereits die Jüngsten unserer Gesellschaft mit einbinden», hat man im Gemeinderat richtigerweise festgestellt. Ermöglicht werden soll den Kindern der Zugang zum Thema über speziell für Sechs- bis Elfjährige konzipierte Veranstaltungen, die eine stark ausgeprägte spielerische Komponente aufweisen und von ausgebildeten Umweltpädagogen geleitet wer-den. Aber auch der breiten Bevölkerung soll das «Vaduzer Summen» zu Ohren kommen, weshalb das Projekt von einer umfassenden Öffentlichkeitsarbeit begleitet wird.

In deren Zuge werden dann auch all die Massnahmen thematisiert, die den Insekten das Leben im Hauptort schmackhafter und leichter machen sollen. Dazu zählt etwa die Förderung der Pflanzenvielfalt oder die Auflichtung und stufenweise Gestaltung von Waldrändern als besonders belebte Teile eines Waldstücks. Ferner sollen die bereits bestehenden Bestrebungen, mehr Blühflächen anzulegen, noch weiter intensiviert werden und – ergänzend hierzu – spezielles Insektennährgehölz angepflanzt werden.

Das Zuhause für Insekten im heimischen Garten
Nicht zuletzt können aber auch die Vaduzer Einwohnerinnen und Einwohner selbst ihr Herz für Insekten entdecken respektive unter Beweis stellen – und zwar im eigenen Garten. Um den Tatendurst der Bevölkerung zu befeuern, stellt die Gemeinde auch einen finanziellen Anreiz in Aussicht. Pro Jahr werden bis zu zehn Expertenberatungen für die Umsetzung eines insektenfreundlichen Pflanzkonzepts grosszügig subventioniert. Die Einmalförderung beläuft sich gemäss Gemeinderatsprotokoll auf 50 Prozent der Kosten, ist allerdings auf maximal 600 Franken beschränkt. (bo)

20. Feb 2020 / 05:00
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