• Fasnachtsumzug in Vaduz
    Der Vorfall ereignete sich am Fasnachtsumzug in Vaduz vom vergangenen Samstag.  (Daniel Schwendener)

Mädchen beschimpft – Polizei ermittelt

In Vaduz wurde ein junges dunkelhäutiges Mädchen von einem Umzugsteilnehmer als N*ger beschimpft. Jetzt ermittelt die Polizei.

Tolles Wetter, so viele Fasnachtsbutzis wie seit sieben Jahren nicht mehr und ausgelassene Stimmung: Das alles gab es am vergangenen Samstag am Vaduzer Fasnachtsumzug. Doch leider nicht nur das: Im Rahmen des Umzugs ereignete sich ein rassistischer Vorfall, wie nun bekannt wurde. «Ein junges Mädchen wurde von einem betrunkenen jungen Mann von einem Partywagen herab mehrmals als N*ger beschimpft», berichtet eine Zeugin in den sozialen Medien. Nun ermittelt die Polizei. Und auch die Fasnachtsgesellschaft Vaduz, Organisator des Umzugs, wird – sofern die Ermittlungen den Vorfall bestätigen – darauf reagieren und will die Gruppe im kommenden Jahr vom Umzug ausschliessen.

Es droht Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren
Als die Landespolizei von diesem Vorfall erfahren hat, liess sie mit Blick auf die gesetzliche Lage sofort wissen, dass Ermittlungen eingeleitet werden und allenfalls eine Strafanzeige gestellt wird. «Dieser Vorfall erfüllt den Straftatbestand der Diskriminierung», so Mediensprecherin Sibylle Marxer. Geregelt ist dies im Strafgesetzbuch unter Paragraph 283, in dem es heisst: «Mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren ist zu bestrafen, wer öffentlich gegen eine Person oder eine Gruppe von Personen wegen ihrer Rasse, Sprache, Nationalität, Ethnie, Religion oder Weltanschauung, ihres Geschlechts, ihrer Behinderung, ihres Alters oder ihrer sexuellen Ausrichtung zu Hass oder Diskriminierung aufreizt.»

Besonders erschreckend im vorliegenden Fall: Offenbar hat keiner der Anwesenden, welche die Beschimpfungen gehört haben, eingegriffen oder das Mädchen in Schutz genommen. «Der rassistische Looser hat sie weniger beschäftigt als die Tatsache, dass die Anwesenden nicht reagiert haben», erzählt die Zeugin auf «Facebook». Da habe es einfach nur geheissen: «Der ist halt betrunken …»

FGV verurteilt Vorfall aufs Schärfste
Besonders schockiert zeigt sich auch der Veranstalter der Vaduzer Fasnacht, die Fasnachtsgesellschaft (FGV). Präsidentin Larissa Klein verurteilt das Benehmen des Umzugsteilnehmers aufs Schärfste. «Sollten die Ermittlungen der Polizei den Vorfall bestätigen, wird die betroffene Person und allenfalls die gesamte Gruppe, sofern bekannt, künftig vom Umzug in Vaduz ausgeschlossen», so Klein. Die Fasnachtsgesellschaft spreche sich klar und deutlich gegen jede Form von Diskriminierung und Ausgrenzung aus. «Da hört jeder Spass auf. Auch unter Alkoholeinfluss ist ein solches Verhalten nicht zu entschuldigen. Das dulden wir auf keinen Fall und bedauern es sehr, dass das betroffene Mädchen dies bei einem unserer Anlässe erleben musste.»

In einem anderen Fall vorbildlich reagiert
Wie es auch anders gehen kann bzw. wie wichtig es ist, dass das Umfeld bei einem rassistischen und diskriminierenden Vorfall ohne zu zögern reagiert, zeigte sich am vergangenen Freitagabend übrigens in der dritten deutschen Bundesliga. Bei der Partie zwischen Preussen Münster und den Würzburger Kickers kam es gegenüber einem dunkelhäutigen Spieler zu einem rassistischen Vorfall von den Zuschauerrängen. Genauer gesagt von einem Zuschauer. Er gab Affenlaute von sich – und die anderen Fussballfans zeigten so lange mit dem Finger auf den Mann, bis dieser von den Ordnungskräften gestellt wurde. Unter unüberhörbaren «Nazis raus»-Rufen» wurde der Rassist aus dem Stadion geführt und verhaftet. (dv)

17. Feb 2020 / 23:37
Geteilt: x
1 KOMMENTAR
Primitiv
Wie primitiv ist das denn! Hoffentlich findet man diesen geistig minder bemittelten Looser!
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 18.02.2020 Antworten Melden

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