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Eingeschlepptes Nagetier mag Klimawandel

Optisch zwischen Biber und Ratte angesiedelt, hat die aus Südamerika stammende Nutria auch den Beinamen "Biberratte". Als eingeschleppte Art ist sie mit ihrem destruktivem Verhalten nicht willkommen. Der Klimawandel fördert aber ihre Verbreitung in Europa.
Nutrias sind niedlich (hier Geschwister mit einem seltenen Albino-Exemplar). Freilich wurde das südamerikanische Tier in Europa eingeschleppt und verhält sich destruktiv. Seit 2015 soll seine Ausbreitung minimiert werden. Doch dank dem Klimawandel ist es den Nagern hier immer wohler. (Archivbild)
Nutrias sind niedlich (hier Geschwister mit einem seltenen Albino-Exemplar). Freilich wurde das südamerikanische Tier in Europa eingeschleppt und verhält sich destruktiv. Seit 2015 soll seine Ausbreitung minimiert werden. Doch dank dem Klimawandel ist es den Nagern hier immer wohler. (Archivbild) (Bild: Keystone/AP/MICHAEL PROBST)

Seit 2015 findet sich das Nagetier auf der EU-Liste jener eingeschleppten Arten, deren Ausbreitung in Europa verhindert werden soll. Nutrias wurden vor allem im Zuge des weitgehenden Zusammenbruchs des Pelztiermarkes in Europa oft ausgesetzt. Das hatte zur Folge, dass das anpassungsfähige Tier mit etwas kleineren Massen als ein Biber in vielen Teilen des Kontinents mittlerweile gehäuft auftritt.

Die meisten Kolonien gibt es in der Schweiz, Deutschland und Österreich, aber auch in Frankreich, Italien und Tschechien nimmt der Bestand mancherorts schon schädliche Ausmasse an, heisst es am Donnerstag in einer Aussendung der Universität Wien.

Im Norden hätt's noch Plätze frei

Im Fachmagazin "NeoBiota" ging ein Forschungsteam um Anna Schertler und Franz Essl der Frage nach, in wieweit Nutrias sich in Europa noch vermehren könnten. Die auf Basis von Verbreitungsdaten der Tiere über den ganzen Kontinent hinweg und Klimaprognosen getroffene Antwort ist demnach, dass Nutrias noch viel Luft nach oben haben.

"Es zeigte sich, dass die derzeit bekannten Vorkommen nicht einmal die Hälfte der potenziell geeigneten Fläche in Europa abdecken". Es sei daher mit einer deutlichen weiteren Ausbreitung zu rechnen, so Essl. Dazu komme, dass auch durch die klimatische Erwärmung "nördlichere Regionen zunehmend nutriafreundlicher" würden. "Wie die Art auf trockenere und heissere Bedingungen im Süden reagieren wird, sollte aber noch genauer erforscht werden", sagte Schertler.

Bitte nicht füttern!

Da die Tiere in der Landwirtschaft oder durch ihre Höhlensysteme in Uferbereichen Schäden anrichten können, mitunter seltene Pflanzenarten vertilgen oder Krankheiten übertragen können, brauche es gezielte Massnahmen, um sie in ihrer Ausbreitung einzuhegen.

So sollten etwa in urbanen Räumen Bewohner die Nutrias nicht füttern. Hier brauche es Aufklärungsarbeit, so die Forscher.

*Fachartikellink: doi.org (sda/apa)

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