Grosssägewerk geht in Konkurs
Domat/Ems. – Die österreichischen Besitzer Mayr-Melnhof haben am Mittwoch die Bilanz des Sägewerks deponiert, wie sie in Chur bekannt gaben. Durch die Schliessung des Betriebs verlieren rund 130 Beschäftigte ihren Job. Obwohl die meisten noch bis Ende Woche Kurzarbeit leisten, bekommen sie keinen Lohn ausbezahlt. Die Gelder sind durch den Insolvenzantrag eingefroren.
Schwarzer Peter ans Parlament
«Wir haben eine Lösung gehabt», betonte Mayr-Melnhof-Chef Josef Dringel. Der negative Entscheid des Grossen Rates des Kantons Graubünden habe sie aber scheitern lassen. Das Parlament hatte letzte Woche einen Beitrag von 6,75 Millionen zum Bau eines Pelletswerks mit zwei Stimmen Differenz abgelehnt. Die Pelletsproduktion wäre zentral für die Neuausrichtung der Sägerei gewesen. Der negative Parlamentsentscheid machte eine Vereinbarung der Regierung mit Mayr-Melnhof über das gesamte Rettungspaket des Kantons in Höhe von 40 Millionen Franken nichtig.
Keine neuen Investoren gefunden
Es sei innerhalb der kurzen Frist nicht möglich gewesen, einen neuen Partner zu gewinnen, sagte Unternehmenschef Dringel. Mayr- Melnhof habe mit mehreren Parteien Gespräche geführt, zu ernsthaften Verhandlungen sei es aber nicht gekommen.
Bündner Lösung als Wunschtraum
Wie es nun weitergeht, ist völlig offen und hängt vom Entscheid des Konkursrichters ab. Der Kanton habe finanziell keine Möglichkeit mehr, Einfluss zu nehmen, sagte der Bündner Volkswirtschaftdirektor Hansjörg Trachsel zur Nachrichtenagentur SDA. Dass ein Bündner Unternehmen die Sägerei übernimmt, glaubt Trachsel nicht. (sda)