• Zu Besuch bei, Schaan
    Das Einfamilienhaus in Schaan besticht nicht nur durch die Fassade aus Holz.  (Tatjana Schnalzger)

Ein Haus mit schönen Aussichten

Nach einer Bauzeit von nur gerade sieben Monaten durften die Eigentumer Christian Seger und Maya Mathias ihr Einfamilienhaus beziehen. Da es sich um ein Haus im Elementbau handelt, ging dem Bau eine einjahrige und intensive Projektplanung voraus.
Fotostrecke: Zu Besuch bei Familie Seger/Mathias in Schaan
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Herr Seger und Frau Mathias, aus welchem Grund haben Sie dieses Haus gebaut?
Christian Seger: Wir haben davor in einer Mietwohnung gewohnt, aber wir wollten unser eigenes Haus. Da meine Eltern ihr Geschäft eingestellt haben, wurde dieser Bauplatz frei und wir hatten die Chance, zu bauen.

Wie haben Sie Ihren Architekten gefunden? Oder anders gefragt, wie sind Sie auf die Idee gekommen, Ihr Haus mit der Schöb AG zu erbauen? Und was war ausschlaggebend?
Christian Seger: Ich kenne den ehemaligen Geschäftsführer der Schöb AG persönlich und ihn hatte ich angefragt. Er erklärte mir, dass sie in der Regel einen Planungsvertrag mit Kostendach machen. Die Architekten schauen sich dabei das Grundstück an und erstellen anschliessend einen Entwurf mit Projektplan.
Maya Mathias: Wir wollten auf jeden Fall ein Holzhaus bauen und die Projektpläne haben uns direkt gefallen. Wir haben auch Freunde, die bereits mit Schöb gebaut hatten und sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Das war sicherlich auch ausschlaggebend für unseren Entscheid.

Mit welchen Vorgaben oder Vorstellungen sind Sie zum Architekten gegangen?
Christian Seger: Da wir uns schon für ein Holzhaus entschieden hatten, wollten wir auch, dass das Holz sichtbar ist. Wir haben zwar die Innenwände verputzen lassen, aber die Decke und der Fussboden sind aus Holz.
Maya Mathias: Der ganze Planungsprozess war ein reger Austausch. Der Architekt hat uns verschiedene Konzepte unterbreitet und wir wussten recht schnell, was wir wollten und was nicht. Es war eine gemeinsame Vision. Von Anfang an hat uns ein offener Essbereich mit einem grossen Holztisch gefallen, wo wir zusammenkommen und auch Freunde und Familie einladen können. 
Christian Seger: Wichtig war uns ein offener Raum, der Küche und Essbereich verbindet. Wenn wir zum Beispiel kochen und Leute zu Besuch haben, können sich alle jederzeit unterhalten. 
Maya Mathias: Eine weitere Vorgabe war, dass wir keinen Keller haben wollten. Es sammelt sich viel an und am Ende muss man es wieder ausmisten. Der Architekt hat das Haus dem Gelände angepasst, das ist schon sehr speziell.
Christian Seger: Im Eingangsbereich hat der Raum eine Höhe von 2,40 Metern, im Esszimmer und der Küche sind es 2,80 Meter und im Wohnzimmern 3,20 Meter. 
Maya Mathias: Christian hatte auch noch die Idee, Wände aus Lehm zu integrieren. 
Christian Seger: Genau. Wir haben ein Holzhaus gebaut, wollten aber keine kontrollierte Lüftung haben. Durch meine Ausbildung weiss ich, dass Lehm ein natürliches Produkt ist, das sich sehr gut auf das Raumklima auswirkt. Daher haben wir im Ess-, im Wohn- und im Schlafzimmer jeweils eine Wand mit Lehm verputzen lassen. 

Wie sah das Grundkonzept aus? Ähnlich, wie es heute aussieht, oder gab es noch grössere Änderungen?
Christian Seger: Nein, der Architekt hat uns fünf verschiedene Entwürfe gemacht. Wir haben uns dann für einen entschieden, den wir dann noch weiterentwickelt haben. Der Grundriss des Erdgeschosses zum Beispiel stand ziemlich schnell, im Obergeschoss haben wir die Zimmereinteilung nochmals geändert. 

Sie haben vorhin erwähnt, dass Sie keinen Keller haben. Haben Sie trotzdem ein Zimmer zur Warenaufbewahrung?
Maya Mathias: Ja, wir haben hinter der Küche eine kleine Speisekammer und eine grosse Garage, wo es viel Platz hat, um Sachen zu verstauen. Auch in der Waschküche haben wir etwas Stauraum. 
Christian Seger: Anfangs haben wir noch von einem Keller gesprochen. Als dann klar wurde, dass wir die Waschküche und den Technikraum im Erdgeschoss haben würden, verzichteten wir darauf. Denn die Wäsche jeweils erst nach unten zu tragen und nach dem Waschen wieder hoch, haben wir als umständlich empfunden. Somit fiel der Keller wieder weg.

Nachdem Sie den Bauplan genehmigt hatten, wie ist der Bau danach weiter­gegangen?
Christian Seger: Bevor wir mit dem Bau beginnen konnten, musste zuerst die Zufahrtsstrasse gebaut werden. Ich bin auf die Gemeinde gegangen, um unser Baugesuch einzureichen. Es ging Hand in Hand. Die Gemeinde hat im Sommer mit dem Strassenbau begonnen und wir im Oktober mit dem Spatenstich. Dann ging es gleich schnell vorwärts. In sechs Wochen war die Bodenplatte fertig und bereits Mitte November konnten sie den Holzbau aufrichten und die Fenster einsetzen. Mitte Dezember war auch schon der Unterlagsboden mit der Fussbodenheizung fertiggestellt. 

Dann ging es ja aber sehr schnell voran.
Christian Seger: Ja, der Unterlagsboden konnte anschliessend austrocknen und ab Januar begann der Innenausbau. Die Gebäudehülle war dicht. Der Bauleiter hatte uns damals den 14. April als Einzugstermin versichert. Aber wir hätten theoretisch schon zwei Wochen früher einziehen können, da sie dem Zeitplan voraus waren. Die Unternehmen haben sehr gut miteinander gearbeitet. 

Sie haben eine Wärmepumpe mit Erdsonde als Heizsystem. Weshalb haben Sie sich für dieses Heizsystem entschieden?
Christian Seger: Zuerst haben wir uns überlegt, auf welches Heizsystem wir setzen wollten und haben uns dann rasch für die ökologische Variante entschieden. Luftwärmepumpe oder Erdsonde. Die Erdsonde ist zwar etwas teurer, hat aber einen besseren Wirkungsgrad. Zudem hat sie einen guten Nebeneffekt im Sommer. Man kann die Pumpe rückwärts laufen lassen, dann werden die Böden gekühlt. Die Fotovoltaikanlage wollten wir zuerst aus Kostengründen nur vorsehen, haben sie dann aber gleich realisiert, um den nötigen Strom zu produzieren. 

Sie haben sich unter anderem für Holz und Lehm entschieden. Welche anderen Materialien waren Ihnen für Ihr Haus 
besonders wichtig?

Christian Seger: Wir wollten nicht zu viel Farbe ins Haus bringen, sondern die Naturtöne in Szene setzen. In den Nasszellen und WCs haben wir überall die gleichen Plattenbeläge in einem Grauton. Dies ist zeitlos. Wir wollten lieber mit Accessoires etwas Farbe ins Haus bringen. 
Maya Mathias: Also Holz war uns sehr wichtig, zum Beispiel bei der Fassade. Da haben wir uns für ein Holz entschieden, das gleichmässig bleibt. Die Arbeitsfläche in der Küche besteht als Kontrast aus einer warmgewalzten Edelstahlplatte.
Christian Seger: Die Fassade besteht aus offenen Fichtenlatten, die vorbehandelt wurden. Sie ist vorgegraut und weist einen Glimmer auf. Je nachdem, wie die Sonne scheint, leuchtet die Fassade golden oder silbrig bis hin zu bräunlich. 
Maya Mathias: Wir sind ein wenig durch die Gegend gefahren und haben uns andere Häuser angeschaut, um zu sehen, was uns so gefällt. Es hat auch einen Unterschied gemacht, ob es schönes Wetter war oder geregnet hat. Die Fassaden erscheinen bei jedem Licht etwas anders. Wenn man nur ein kleines Holzmuster sieht, kann man sich nicht wirklich vorstellen, wie die ganze Wand später wirkt. Dafür fehlt mir die Fantasie.

Welche Ausstattung im Innenbereich war Ihnen wichtig?
Christian Seger: Wichtig war uns ein grosser Esstisch, an dem man mit Kollegen und Freunden gemütlich sitzen kann. Die meisten Möbel im Haus sind neu, wie zum Beispiel die Couch im Wohnzimmer. 
Maya Mathias: Wir wollten mit den Stühlen und der Couch etwas Farbe ins Haus bringen. Zurzeit haben wir noch nicht so viel Deko, aber wir finden, das entwickelt sich dann mit den Jahren. Es ist ein Prozess, bei dem nach und nach neue Dinge im Haus ihren Platz finden werden. Wichtig waren mir auch Pflanzen. 

Sie haben sehr grosse Fenster, welche die Räume mit viel natürlichem Licht durchfluten.
Christian Seger: Wir wollten auf jeden Fall einen Bezug zu daussen und zum Garten. Ich finde es recht gut gelöst mit den offenen Fenstern. Im Gang oben und im Bad haben wir bloss ein Lichtband. Man sieht von aussen nicht wirklich hinein, trotzdem haben wir eine tolle Sicht nach draussen und viel natürliches Licht. 
Maya Mathias: Wir haben eine Wohnlage mit schöner Aussicht, somit sind die vielen Fenster ein toller Mehrwert für das Haus. Wir mussten uns aber erst an die Offenheit gewöhnen. 

Wo halten Sie sich in Ihrem Haus am liebsten auf und weshalb?
Christian Seger: Im Winter halte ich mich am liebsten im Wohnzimmer vor dem Cheminée auf, und im Sommer bin ich gerne draussen auf dem Sitzplatz.
Maya Mathias: Es ist auch ein grosser Kontrast zur ehemaligen Wohnung, wo wir nur einen Balkon hatten, jetzt haben wir einen Garten mit Naturblumen und sehr viel Sonne. Das schätzen wir sehr.

Würden Sie an Ihrem Haus etwas anders gestalten im Nachhinein?
Maya Mathias: Ich hätte die Garage vielleicht etwas kleiner gestaltet.
Christian Seger: Und ich hätte den Carport etwas höher gemacht. Wir haben Platz für zwei Autos in der Garage und im Carport steht unser Bus mit Dachzelt, mit dem wir gerne in die Ferien fahren. Nein, eigentlich ist es so geworden, wie wir es wollten. Wir haben unser Traumhaus.

Welche Ratschläge geben Sie anderen Bauherren mit auf den Weg? Worauf sollten sie unbedingt schauen?
Christian Seger: Wir haben Freunde besucht und ihre Häuser angeschaut, um Ideen zu sammeln und Erfahrungen auszutauschen. Ich kann jedem empfehlen, sehr viel Zeit in die Planungsphase zu investieren. Unser Haus wurde in rund einem halben Jahr gebaut, aber die Planungsphase hat länger als ein ganzes Jahr gedauert. Auch bei der Materialisierung würde ich darauf achten, nicht jedem Trend nachzurennen, denn es kommt schnell aus der Mode und dann gefällt’s einem vielleicht nicht mehr. Vielmehr sollte man auf zeit­loses Design setzen. (lb)

06. Apr 2020 / 14:12
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