• Der Pharmakonzern Roche muss sich bei der im Februar angekündigten Übernahme des Gentechnikunternehmens weiter gedulden. Er hat nun die Angebotsfrist an die Aktionäre bis Mitte Juni verlängert. (Archivbild)
    Der Pharmakonzern Roche muss sich bei der im Februar angekündigten Übernahme des Gentechnikunternehmens weiter gedulden. Er hat nun die Angebotsfrist an die Aktionäre bis Mitte Juni verlängert. (Archivbild)  (KEYSTONE/ALEXANDRA WEY)

Roche-Übernahme in USA verzögert sich weiter

Die Übernahme der US-Biotechfirma Spark Therapeutics durch Roche zieht sich in die Länge. Die Basler haben die Frist für die Übernahmeofferte erneut verlängert. Ursprünglich sollte der Deal bereits Anfang April in trockenen Tüchern sein.
Basel. 

Wie der Pharmakonzern am Dienstag mitteilte, wird die Frist bis zum 14. Juni 2019 verlängert. Davor hatte er noch den 3. Juni genannt. Angekündigt hatte Roche die Transaktion bereits Ende Februar.

An den eigentlichen Konditionen der Offerte habe aber nichts geändert, hiess es in der Mitteilung weiter. Roche bietet nach wie vor 114,00 US-Dollar je Spark-Aktie. Der Kaufpreis liegt damit bei etwa 4,3 Milliarden Dollar - für ein Unternehmen, das letztes Jahr einen Umsatz von 65 Millionen Dollar machte.

Einstieg in die Gentherapie

Roche will so viel Geld in die Hand nehmen, weil man damit auf einen Schlag zu einem führenden Unternehmen im zukunftsträchtigen Bereich Gentherapie aufsteigen würde. Spark gehört zu den Pionieren in diesem Bereich.

Zudem hat Spark eine neuartige Gentherapie zur Behandlung der Bluterkrankheit (Hämophilie A) in der Pipeline, die schon bald auf den Markt kommen könnte. Mit dem eigenen Mittel Hemlibra gehört Roche bereits heute zu den führenden Unternehmen im Bereich Hämophilie, sichert sich aber mit dem Kauf von Spark einen Spitzenplatz für das Wettrennen um künftige Therapieformen.

Gegenwind von Investorenseite

Doch Roche wehte schon bald ein kräftiger Wind von Investorenseite entgegen. Mehrere Spark-Aktionäre torpedierten mit einer Eingabe an einem US-Gericht die Transaktion. Sie warfen Spark vor, wichtige Informationen unterschlagen zu haben.

Laut den Klageschriften sei es nicht nachvollziehbar, ob der offerierte Preis auch "fair" sei. Das Management von Spark hatte seinen Aktionären im Rahmen der Übernahmeofferte von Roche Ende Februar empfohlen. Spark sei aber laut US-Recht dazu verpflichtet, seinen Aktionären in einem Empfehlungsschreiben zu begründen, weshalb das Angebot von Roche die eigene Firma richtig bewerte.

In diesem Schreiben habe Spark zudem teilweise unvollständige oder auch irreführende Informationen zu Themen wie etwa den Finanzprognosen gemacht, bemängelten die Kläger. Sie forderten, dass diese offengelegt werden.

Noch keine Mehrheit

Roche versprach daraufhin, die sogenannten "Premerger"-Unterlagen neu einzureichen. Diese finde nun nicht wie geplant am 9. Mai statt, sondern "am oder um den 23. Mai", erklärte Roche am Dienstag. Damit wolle man den Behörden zusätzliche Zeit für den Abschluss ihrer laufenden Überprüfung geben.

Wie es in der aktuellen Mitteilung hiess, waren bis zum Montagabend knapp 8,1 Millionen Spark-Aktien bei der Verwahrstelle gültig angedient. Das entspreche etwa 21,0 Prozent der ausstehenden Aktien. (sda/awp)

14. Mai 2019 / 09:21
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