• Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga hat im Ständerat zum wiederholten Mal eine Debatte zur Umfahrung Oberburg mitverfolgt. Noch sind sich die Räte nicht einig, ob für das Verkehrsprojekt Bundesgelder fliessen sollen. (Archivbild)
    Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga hat im Ständerat zum wiederholten Mal eine Debatte zur Umfahrung Oberburg mitverfolgt. Noch sind sich die Räte nicht einig, ob für das Verkehrsprojekt Bundesgelder fliessen sollen. (Archivbild)  (KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA VALLE)

Noch keine Einigung zur Umfahrung Oberburg

Die Umfahrung Oberburg bei Burgdorf im Kanton Bern bleibt ein Zankapfel. Der Nationalrat will diese mit 77 Millionen Franken unterstützen. Der Ständerat hingegen bleibt standfest und lehnt das Vorhaben ab.
Bern/Oberburg BE. 

Die kleine Kammer hat am Dienstag mit 25 zu 15 Stimmen bei einer Enthaltung ihren früheren Entscheid bestätigt. Der reguläre Planungsprozess und der Grundsatz der Gleichbehandlung aller Projekte und aller Regionen müsse respektiert werden, lautete der Tenor. Die Umfahrung Oberburg erfülle die Anforderungen für eine Bundesfinanzierung nicht.

"Das ist überhaupt nichts Aussergewöhnliches, viele Projekte sind verbesserungsfähig", sagte Claude Janiak (SP/BL) im Namen der Kommissionsmehrheit. Ein Nein heute heisse nicht, dass die Umfahrung für immer gestorben sei.

Recherche vor Ort

Eine Minderheit im Ständerat wies wie der Nationalrat auf den hohen volkswirtschaftlichen Nutzen einer Umfahrung und die gute Verankerung in der Region hin. Konkret geht es um einen 1,1 Kilometer langen Tunnel, der die Gemeinde Oberburg vom Verkehr entlasten soll. Er ist ein Teil eines grösseren Verkehrsprojekts im Emmental, dessen Baukosten auf über 400 Millionen Franken beziffert werden.

Er habe an zwei Tagen in den Sommerferien die Stiefel angezogen und sei raus aufs Feld gegangen, sagte Werner Hösli (SVP/GL). Der Augenschein vor Ort und die Gespräche mit Betroffenen hätten ihm gezeigt, dass die Umfahrung Oberburg das Kernelement des gesamten Projekts und genauso baureif sei wie die bereits bewilligten Teile. "Das gehört alles schlicht und einfach zusammen."

Kantone warten

Es handelt sich um die letzte verbleibende Differenz bei den Beiträgen für die nächste Generation von Agglomerationsprogrammen. "Es warten ganz viele Kantone darauf, dass sie beginnen können", sagte Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga.

Der Bundesrat wolle das Projekt im Emmental nicht zerstückeln. "Ich gebe sogar öffentlich das Commitment ab: Es braucht in Oberburg Massnahmen", sagte Sommaruga. Im Sinne der Gleichbehandlung aller Regionen müsse das Projekt aber jetzt erst einmal noch warten.

Die Räte werden sich noch in der laufenden Session einigen müssen. Der Nationalrat diskutiert voraussichtlich am kommenden Donnerstag ein drittes Mal über die Umfahrung Oberburg. (sda)

10. Sep 2019 / 09:07
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