• Geschlossene Räume fördern Kurzsichtigkeit (Symbolbild)
    Geschlossene Räume fördern Kurzsichtigkeit (Symbolbild)  (/KEYSTONE/GAETAN BALLY)

Draussen spielen schont die Augen

Viel Zeit im Freien zu verbringen schützt offenbar vor Kurzsichtigkeit. Nicht nur Lesen oder Naharbeit fördern deutschen Augenärzten zufolge die sogenannte Myopie, sondern auch der Aufenthalt in geschlossenen Räumen.
Berlin. 

Kurzsichtigkeit nimmt in vielen Staaten Europas, Amerikas und besonders in Südostasien geradezu epidemische Züge an, wie die deutschen Fachgesellschaften für Endokrinologie und Augenheilkunde am Mittwoch mitteilten.

Bei der Myopie ist in der Regel der Augapfel zu lang und damit die Entfernung der Hornhaut und Linse von der Netzhaut grösser als normal. Zwillingsstudien deuteten auf einen Einfluss von Erbfaktoren bei ihrer Entstehung hin, sagte Helmut Schatz von der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie in der Mitteilung.

Diverse Studien zeigten jedoch, dass der Lebensstil eine wichtige Rolle spiele. Gemäss der vor kurzem erschienenen "Gutenbergstudie" aus Mainz ist Kurzsichtigkeit eng mit dem Ausbildungsstand verknüpft. Eine Ausbildung bedeutet nicht nur mehr Lesen, sondern auch mehr Aufenthalt in geschlossenen Räumen.

Licht wirkt Kurzsichtigkeit entgegen

"Zahlreiche Studien weisen darauf hin, dass der Aufenthalt im Freien bei Kindern der Kurzsichtigkeit entgegenwirkt - vermutlich wegen der besseren Lichtverhältnisse", erklärte Frank Schaeffel von der Universitätsklinik Tübingen. In Innenräumen werden meist nicht mehr als 500 Lux erreicht, an sonnigen Tagen im Freien dagegen selbst im Schatten etwa 10'000 Lux.

Im Tiermodell konnte ein Zusammenhang von Licht mit dem Botenstoff Dopamin gezeigt werden. Bei Küken hob ein Dopamin-Hemmstoff, der ins Auge gespritzt wurde, den schützenden Effekt des Lichts auf. Die Experten schliessen aus den bisherigen Ergebnissen: "Kinder sollten so viel wie möglich im Freien spielen."

Im Fernen Osten nahmen in den vergangenen Jahrzehnten die Fälle von Kurzsichtigkeit stark zu. Laut dem Wissenschaftsmagazin "Nature" waren vor rund 60 Jahren zehn bis 20 Prozent der Chinesen kurzsichtig, heute sind es unter Teenagern und jungen Erwachsenen bereits bis zu 90 Prozent. In Seoul in Südkorea sind gar 96,5 Prozent der 19-Jährigen von Myopie betroffen. (sda/apa)

29. Apr 2015 / 13:22
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