• Der ZSC, im Bild Patrick Geering, muss in dieser Saison mehr untendurch als gedacht
    Der ZSC, im Bild Patrick Geering, muss in dieser Saison mehr untendurch als gedacht  (KEYSTONE/WALTER BIERI)

Geering: "Es ist momentan ein Krampf"

Zwar gewinnen die ZSC Lions am Dienstagabend im Heimspiel gegen Fribourg-Gottéron (3:1) nach drei Niederlagen wieder einmal. Dennoch hinken die Stadtzürcher den eigenen Ansprüchen weit hinterher.
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Das schon sehr gut bestückte Kader der Lions wurde auf diese Saison hin mit den Zuzügen von Denis Hollenstein, Simon Bodenmann und Roman Cervenka nochmals veredelt. Zwar endete die vergangene Saison nach einer missglückten Qualifikation (7.) mit dem neunten Meistertitel der Vereinsgeschichte erfolgreich. Diesmal aber wollte der ZSC von Beginn weg bereit sein. Stattdessen liegt er als Achter nur knapp über dem Strich.

Klar sind die Abstände gering. Nach Verlustpunkten liegen die Lions nur sechs Zähler hinter Leader Bern. Und klar hat das Team des neuen Trainers Serge Aubin einiges Verletzungspech; es fehlen derzeit wichtige Spieler wie Cervenka, Roman Wick oder Robert Nilsson. Das ändert aber nichts daran, dass Anspruch und Wirklichkeit beim ZSC zu weit auseinander klaffen. Captain Patrick Geering benutzte ein nicht druckreifes Wort dafür, "dass wir am Strich 'herumgurken'. Es fehlt uns an Kontinuität." Zwar feierten die Lions Anfang Oktober fünf Siege in Serie, danach verloren sie aber vier der nächsten sechs Partien. "Es ist momentan ein Krampf", sagte Geering. "Die Liga ist sehr eng." Sie müssten sich jeden Punkt hart verdienen.

Vor allem vor heimischem Publikum lief es dem ZSC bisher alles andere als rund. Das 3:1 am Dienstagabend gegen Fribourg-Gottéron war im zehnten Heimspiel der Saison erst der fünfte Sieg. Danach brandete in der Garderobe lautstarker Jubel aus. "Wir waren unseren Fans etwas schuldig. Darum war es umso wichtiger, die drei Punkte zu holen", schilderte Geering die Gefühlslage.

Offensive Impotenz

Das Torverhältnis der Lions ist gar negativ (-4). Geschuldet ist dies vor allem der Offensive: 54 Tore in 22 Partien lautet die magere Ausbeute. Nur die Schlusslichter Davos und Rapperswil-Jona Lakers sind in dieser Statistik schwächer. Was das Skoren betrifft, ist bislang kein ZSC-Spieler in dieser Saison richtig heiss gelaufen. Denis Hollenstein erscheint in der Skorerliste mit fünf Toren und sieben Assists als bester seines Teams erst auf Platz 48. Der Schwede Fredrik Pettersson, normalerweise ein zuverlässiger Punktesammler, hat in der laufenden Meisterschaft bloss viermal getroffen - davon einmal per Penalty und einmal mit einem Schuss ins leere Gehäuse. Fabrice Herzog, der zweitbeste Torschütze der Lions in den diesjährigen Playoffs, hat noch eine Null stehen.

Gerade in den Special Teams hat der ZSC noch einige Luft nach oben - sowohl in der Powerplay- als auch in der Boxplay-Statistik belegt der Titelverteidiger Rang 10. "Dabei hätten wir dort das Potenzial, in der Liga federführend zu sein", so Geering. An was liegt es? "Das ist schwierig zu sagen, ohne Ausreden zu gebrauchen. Wir müssen mehr üben, es ist eine Übungssache. In einem guten Power- und Boxplay weiss jeder, was der andere macht. Das Überzahlspiel muss man so einfach wie möglich halten und viele Schüsse aufs Tor bringen."

"Die anderen Teams schlafen nicht"

Den immer wieder bemühten Meisterblues stellt Geering in Abrede. "Das Interessante am Sport ist, dass man nicht einfach eine Mannschaft verstärken und dann automatisch davon ausgehen kann, dass es besser läuft. Die anderen Teams schlafen nicht, sie versuchen ebenfalls besser zu werden." Sie seien die Gejagten, auch wenn sie momentan nicht so spielen würden. Geering weiter: "Wir dürfen nicht zu viel nachdenken. Wir haben momentan niemanden, der am Skoren ist. Deshalb müssen wir umso einfacher spielen und versuchen, den Puck irgendwie ins Tor zu bringen. Ich bin überzeugt, dass wir eine gute Truppe haben. Wir werden die Finessen und Kleinigkeiten schon noch in den Griff bekommen." (sda)

06. Dez 2018 / 10:24
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