• Schweizer Rekord und Daumen hoch: Simon Ammann fühlt sich auf den Flugschanzen wohl. (Archivaufnahme)
    Schweizer Rekord und Daumen hoch: Simon Ammann fühlt sich auf den Flugschanzen wohl. (Archivaufnahme)  (KEYSTONE/EPA NTB SCANPIX/TERJE BENDIKSBY)

Simon Ammann knackt die 240-m-Marke

Simon Ammann segelt am ersten Tag beim Saisonfinale in Planica auf 243 m - Schweizer Rekord!
Skispringen. 

Der Toggenburger nutzte im offiziellen Training die Gunst der Stunde. Der Schweizer stiess bereits als Nummer 52 von 71 Startern vom Balken ab. Ammann durfte aus Luke 8 starten, bis zum Weltcup-Führenden Ryoyu Kobayashi wurde noch auf Gate 4 verkürzt. Der Schweizer hatte so gegenüber dem Japaner am Tisch einen Geschwindigkeits-Vorteil von über 2 km/h. Nebst dem Speed begünstigte auch der leichte Aufwind den Rekordflug.

Ammanns Schweizer Rekord lag seit zwei Jahren bei 239,5 m, aufgestellt in Vikersund. Die Flugschanze in Norwegen hat seit der Renovation Planica als Nummer 1 für Weitenjäger abgelöst. Den Weltrekord hält seit 2017 der Österreicher Stefan Kraft mit 253,5 m. Bestmarken zählen nur, wenn bei der Landung nicht in den Schnee gegriffen wird.

In der Qualifikation für das Skifliegen vom Freitag ging Ammann ein bisschen zu aggressiv ans Werk. Der Take-off gelang nicht optimal, gleichwohl resultierte mit 229 m der 8. Rang. Das Preisgeld für den Tagessieg kassierte Kobayashi. Der Asiate setzte sich knapp vor Markus Eisenbichler, dem Weltmeister von Seefeld, durch. Die beiden standen Flüge auf 248 m. Neben Ammann wird im Weltcup-Fliegen vom Freitag auch Dominik Peter die Schweizer Farben vertreten. Der Nachwuchsmann wurde mit 211 m 36. Der WM-Dritte Killian Peier hingegen findet sich auf den Flugschanzen weiterhin nicht zurecht. 207 m mit viel Anlauf bedeuteten das vorzeitige Out.

Rücktritt derzeit kein Thema

Die Swiss-Ski-Funktionäre bedrängen Ammann während der Saison nie mit Fragen nach einem möglichen Rücktritt. Vor dem Saisonfinale in Planica wird dann gleichwohl sondiert, schliesslich will man im Falle eines Abgangs des Toggenburgers nicht mit leeren Händen dastehen.

Die Trainer und Betreuer reisten auch diese Woche ohne Abschiedsgeschenk für den vierfachen Olympiasieger nach Slowenien. Mehr als ein Indiz für die Fortsetzung der Karriere von Simon Ammann ist das fehlende Präsent im Gepäck allerdings nicht. Die Frage "Wie weiter?" will gut überlegt sein, Ammann wird sich wohl erst nach der Saison auf eine Antwort festlegen.

Der populäre Schweizer Sportler ist nach den Wettkämpfen ein gefragter Mann, zahlreiche TV-Stationen und Journalisten bitten ihn zum Kurzinterview. Zum Thema Rücktritt antwortet der 37-Jährige selten präzise. Seine Aussagen lassen viel Raum für Interpretationen. Es ist davon auszugehen, dass Ammann in der Tat selber noch nicht weiss, wie es weitergehen wird. Sein Fokus liegt jetzt beim Skifliegen, seiner Paradedisziplin in diesem Winter. (sda)

21. Mär 2019 / 12:44
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