• Hamiltons Freude mit dem Siegespokal für den Triumph im GP von Russland
    Hamiltons Freude mit dem Siegespokal für den Triumph im GP von Russland  (KEYSTONE/AP/LUCA BRUNO)

Hamilton mit 82. GP-Sieg - Ferrari im Pech

Lewis Hamilton feiert im GP von Russland in Sotschi seinen 82. GP-Sieg. Ermöglicht hat dies ausgerechnet eine von Sebastian Vettel im Ferrari ausgelöste Safety-Car-Phase kurz vor Halbzeit des Rennens.
Automobil. 

Ferrari ging nach den Trainings als haushoher Favorit ins 16. WM-Rennen der Saison. Und untermauerte dies mit einer etwas ungewöhnlichen Start-Strategie. Charles Leclerc, der am Samstag seine vierte Pole-Position in Serie erobert hatte, sollte seinem auf Rang 3 gestarteten Teamkollegen Sebastian Vettel mit seinem Windschatten ermöglichen, Hamilton zu überholen. Der Deutsche ging aber auch gleich an Leclerc vorbei.

Nach sechs Runden griff die Ferrari-Teamleitung ein und befahl Vettel per Funk, Leclerc wie abgesprochen die Führung zurückzugeben. Vettel aber ignorierte den Befehl. Erst mit den Reifenstopps wurde die Reihenfolge korrigiert. Leclerc stoppte in der 23. Runde und konnte Vettel, der drei Runden später die Reifen wechselte, überholen. Sicher ist, dass die "roten Missverständnisse" intern noch einige Diskussionen auslösen werden.

Die entscheidende Rennszene passierte zwei Runden später: Vettel erhielt einen neuen Befehl per Funk: "Stop the car!" Der 32-jährige Wahlschweizer musste wegen eines Hybridschadens ("Mir fehlten gefühlte 160 PS") anhalten und löste damit eine Safety-Car-Phase aus.

Ein Freipass für die Mercedes-Fahrer: Lewis Hamilton und Valtteri Bottas waren als einzige Fahrer mit harten Reifen gestartet und konnten so die Safety-Car-Phase zur Doppelführung ausnutzen, welche sie bis zur Zieldurchfahrt nicht mehr abgaben. Für die Silberpfeile war es der sechste Sieg im sechsten Rennen im russischen Olympiapark.

Hamilton feierte seinen neunten Saisonsieg, seinen 82. im 245. WM-Rennen. Damit machte der 34-jährige Brite einen weiteren Schritt, um die Rekorde von Michael Schumacher (91 Siege, 7 WM-Titel) zu brechen. In der Gesamtwertung liegt Hamilton fünf Rennen vor Saisonende mit 322 Punkten 73 Zähler vor Bottas. Charles Leclerc liegt bereits 107 Zähler zurück.

Das heisst: Hamilton könnte sich schon in zwei Wochen in Grand Prix von Japan mit einem weiteren Triumph praktisch zum sechsten Mal als Weltmeister feiern lassen. Denn bei Mercedes ist Bottas klar die Nummer 2 und darf Hamilton nicht angreifen. So dürfte wohl in Mexico (18. Oktober) oder spätestens in Austin (USA) Hamiltons 6. WM-Titel auch rechnerisch Tatsache werden.

Hamilton: "Mit jedem Rennen wird es schwieriger, im Cockpit nicht an die WM zu denken. Bis jetzt ist mir das ganz gut gelungen. Dass wir heute nach einer längeren Durststrecke so zurückschlagen konnten, ist eine grosse Befriedigung. Das ganze Team hat einen super Job gemacht. Das Auto lief das ganze Rennen fantastisch. Der Doppelsieg ist der Lohn für all die Leute, die täglich ihr Bestes geben."

Erwähnenswert im mit 309,944 km Distanz längsten Saisonrennen ist noch der Umstand, dass sich der Thailänder Alexander Albon, der mit seinem Red Bull-Honda von der Boxenstrasse aus starten musste, im fünften Rang direkt hinter seinem Teamkollegen Max Verstappen klassierte.

Keine Rolle spielten die Fahrer des Teams Alfa Romeo-Ferrari: Nach diversen Zwischenfällen klassierte sich Kimi Räikkönen im 13. Rang, Antonio Giovinazzi wurde 15. und damit Letzter der klassierten Fahrer.

Resultate

Grand Prix von Russland (53 Runden à 5,848 km/309,944 km): 1. Lewis Hamilton (GBR), Mercedes, 1:33:38,992 (198,488 km/h). 2. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes, 3,829 Sekunden zurück. 3. Charles Leclerc (MON), Ferrari, 5,212. 4. Max Verstappen (NED), Red Bull-Honda, 14,210. 5. Alexander Albon (THA), Red Bull-Honda, 38,348. 6. Carlos Sainz (ESP), McLaren-Renault, 45,889. 7. Sergio Perez (MEX), Racing Point-Mercedes, 48,728. 8. Lando Norris (GBR), McLaren-Renault, 57,749. 9. Kevin Magnussen (DEN), Haas-Ferrari, 58,779. 10. Nico Hülkenberg (GER), Renault, 59,841. 11. Lance Stroll (CAN), Racing Point-Mercedes, 1:00,821. 12. Daniil Kwjat (RUS), Toro Rosso-Honda, 1:02,496. 13. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo-Ferrari, 1:08,910. 14. Pierre Gasly (FRA), Toro Rosso-Honda, 1:10,076. 15. Antonio Giovinazzi (ITA), Alfa Romeo-Ferrari, 1:13,346. - Schnellste Runde (51.): Hamilton in 1:35,761 (219,931 km/h). - 20 Fahrer gestartet, 15 klassiert.

Ausfälle: Romain Grosjean (FRA/SUI), Haas-Ferrari (1. Runde/8. Rang): Unfall. Daniel Ricciardo (AUS), Renault (26./16.): Folgen des Startcrash mit Grosjean. Sebastian Vettel (GER), Ferrari (28./4.): Hybridsystem. George Russell (GBR), Williams-Mercedes (29./14.): Lenkung/Bremsen. Robert Kubica (POL), Williams-Mercedes (30./16.): Aufgabe.

WM-Stand (16/21). Fahrer: 1. Hamilton 322 (4)*. 2. Bottas 249 (2)*. 3. Leclerc 215 (2)*. 4. Verstappen 212 (3)*. 5. Vettel 194 (2)*. 6. Gasly 69 (2)*. 7. Sainz 66. 8 Albon 52. 9. Norris 35. 10. Ricciardo 34. 11. Hülkenberg 34. 12. Kwjat 33. 13. Perez 33. 14. Räikkönen 31. 15. Magnussen 20. 16. Stroll 19. 17. Grosjean 8. 18. Giovinazzi 4. 19. Kubica 1. - Teams: 1. Mercedes 571. 2. Ferrari 409. 3. Red Bull-Honda 311. 4. McLaren-Renault 101. 5. Renault 68. 6. Toro Rosso-Honda 55. 7. Racing Point-Mercedes 52. 8. Alfa Romeo-Ferrari 35. 9. Haas-Ferrari 28. 10. Williams-Mercedes 1. * = Zusatzpunkt für die schnellste Runde im Rennen.

Nächstes Rennen: Grand Prix von Japan in Suzuka am 13. Oktober 2019. (sda)

29. Sep 2019 / 14:57
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