Dank Voranmeldung speditiver: Das bedeuten die verkürzten Öffnungszeiten am Schalter der Polizei Wattwil für die Bevölkerung
Den Polizeiposten geht es ähnlich wie Postfilialen. Mehr und mehr verschwinden sie aus Dörfern, die Ressourcen werden gebündelt. Wie die Pöstler sind aber auch Polizisten weiterhin in allen Dörfern unterwegs. Doch die Wege zum Schalter werden für die Bevölkerung länger.
Wie die Kantonspolizei St.Gallen diese Woche mitteilte, stehen der Regionalpolizei weitere Veränderungen bevor. Im Kontext von Sparmassnahmen des Kantons werden vier Polizeiposten geschlossen, darunter der in Flawil. «Ein Datum steht noch nicht fest», teilt Polizeisprecher Florian Schneider auf Anfrage mit. Der politische Prozess dazu sei in die Wege geleitet worden.
Wattwil verkürzt Öffnungszeiten, Bazenheid nicht
In der Polizeiregion Linthgebiet-Toggenburg testet die Polizei in einem Pilotprojekt zudem eine flexiblere Dienstplanung. Am 1. Februar wurden die Öffnungszeiten der Polizeiposten – darunter jener in Wattwil – verkürzt. War der Schalter zuvor vor- und nachmittags von Montag bis Freitag geöffnet, sind die neuen Öffnungszeiten auf 8 bis 11.30 Uhr und nur noch von Montag bis Donnerstag beschränkt.
In einem zweiten Schritt des Pilotprojekts wird gänzlich auf Öffnungszeiten verzichtet. Dann braucht es eine telefonische Voranmeldung, um am Schalter eine Anzeige aufgeben zu können. Dieser Schritt erfolge gemäss jetziger Planung im Sommer, teilt Schneider mit.
Die Polizeistation Bazenheid gehört nicht zur Polizeiregion Toggenburg, sondern zur Region Fürstenland-Neckertal. Damit ist sie nicht Teil des Pilotprojekts. In Bazenheid bleiben die Öffnungszeiten, wie sie sind. Für die Gemeinde Wildhaus-Alt St.Johann ist die Polizeistation Gams der Region Werdenberg-Sarganserland zuständig. Dieser Posten kennt heute schon keine Öffnungszeiten, sondern ist nur nach telefonischer Vereinbarung zugänglich.
So sind die nötigen Dokumente bereit
Bei diesen verkürzten Öffnungszeiten ist wichtig zu betonen: «Die telefonische Erreichbarkeit der Kantonspolizei St.Gallen ist jederzeit sichergestellt», sagt Schneider. «Der Unterschied zu früher liegt primär darin, dass bei der Kontaktaufnahme ein Termin für die Anzeigeerstattung stattfindet.» Das mache es für beide Seiten wesentlich speditiver.

Mit einer Voranmeldung können Anzeigen direkt an den zuständigen Sachbearbeiter oder die Sachbearbeiterin zugewiesen werden. Zudem können benötigte Dokumente im Vorfeld besprochen werden. Schneider erklärt: «Nicht selten müssen Personen wegen fehlender Dokumentationen auf einen späteren Termin verlegt oder diese müssen nachgereicht werden.» Mit der telefonischen Voranmeldung seien alle Parteien optimal vorbereitet.
Anzeigen auch digital möglich
«Die Polizeistation Wattwil hatte durch ihren Standort im Gemeindegebäude sicher eine etwas speziellere Ausgangslage als andere Polizeistationen», sagt Florian Schneider auf die Frage, wie oft Personen dort am Schalter vorbeikamen. «Wattwil hatte tendenziell etwas mehr ‹Laufkundschaft›, die sich im Gebäude bewegte und dies mit einer Vorsprache bei der Polizei verband.»

Die meisten Kontaktaufnahmen erfolgen im Rahmen von Anzeigen oder für Auskünfte. Das ist auch einer der Gründe für den Pilotversuch. «Auskünfte können sehr gut telefonisch erteilt werden», so Schneider. Nicht selten würden Anfragen andere Ämter betreffen, die am Telefon verwiesen oder direkt weiterverbunden werden können.
Bisher wurde keine Statistik geführt, wie viele Anzeigen am Schalter der einzelnen Polizeistationen aufgegeben werden. Im Rahmen des Pilotversuchs wird dies unter anderem für Wattwil genauer erhoben.
Für eine Anzeige ist der Gang zur Polizeistation nicht zwingend. Eine solche kann oft online erfasst werden, allein im Jahr 2025 gingen mehr als 1100 Anzeigen über «Suisse ePolice» ein, teilt Schneider mit. «Wir machen anfragende Personen aktiv auf diese Möglichkeit aufmerksam und machen sehr positive Erfahrungen damit.»
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