• Eine Frau strickt an der Veranstaltung "Lancierung Kampagne #vollpersoenlich - Stricken gegen das Vergessen" im vergangenen September in Bern. In der Schweiz leben über 148'000 Menschen mit Demenz. Darauf soll mit der Aktion aufmerksam gemacht werden. (KEYSTONE/Adrian Reusser)
    Eine Frau strickt an der Veranstaltung "Lancierung Kampagne #vollpersoenlich - Stricken gegen das Vergessen" im vergangenen September in Bern. In der Schweiz leben über 148'000 Menschen mit Demenz. Darauf soll mit der Aktion aufmerksam gemacht werden. (KEYSTONE/Adrian Reusser)  (KEYSTONE/ADRIAN REUSSER)

Gegen 150'000 Demenzkranke in der Schweiz

In der Schweiz leben schätzungsweise 148'000 demenzkranke Menschen. Jährlich kommen laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) rund 28'100 Neuerkrankungen hinzu. Rund zwei Drittel der an Demenz erkrankten Menschen leben zu Hause.
Bern. 

Demenz ist laut dem BAG ein Überbegriff für Hirnleistungsstörungen mit unterschiedlichen Ursachen. Demenz führt zu einem zunehmenden Verlust an Erinnerungs-, Orientierungs- und Kommunikationsvermögen und selbständiger Lebensführung. Menschen mit Demenz fühlen sich daher in ihrer vertrauten Umgebung am sichersten.

Angehörige und weitere nahestehende Personen unterstützen in der Regel die demenzkranken Menschen so lange es irgendwie geht bei den Aktivitäten des täglichen Lebens. Sie übernehmen Betreuung und Pflege bei fortschreitender Hilfsbedürftigkeit und Abhängigkeit. Die Belastung für die Angehörigen ist dabei in der Regel sehr gross.

Häufigster Grund für Eintritt in Pflegeheime

Eine starke Pflegebedürftigkeit macht aber früher oder später einen Übertritt in ein Pflegeheim meistens unvermeidlich. Demenz ist denn auch mit Abstand der häufigste Grund, warum ältere Menschen im Pflegeheim leben, wie die Plattform pflege-heime.ch feststellt.

Im Jahr 2015 wurden in Schweizer Spitälern laut dem BAG 26'476 Patientinnen und Patienten mit einer Demenzerkrankung behandelt. Das entspricht einem Anteil von 2,4 Prozent aller hospitalisierten Patienten.

Menschen mit Demenz sind in den meisten Fällen hochaltrige Personen und zu zwei Dritteln Frauen. Die häufigste Form der Demenz ist die Alzheimer-Demenz. Laut der Alzheimer Gesellschaft gibt es aktuell kein Medikament gegen Demenz. Es bestehe aber Grund zur Hoffnung für die Zukunft, Medikamente von den Pharmakonzernen Biogen und Roche würden sich in einer späten Entwicklungsphase befinden.

Schätzungen der Kosten

Für die Schweiz liegen zwei grössere Studien mit Kostenschätzungen zu Demenzerkrankungen vor. Sie kommen zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Gemäss einer im Auftrag der Alzheimervereinigung erstellten Studie von 2010 verursachten Demenzerkrankungen im Jahr 2007 volkswirtschaftliche Kosten von 6,3 Milliarden Franken. In einer Studie aus dem Jahr 2014 im Auftrag des BAG wurden für das Jahr 2011 volkswirtschaftliche Kosten von 4,2 Milliarden Franken ermittelt.

Laut der neusten Statistik über Todesursachen des Bundesamts für Statistik (BFS) starben 2016 1789 Männer und 3975 Frauen in der Schweiz mit Hauptdiagnose Demenz. Seit 2010 bedeutet dies eine leichte Abnahme. Einzig bei den Frauen über 85 habe Demenz seit 2010 leicht zugenommen. (sda)

29. Dez 2018 / 09:30
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