• Frischgebackene Ständerätin: Die Freisinnige Johanna Gapany hat den bisherigen CVP-Ständerat Beat Vonlanthen aus dem Amt geworfen.
    Frischgebackene Ständerätin: Die Freisinnige Johanna Gapany hat den bisherigen CVP-Ständerat Beat Vonlanthen aus dem Amt geworfen.  (KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

Gapany verdrängt Vonlanthen in Freiburg

Überraschung im Kanton Freiburg: Der amtierende CVP-Ständerat Beat Vonlanthen ist im zweiten Wahlgang der Ständeratswahlen abgewählt worden. Neben SP-Präsident Christian Levrat zieht die 31-jährige Johanna Gapany (FDP) als erste Frau für den Kanton ins Stöckli ein.
Freiburg. 

Eine technische Panne verzögerte die Auszählung der Stimmen um mehrere Stunden: von 13 bis nach 21 Uhr. Lange Zeit fehlten nur noch wenige Gemeinden. Während Christian Levrat dank seines grossen Vorsprungs seiner Wiederwahl sicher sein konnte, mussten seine Mitstreiter zittern. Nur wenige Stimmen trennten den Bisherigen Beat Vonlanthen (CVP) und seine Herausforderin Johanna Gapany von der FDP.

Nach Auszählung der letzten Gemeinden war schliesslich am späteren Abend klar: Die 31-jährige Gapany drängt Vonlanthen aus dem Amt und zieht als erste Frau aus dem Kanton Freiburg in die kleine Kammer ein. Sie erzielte gemäss Angaben der Freiburger Staatskanzlei 31'122 Stimmen, Vonlanthen 30'964. Levrat machte mit 38'337 Stimmen das beste Resultat.

Beat Vonlanthen bedauerte am Abend vor Parteifreunden mit einer "gewissen Traurigkeit", dass seine Wiederwahl im zweiten Wahlgang nicht gelungen ist.

Grossrätin und Projektleiterin

Mit Levrat und Gapany vertreten gleich zwei Personen aus dem Greyerzbezirk den Kanton Freiburg in den kommenden vier Jahren im Ständerat.

Johanna Gapany wohnt in Bulle. Sie sitzt im Gemeinderat der 23'500 Einwohner zählenden Stadt, ist auch Freiburger Grossrätin und arbeitet als Projektleiterin bei einem Freiburger Privatspital.

SP-Präsident Levrat wohnt in Vuadens unweit von Bulle. Er kann im Dezember seine dritte Legislatur im Ständerat antreten. Seit vielen Jahren vertraten immer ein Französisch- und ein Deutschsprachiger den zweisprachigen Kanton Freiburg im Ständerat. Damit ist nun Schluss.

CVP will Nachzählung verlangen

Die Staatskanzlei entschuldigte sich am Sonntagabend in einem Communiqué für die Informatikpanne und die Verzögerung der Resultate. Sie werde die Gründe für diesen "Bug" im Detail analysieren und Massnahmen treffen, damit sich ein solcher Fall nicht wiederholt.

Die CVP Freiburg kündigte am Sonntagabend an, eine Nachzählung der Stimmen zu verlangen. Man werde am Montagmorgen bei der Staatskanzlei eine entsprechende Beschwerde einreichen, sagte CVP-Vizepräsident Markus Bapst am Abend gegenüber Medienvertretern. Als Grund nannte er die Probleme rund um die Bekanntgabe der Wahlergebnisse sowie das knappe Resultat. Man sei es den Wählern schuldig, diesbezüglich für Transparenz zu sorgen.

Mit den zweiten Wahlgängen vom Sonntag sind 33 der 46 Ständeratssitze besetzt. An zwei weiteren Tagen finden Wahlgänge in insgesamt neun Kantonen statt: am 17. November in Bern, Zürich, St. Gallen, Solothurn, Zug und Tessin. Am 24. November folgen die letzten Urnengänge in den Kantonen Aargau, Basel-Landschaft und Schwyz. (sda)

10. Nov 2019 / 21:23
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