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    Michael Seidl wurde schon 2013 in Liechtenstein verurteilt. Der 44-jährige Deutsche soll Anleger um 50 Millionen Euro geprellt haben.  (iStock)

Erhöhte Strafe gegen Millionenbetrüger

Das Kreisgericht Rorschach hat gegen Michael Seidl, der 2013 schon in Liechtenstein verurteilt wurde, eine zusätzliche Freiheitsstrafe von einem Jahr ausgesprochen. Der 44-jährige Deutsche soll Anleger um 50 Millionen Euro geprellt haben.
Rorschach. 

Das am Montag veröffentlichte Urteil des Kreisgerichts Rorschach ist noch nicht rechtskräftig. Das Gericht hatte den Fall im vergangenen Januar verhan- delt, damals aber noch kein Urteil gefällt.

Der gewerbsmässige Betrüger soll gegen 2000 Anleger aus Deutschland während Jahren um insgesamt 50,7 Millionen Euro betrogen haben. Das Geld sollte über eine Firma mit Sitz in Herisau und einer Zweigstelle in Rorschach investiert werden. Manche der Geprellten hofften, ihre Altersvorsorge sicher und lukrativ anzulegen.

Schneeballsystem

Sie wurden bitter enttäuscht: Statt das Geld wie versprochen zu investieren, soll es der Angeklagte verprasst und mit seiner Familie in Saus und Braus gelebt haben. Nach dem illegalen Schneeballsystem akquirierte der Deutsche über Ver- mittler immer neue Gelder und gaukelte den Anlegern Gewinne vor.

2011 erstatte ein Ex-Mitarbeiter Strafanzeige, und der Schwindel flog auf. Dir Firma ging Konkurs, die Anleger erlitten laut Anklage Verluste von 65 Mil- lionen Franken.

In Liechtenstein zu 7 Jahren verurteilt

Das Obergericht des Fürstentums Liechtenstein verurteilte den Firmenchef 2013 zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren, wegen Anlagebetrugs mit seiner dor- tigen Firma Money Service Group. Prominente Opfer waren der Ex-Rennfahrer Niki Lauda und der Skifahrer Harti Weirather.

Diese Strafe verbüsst der Mann derzeit in Liechtenstein. Danach soll er in der Schweiz ein zusätzliches Jahr im Strafvollzug verbringen. Das Kreisgericht Rorschach sprach ihn des gewerbsmässigen Betrugs, der Urkundenfälschung, Gläubigerschädigung, Verstösse gegen das Bankengesetz und weiterer Tatbestände schuldig.

Neben der Zusatzstrafe von einem Jahr verpflichtete es den Deutschen zur Zah- lung einer Ersatzforderung von sechs Millionen Franken. Verschiedene beschlag- nahmte Vermögenswerte seien einzuziehen. Das Urteil kann noch ans Kantonsgericht weitergezogen werden.

Arglistige Täuschung

In der Gerichtsverhandlung in Rorschach hatte der Staatsanwalt eine Zusatz- strafe von drei Jahren gefordert. Der Angeklagte habe die Anleger arglistig ge- täuscht. «Er wusste von Anfang an, was er tat.» Ein spätes Geständnis des Fi- nanzjongleurs vor dem Liechtensteiner Obergericht könne die Strafe nicht min- dern.

Der Verteidiger beantragte eine Zusatzstrafe von vier Monaten. Das Geständnis müsse zu Gunsten des Angeklagten angerechnet werden. Auch die Forderungen der Anleger sowie eine Ersatzforderung des Staatsanwalts von zwei Millionen Franken anerkenne er. Der Angeklagte selbst bat die Anleger um Entschuldigung. (sda)

18. Apr 2016 / 17:18
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