• Amadou Gon Coulibaly sollte bei der Präsidentenwahl im Oktober als Kandidat der ivorischen Regierungspartei antreten und stand Staatschef Alassane Ouattara nahe. Foto: Diomande Ble Blonde/AP/dpa
    Amadou Gon Coulibaly sollte bei der Präsidentenwahl im Oktober als Kandidat der ivorischen Regierungspartei antreten und stand Staatschef Alassane Ouattara nahe. Foto: Diomande Ble Blonde/AP/dpa  (Keystone/AP/Diomande Ble Blonde)

Ungewissheit nach Tod von Regierungschef von Côte d’Ivoire

Nach dem plötzlichen Tod des Regierungschefs von Côte d’Ivoire und Favoriten für das Präsidentenamt, Amadou Gon Coulibaly, herrscht Ungewissheit über die politische Zukunft des Landes.
Abidjan. 

Coulibaly war der Regierung zufolge am Mittwoch überraschend gestorben. Er sollte bei der Präsidentenwahl im Oktober als Kandidat der ivorischen Regierungspartei antreten und stand Staatschef Alassane Ouattara nahe. Der seit 2010 amtierende Präsident wollte bei der Wahl nicht erneut antreten.

Präsident Ouattara würdigte Coulibaly, der dreissig Jahre lang sein engster Mitarbeiter gewesen sei. Nach einem Bericht des ivorischen Senders RTI erlitt Coulibaly während einer Kabinettssitzung einen Herzinfarkt. Es war die erste Sitzung nach seiner Rückkehr von einer mehrwöchigen medizinischen Behandlung in Frankreich.

Wer die Nachfolge von Coulibaly antreten würde, war zunächst unklar. Derzeit mache man sich keine Gedanken darüber, sagte am Donnerstag Adama Bictogo, der Exekutivsekretär der Regierungspartei RHDP. Der Tod Coulibalys ist Experten zufolge aber ein Rückschlag für die Partei so kurz vor der Präsidentenwahl am 31. Oktober. Es werde nun schwer sein, einen neuen Kandidaten zum Sieg zu führen, sagte Oumar Silue, ein Soziologe an der Universität von Bouaké. Experten halten es für möglich, dass Ouattara doch für eine dritte Amtszeit antritt.

Côte d’Ivoire mit ihren rund 25 Millionen Einwohnern hat in der Vergangenheit immer wieder politische Unruhen erlebt. 2010 brach nach umstrittenen Präsidentschaftswahlen ein Bürgerkrieg aus, dem etwa 3000 Menschen zum Opfer gefallen sein sollen. Das Land war bis 1960 eine französische Kolonie und hat noch immer enge Verbindungen nach Frankreich. Es ist der grösste Exporteur von Kakao. (sda/dpa)

09. Jul 2020 / 16:55
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