• US-Präsident Donald Trump hat den Rückzug von US-Soldaten aus Syrien mit einem historischen Vergleich verteidigt. Er sagte, die im Kampf gegen die IS-Terrormiliz mit den USA verbündeten Kurden hätten im Zweiten Weltkrieg nicht die USA unterstützt. (Foto: Jim Lo Scalzo/EPA)
    US-Präsident Donald Trump hat den Rückzug von US-Soldaten aus Syrien mit einem historischen Vergleich verteidigt. Er sagte, die im Kampf gegen die IS-Terrormiliz mit den USA verbündeten Kurden hätten im Zweiten Weltkrieg nicht die USA unterstützt. (Foto: Jim Lo Scalzo/EPA)  (KEYSTONE/EPA/JIM LO SCALZO)

Trump verteidigt US-Rückzug aus Syrien

Mit einem seltsamen historischen Vergleich hat US-Präsident Donald Trump den Abzug von US-Soldaten aus Nordsyrien verteidigt: Die jetzt von einer türkischen Militäroffensive betroffenen Kurden hätten die USA schliesslich nicht im Zweiten Weltkrieg unterstützt.
Washington. 

"Sie haben uns nicht im Zweiten Weltkrieg geholfen, sie haben uns beispielsweise nicht mit der Normandie geholfen", sagte Trump am Mittwoch in Washington. Die Kurden würden vielmehr für "ihr Land" kämpfen.

Der US-Präsident verwies bei seiner Argumentation auf einen "sehr, sehr starken Artikel" vom Mittwoch. Offenbar meinte Trump damit einen Kommentar auf der konservativen Website Townhall, in dem seine Entscheidung zum Abzug der US-Truppen aus Nordsyrien verteidigt wurde.

Die USA hätten den Kurden bereits viel Unterstützung zukommen lassen, führte Trump aus. "Wir haben enorme Geldbeträge ausgegeben, um den Kurden zu helfen, mit Munition, mit Waffen, mit Geld, mit Sold." Zugleich betonte Trump: "Wir mögen die Kurden".

Vorhaltungen aus der eigenen Partei

Zu Vorhaltungen aus der eigenen Partei, einige inhaftierte Kämpfer des islamischen Staats (IS) könnten im Chaos der türkischen Angriffe entkommen und woanders eine Bedrohung darstellen, spielte Trump eine Gefahr für die USA herunter. "Nun, sie werden nach Europa fliehen. Dort wollen sie hin", sagte er am Mittwoch.

Senator Lindsey Graham - einer der engsten Vertrauten von Trump im Kongress und Republikaner wie er - hatte den Präsidenten offen kritisiert: "Dies ist die Mentalität vor dem 11. September, die den Weg für den 11. September ebnete: Was in Afghanistan passiert, geht uns nichts an. Wenn er damit weitermacht, ist dies der grösste Fehler seiner Präsidentschaft", sagte Graham dem Sender "Fox News" mit Blick auf die Angriffe von Islamisten in den USA mit vier gekaperten Flugzeugen im Jahr 2001.

Die Türkei hatte am Mittwoch ihre Militäroffensive gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Nordsyrien begonnen. Möglich wurde die Offensive durch den von Trump angeordneten Abzug von US-Soldaten aus der Region. Die YPG-Miliz war ein wichtiger Verbündeter der USA im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). (sda/afp/reu)

10. Okt 2019 / 02:25
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