• Tausenden Gläubige verfolgten den Kreuzweg am Kolosseum. Die
Zeremonie im Gedenken an den Leidensweg Jesu Christi lief im Schein vieler Fackeln auf der sogenannten Via Crucis ab.
    Tausenden Gläubige verfolgten den Kreuzweg am Kolosseum. Die Zeremonie im Gedenken an den Leidensweg Jesu Christi lief im Schein vieler Fackeln auf der sogenannten Via Crucis ab.  (KEYSTONE/AP/ANDREW MEDICHINI)

Papst leitet Kreuzweg am Kolosseum

Papst Franziskus hat am Karfreitag mit Tausenden von Gläubigen den Kreuzweg gebetet. Die traditionelle Zeremonie im Gedenken an den Leidensweg Jesu Christi vor 2000 Jahren lief im Schein vieler Fackeln auf der sogenannten Via Crucis vor dem Kolosseum ab.
Rom Vatikanstadt. 

Franziskus folgte der Zeremonie von einem Pavillon auf dem Palatin-Hügel aus. Viele Gläubige hatten stundenlang auf den Beginn der Zeremonie vor dem Kolosseum gewartet.

Die italienische Ordensfrau und Chefin der Vereinigung "Slaves no more", Eugenia Bonetti, verfasste in diesem Jahr die Meditationen für den Kreuzweg und machte auf das Thema Menschenhandel aufmerksam. Auch im Jahr 2019 gebe es noch Menschen, die "gekreuzigt werden", damit sich andere bereicherten. Dabei bezog sie sich auf die Zwangsprostitution von Migrantinnen, besonders von Minderjährigen. Jeder Einzelne sei aufgerufen, sich persönlich gegen Menschenhandel einzusetzen, führte sie weiter aus.

Innere Spaltung

Zum Abschluss des Kreuzwegs gedachte der Papst der Migranten, welche die Tore aufgrund politischer Kalküle geschlossen vorfänden. In seinem Gebet sprach der Heilige Vater auch von der Plage der Pädophilie und beklagte dabei das Leiden der Kinder, die in ihrer "Unschuld und Reinheit" verletzt würden. Der Pontifex sprach auch von der katholischen Kirche, die oft von inneren Spaltungen geplagt sei und von aussen angegriffen würde.

Die Zeremonie ist Teil der Osterfeierlichkeiten in Rom und gilt als eine der schönsten Andachten im römischen Kirchenjahr. Hohe Sicherheitsvorkehrungen wurden in Hinblick auf den Kreuzweg in Rom ergriffen. Anti-Terror-Einheiten und Spezialkräfte der Polizei überwachten die gesamte Veranstaltung. Tausende Soldaten wurden zudem für die Sicherheit in Rom während der Osterfeiertage eingesetzt.

Höhepunkt an Ostern

Vor Beginn des Kreuzwegs hatte der Papst mit einem Gottesdienst im Petersdom dem Leiden und Sterben Jesu gedacht. Nach Lesungen aus der Heiligen Schrift und den Grossen Fürbitten stand die Verehrung des Kreuzes im Zentrum der Feier. Zahlreiche Kardinäle und Bischöfe sowie beim Heiligen Stuhl akkreditierte Diplomaten nahmen an der Zeremonie teil. Die Predigt hielt der Kapuzinerpater Raniero Cantalamessa.

Der Kreuzweg ist die längste der Osterliturgien und dauert beinahe drei Stunden. Er gilt als stimmungsvollste Liturgie der Karwoche. Den Höhepunkt der Osterfeierlichkeiten im Vatikan bildet die Osternachtmesse am Samstagabend. Weitere Höhepunkte der Osterfeiertage im Vatikan sind am Sonntagvormittag die Ostermesse des Papstes auf dem Petersplatz (10.30 Uhr) und um die Mittagszeit der feierliche Segen "Urbi et orbi". (sda/apa)

19. Apr 2019 / 22:29
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