• In der Strasse von Hormus soll das Mullah-Regime von Iran am Freitagabend erneut ausländische Tanker zumindest zeitweise festgesetzt haben. (Symbolbild)
    In der Strasse von Hormus soll das Mullah-Regime von Iran am Freitagabend erneut ausländische Tanker zumindest zeitweise festgesetzt haben. (Symbolbild)  (KEYSTONE/EPA EFE/A. CARRASCO RAGEL)

Iran stoppt zwei britische Öltanker

Die Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) haben nach eigenen Angaben einen unter britischer Flagge fahrenden Öltanker in der Strasse von Hormus gestoppt. Später bestätigte London, dass auch noch ein zweiter Tanker aufgebracht worden sei.
Teheran/Gibraltar. 

Das Schiff der schwedischen Firma "Stena Bulk" habe internationale Vorschriften nicht beachtet, hiess es auf dem Internetportal der iranischen Revolutionsgarden. Das Unternehmen bestätigte den Zwischenfall und teilte mit, dass sich mehrere unbekannte kleinere Boote und ein Helikopter der "Stena Impero" genähert hatten, als sich das Schiff in internationalen Gewässern befunden habe.

23 Crew-Mitglieder an Bord

Das Unternehmen habe derzeit keinen Kontakt zur Besatzung des Schiffes. An Bord befinden sich nach Unternehmensangaben 23 Crew-Mitglieder. Es gebe keine Nachrichten über Verletzte. Man stehe in engem Kontakt zu den britischen Behörden.

Wie Daten der Internetseite Marine Traffic zeigen, verliess die "Stena Impero" gegen 17.30 Uhr Schweizer Zeit ihren Kurs, als sie die Strasse von Hormus passiert hatte. Das Schiff war vom Hafen Fudschaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten aus auf dem Weg in Richtung Al-Dschubail in Saudi-Arabien. Zuletzt zeigten die Daten, dass sich das Schiff in Richtung der iranischen Insel Keschm befand.

Ebenfalls am Freitag wurde ein unter liberischer Flagge fahrender Tanker in Richtung Iran abgedrängt. London bestätigte die Festsetzung dieses Schiffes. Nach Medienberichten soll es sich um die "Mesdar" der britischen Norbulk Shipping UK handeln. Später gab der Iran den gestoppten Öltanker "Mesdar" wieder frei, wie die britische Reederei Norbulk Shipping UK am Freitagabend mitteilte.

"Die Festsetzungen sind unakzeptabel", sagte der britische Aussenminister Jeremy Hunt. Noch am Freitagabend trat in London nach Medienberichten der Nationale Sicherheitsrat (Cobra) zu Beratungen zusammen.

Trump will sich mit London absprechen

US-Präsident Donald Trump will sich nach den jüngsten Zwischenfällen mit britischen Tankern im Golf von Hormus eng mit Grossbritannien abstimmen. "Wir werden mit dem Vereinigten Königreich sprechen", sagte Trump am Freitag vor Journalisten. Er werde mit der Regierung in London zusammenarbeiten, fügte er hinzu.

Der Iran mache nichts als Ärger, erklärte Trump weiter. Das Land sei in grossen Schwierigkeiten, die Wirtschaft breche zusammen. "Es ist sehr einfach für uns, das noch viel schlimmer zu machen." Trump beauftragte einen republikanischen Senator, eine mögliche Aufnahme von Gesprächen mit dem Iran auszuloten.

Tanker in Gibraltar an der Kette

Schon seit Anfang Juli liegt in Gibraltar der iranische Öltanker "Grace 1" an der Kette, und er wird aus dem britischen Überseegebiet weiterhin nicht auslaufen können. Der Oberste Gerichtshof von Gibraltar beschloss am Freitag, das Schiff für weitere 30 Tage festzusetzen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Die Behörden von Gibraltar verdächtigen den Iran, Syrien unter Verstoss gegen internationale Sanktionen mit Öl beliefern zu wollen. Der Tanker wurde am 4. Juli aufgebracht, mit rund zwei Millionen Liter Öl an Bord. Teheran hatte die Beschuldigungen Gibraltars zurückgewiesen und von einem Akt der "Piraterie" gesprochen.

Die britische Regierung hatte Mitte Juli die Freigabe der "Grace 1" in Aussicht gestellt. Dafür müsse Teheran aber garantieren, dass das Schiff nicht nach Syrien fahre, sagte der britische Aussenminister Jeremy Hunt.

Seit dem Ausstieg Washingtons aus dem internationalen Atomabkommen mit Teheran im Mai 2018 gibt es zunehmende internationale Spannungen. Die iranischen Revolutionsgarden hatten am Donnerstag bekanntgegeben, dass sie im Persischen Golf den Tanker "Riah" festsetzten, der unter der Flagge Panamas fährt. (sda/afp/dpa)

19. Jul 2019 / 23:43
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