• Insbesondere in reichen Ländern misstraut die Bevölkerung der Sicherheit von Impfungen. (Symboldbild)
    Insbesondere in reichen Ländern misstraut die Bevölkerung der Sicherheit von Impfungen. (Symboldbild)  (KEYSTONE/GAETAN BALLY)

Geringstes Impf-Vertrauen in reichen Ländern

Menschen in Ländern mit hohen Einkommen haben weltweit am wenigsten Vertrauen in Impfungen. In Westeuropa glauben 22 Prozent der Menschen, dass Impfungen gefährlich sind. Experten sprechen von einem "Nachlässigkeitseffekt".
Washington. 

In Frankreich hält rund 33 Prozent der Bevölkerung Impfungen für gefährlich. In Bangladesch und Ruanda hingegen ist fast die gesamte Bevölkerung überzeugt, dass Impfungen ungefährlich, wirksam und wichtig sind. Die Beispiele illustrieren die Unterschiede in der Wahrnehmung von Impfungen, die die Studie der britischen Wohltätigkeitsorganisation Wellcome aufgedeckt hat.

Für die Studie befragte das Meinungsforschungsinstitut Gallup zwischen April und Dezember 2018 mehr als 140'000 Menschen ab 15 Jahren in 144 Ländern, darunter auch die Schweiz.

Die Schweizer Bevölkerung liegt bei ihrer Meinung zu Impfungen mehr oder weniger im westeuropäischen Durchschnitt. Auch hierzulande halten 22 Prozent der Befragten Impfungen für potenziell gefährlich, nur 53 Prozent halten sie explizit für sicher. Dennoch ist mit 77 Prozent eine Mehrheit überzeugt von der Wirksamkeit von Impfungen.

Etwas unter dem Durchschnitt liegt die Schweiz bei der Frage, ob Impfungen für Kinder wichtig seien: Nur 76 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer stimmten zu. Im westeuropäischen Durchschnitt sind es 83 Prozent.

Das mangelnde Vertrauen gegenüber Impfungen in wohlhabenden Ländern bezeichnete Imran Khan, Wellcomes Leiter für Öffentlichkeitsarbeit, als "Nachlässigkeitseffekt". Hohes Vertrauen gebe es vor allem in Ländern mit mehr Infektionskrankheiten. In entwickelten Ländern hingegen sei die Gefahr, infiziert zu werden, meist geringer - selbst ohne Immunisierung. Wer sich dort anstecke, werde "vielleicht nicht so krank oder stirbt nicht, weil wir ziemlich gute Gesundheitssysteme haben", fügte Khan hinzu.

wellcome.ac.uk (sda/afp)

19. Jun 2019 / 10:43
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