• Demonstranten und Polizisten treffen auf den Stufen des Parlamentsgebäudes in Belgrad aufeinander. Die Demonstranten protestieren gegen geplante drastische Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Serbien. (Foto: Marko Drobnjakovic/AP/KEYSTONE-SDA)
    Demonstranten und Polizisten treffen auf den Stufen des Parlamentsgebäudes in Belgrad aufeinander. Die Demonstranten protestieren gegen geplante drastische Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Serbien. (Foto: Marko Drobnjakovic/AP/KEYSTONE-SDA)  (KEYSTONE/AP/Marko Drobnjakovic)

Erneut Unruhen in Serbien

Ungeachtet des Rückziehers von Präsident Aleksandar Vucic sind in der serbischen Hauptstadt Belgrad und anderen Städten des Balkanlandes am Mittwochabend erneut Tausende Menschen gegen die Corona-Schutzmassnahmen auf die Strassen gegangen.
Belgrad. 

Die Polizei setzte nach Medienberichten wieder Tränengas und Knüppel gegen die Demonstranten ein. Auch berittene Polizei kam zum Einsatz. Die Demonstranten warfen Steine und Feuerwerkskörper auf die Polizisten.

In Belgrad riegelten starke Polizeieinheiten das Zentrum am Abend ab. Gegen Mitternacht flauten die Proteste ab, die Menschenmassen lösten sich nach Medienberichten allmählich auf. Nach ersten Medienberichten wurden mindestens zehn Polizisten verletzt. Das serbische Fernsehen berichtete, dass Kamerateams bei den Protesten in Novi Sad und Nis von Demonstranten angegriffen worden seien.

Die schon seit einigen Tagen dauernden Proteste richten sich gegen geplante drastische Massnahmen zur Eindämmung der erneut aufgeflammten Corona-Pandemie in Serbien. Präsident Vucic hatte zwar die für das Wochenende geplante Ausgangssperre zurückgenommen, dafür aber andere Massnahmen des Krisenstabs der Regierung für Donnerstag angekündigt.

In der Zeit des Corona-Ausnahmezustands von Mitte März bis Anfang Mai hatte die Regierung die Ausbreitung der Pandemie mit umfassenden Ausgangssperren bekämpft. Die Infektionszahlen gingen deutlich zurück. Doch seit gut zwei Wochen stecken sich wieder um die 300 Menschen pro Tag nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 an. Besonders die Hauptstadt Belgrad ist betroffen. (sda/dpa)

09. Jul 2020 / 04:29
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