• Vatikan-Besucher mit Atemschutzmasken gegen das Coronavirus am Mittwoch im Vatikan in Rom. Die grösste Sorge innerhalb Europas bereitet die Lage in Italien.
    Vatikan-Besucher mit Atemschutzmasken gegen das Coronavirus am Mittwoch im Vatikan in Rom. Die grösste Sorge innerhalb Europas bereitet die Lage in Italien.  (KEYSTONE/AP/Alessandra Tarantino)

Coronavirus breitet sich weiter aus

Das Coronavirus breitet sich weltweit weiter aus: Erstmals seit Ausbruch des Virus in China wurden mehr neu gemeldete Fälle ausserhalb Chinas als in der Volksrepublik selbst registriert, wie die Weltgesundheitsorganisation WHO am Mittwoch mitteilte.
Rom. 

In Italien, dem am stärksten betroffenen Land Europas, stieg die Zahl der Todesopfer nach Behördenangaben am Mittwoch auf zwölf, die Zahl der Infizierten auf 374.

In China nahm die Zahl der neu gemeldeten Todesfälle und Infektionen weiter ab. Am Mittwoch wurden 52 neue Todesfälle gemeldet - die niedrigste Rate seit drei Wochen. Die Zahl der Neuinfektionen fiel auf 406. Bislang starben damit dort 2715 Menschen an dem Virus, mehr als 78'000 infizierten sich. Ausserhalb Chinas wurden bislang 2790 Infizierte und 44 Todesfälle in 37 Ländern registriert.

Am Dienstag wurden mit 411 Fällen erstmals weniger Neuinfektionen in China selbst als im Rest der Welt gemeldet, wo es 427 Fälle waren, wie WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf berichtete. Die grössten Infektionsherde ausserhalb der Volksrepublik sind der Südkorea, der Iran und Italien.

"Zutiefst besorgniserregend"

Tedros bezeichnete die "plötzliche Zunahme der Fälle" in diesen Ländern als "zutiefst besorgniserregend". Eine Pandemie will die WHO aber noch nicht ausrufen. Dies sollte nicht überstürzt werden, sagte Tedros, da dies den Eindruck erwecken könne, "dass wir das Virus nicht länger eingrenzen können, was nicht wahr ist".

Auch EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides warnte am Mittwoch vor unangebrachter Panik. "Die Lage gibt Anlass zur Sorge, aber wir dürfen nicht in Panik verfallen", sagte sie nach einem Treffen mit Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza in Rom.

Die grösste Sorge innerhalb Europas bereitet die Lage in Italien. Frankreich, Österreich, Kroatien und die Schweiz hatten am Dienstag Infektionsfälle gemeldet, die dort ihren Ausgang hatten. Auch Algerien und Griechenland meldeten am Mittwoch erste Coronavirus-Fälle, die im Zusammenhang mit Italien standen.

Spahn sieht Beginn von Epidemie

In Deutschland breitete sich das Virus ebenfalls weiter aus. Erstmals wurden Infektionen in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bestätigt. Damit wurden in Deutschland bislang 19 Ansteckungsfälle nachgewiesen.

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn sieht Deutschland "am Beginn einer Coronavirus-Epidemie". Er habe die Gesundheitsminister der deutschen Bundesländer in einer Telefonkonferenz aufgefordert, ihre Pandemiepläne "zu aktivieren und ihr mögliches Inkrafttreten vorzubereiten". "Die Lage hat sich in den letzten Stunden geändert, das muss man leider sagen", sagte Spahn am Mittwoch in Berlin.

Aus Frankreich wurde am Mittwoch ein zweites Todesopfer gemeldet. Ein 60 Jahre alter Franzose starb in der Nacht zum Mittwoch in Paris.

Hotelgäste sitzen fest

In Spanien wurden bis Mittwoch acht Infektionsfälle registriert - vier davon in einem Hotel auf der Ferieninsel Teneriffa. Am Mittwoch wurde das Virus bei zwei weiteren italienischen Gästen des Hotels nachgewiesen. Zuvor waren bereits zwei Italiener der selben Reisegruppe positiv getestet worden. Den zweiten Tag in Folge durften deshalb hunderte Urlauber das Hotel nicht verlassen.

Unter den Gästen sind auch mehrere Schweizer, wie das Aussendepartement EDA am Mittwoch auf Anfrage bestätigte. Sie seien wohlauf und befolgten die Anordnungen der verantwortlichen Behörden. Auch aus der Region um Madrid, Valencia und Barcelona wurden insgesamt vier Fälle gemeldet.

In Österreich wurde die Sperrung eines Hotels in Innsbruck wieder aufgehoben, nachdem 62 Mitarbeiter und Gäste getestet worden waren. Insgesamt wurden zwölf Menschen isoliert, die engeren Kontakt mit einer infizierten italienischen Rezeptionistin des Hotels hatten.

Italiens Nachbarländer hatten am Dienstag trotz der Ausbreitung des Virus entschieden, die Grenzen vorerst offen zu lassen. Mehrere Regierungen raten ihren Staatsbürgern inzwischen aber von Reisen nach Italien ab. Frankreich empfahl seinen Bürgern, die betroffenen Regionen zu meiden. Auch Russland warnte vor Reisen nach Italien, Südkorea und in den Iran.

In allen Landesteilen des Irans

Im Iran meldeten die Behörden am Mittwoch 44 neue Fälle. Damit stieg die Zahl der Infektionen auf insgesamt 139. Vier weitere Menschen starben an den Folgen der Covid-19-Krankheit im Iran, damit liegt die Zahl der Todesopfer bei 19. Das Virus hat sich im Iran inzwischen auf alle Landesteile ausgebreitet.

Auch in Südkorea schien die Ausbreitung am Mittwoch an Fahrt aufzunehmen: Mehr als 280 Neuinfektionen und damit so viele wie nie innerhalb eines Tages wurden dort gemeldet. Insgesamt liegt die Zahl der Infizierten dort damit bei mehr als 1260, zwölf Menschen starben. (sda/afp/dpa)

26. Feb 2020 / 19:53
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