• Bushaltestelle in Vaduz
    Die Bushaltestelle Schwefel an der Meierhofstrasse in Vaduz.  (Daniel Schwendener)

Warum heisst das Gebiet «Schwefel» eigentlich so?

Wieso das Gebiet «Schwefel» in Vaduz so heisst wie es heisst, gibt Rätsel auf. Hatte der Teufel seine Finger im Spiel?

Wer mit dem Bus durch das Land fährt, fragt sich bei manchen Haltestellen, wieso sie so heissen, wie sie eben heissen. In der Serie «näherdran» werden einige davon erklärt. Diesmal geht es um die Haltestelle «Schwefel» in Vaduz.

Wurde hier etwa einmal der Teufel gesehen? Schliesslich wird diesem Schwefelgeruch nachgesagt. Oder riecht es nach Schwefel? Hinweise gibt es auf beides nicht. 
Möglicherweise zu Recht. Denn früher nannte man das Gebiet «Schwebel» mit «b». Die ersten Erwähnungen gehen laut Liechtensteiner Namenbuch auf 1607 zurück. Für das Jahr 1721 wurden auch Belege mit einem «ä» erwähnt, also der Schreibweise «Schwäbel». Mit b, ä oder e ausgesprochen – eigentlich würde man von einer Erklärung wie schwefelhaltigem Wasser oder wenigstens Schwefelgerüchen aus­gehen.

LKW-Chef weiss die Lösung
Die Lösung des Rätsels hat Gerald Marxer, Vorsitzender der Geschäftsleitung der LKW – er verweist auf die Berichterstattung in den Jahren 2012 bis 2014, als die LKW für das Pumpspeicherkratfwerk Samina im Gebiet Schwefel einen Stollen gebaut haben. «Dabei sind massiv schwefelhaltige Quellen aufgetaucht, die das ganze Gebiet über viele Tage in eine dichte Schwefelwolke getaucht haben. Die Anwohner haben damals eine geruchsintensive Zeit erlebt.»

Somit sei davon auszugehen, dass die schwefelhaltigen Quellen in vergangener Zeit auch oberflächlich auftraten und entsprechend wirklich Schwefelgestank den Flurnamen geprägt habe, so Marxer.

Schwefel gibt es auch als Kapelle oder Kindergarten
Den Flurnamen Schwefel kennt man auch im Vorarlbergischen. In Hohenems ist sogar eine Kapelle danach benannt. Diese trägt neben «Kapelle Schwefel» auch den Namen «Kapelle zur heiligen Dreifaltigkeit». Man ist geneigt zu sagen, dass die Kapelle Gott sei Dank noch diesen anderen Namen hat. Nicht dass der Teufel noch meint, er hätte dort etwas zu suchen. 

Den Namen Schwefel für die Flur bei der Kapelle kommt vom Schwefelbrunnen, der ganz in der Nähe des Gotteshauses steht. Früher hatte es ein Schwefelbad im Umkreis der heutigen Kapelle. Dieses war das älteste Heilbad in Vorarlberg, bis es 1975 den Betrieb einstellte. Auch ein Restaurant in Hohenems nennt sich «Berg Schwefel». Einen Gasthof Schwefel gab es auch einmal in Vaduz. Dieser befand sich dort, wo heute das «Luce» liegt. Der Flurname gab auch dem Kindergarten im Quartier den Namen – dem Kindergarten Schwefel. Er liegt an der gleichnamigen Strasse, in der Nähe der Bushaltestelle Schwefel. (jeb)

29. Nov 2019 / 17:12
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