• Kurt Prantl
    Kurt Prantl in seiner Galerie am Lindenplatz.

Eine wichtige Plattform für Künstler

Vor 32 Jahren gründete Kurt Prantl – angeregt von kunstinteressierten Freunden – die Galerie am Lindenplatz in Schaan. 1999 zog sie nach Vaduz. In all den Jahren konnte Prantl einigen Künstlern bei ihrem Aufstieg helfen, von denen zwei derzeit in Vaduz ausstellen.
Vaduz. 

Nach der Gründung 1986 und 13 Jahren Geschäftstätigkeit am Lindenplatz in Schaan zügelte Kurt Prantl mit seiner Galerie nach Vaduz, weil er sich durch die Nähe zum neu eröffneten Kunstmuseum Synergien erhoffte. Dies habe leider nicht funktioniert, erzählt Kurt Prantl bei einem Galeriebesuch. «Unser Programm ist ein anderes wie das des Kunstmuseums, das sich vorwiegend auf die Arte Povera fokussiert», so Prantl. Die Galerie am Lindenplatz zeigt vorwiegend konstruktive Kunst – in den letzten Jahren fand eine inhaltliche Öffnung in Richtung abstrakte Kunst statt. 

Langfristige Partnerschaften mit Künstlern
Prantls Galeriebetrieb zeichnet sich neben der klaren inhaltlichen Ausrichtung auch dadurch aus, dass sie langfristig mit den selben Künstlern zusammenarbeitet und sie auf ihrem Weg nach oben begleitet. Mit Max Bill, Gottfried Honegger und Heinz Mack verband Prantl über 30 Jahre lang eine geschäftliche und freundschaftliche Beziehung. «Über diese langfristige Zusammenarbeit schaffen es die Künstler auch ins Bewusstsein der Sammler», erklärt Prantl. Durch diese Sichtbarmachung von jungen Künstlern erfülle die Galerie auch einen künstlerischen Auftrag. Die Künstler werden nicht nur in der eigenen Galerie und an Messen gezeigt, sondern auch in befreundeten Galerien. Des Weiteren fertigt Prantl Kataloge für die Künstler an. Darunter finden sich auch regionale Kunstschaffende wie Georg Malin, Bruno Kaufmann sowie Hanna Roeckle, die er alle international präsentierte. Diese regionale Förderung von Künstlern werde von der Kulturstiftung Liechtenstein leider nicht honoriert, gibt Kurt Prantl zu bedenken. Weder durch finanzielle Unterstützungen für Ausstellungen noch durch Ankäufe sei die Galerie je unterstützt worden, da diese profitorientiert arbeitet. «Wir brauchen jedoch einen Umsatz, um diesen wieder in Künstler investieren zu können», erklärt der Galerist. Für ihn ist ganz klar, dass Galerien einen kulturellen Auftrag erfüllen. Denn die Künstler erhielten eine Plattform, «sofern sie ins Programm passen». Dadurch hätten sie die Chance, Kuratoren bei Kunstmessen oder Ausstellungen auf sich aufmerksam zu machen.

Feinprofilierte Holz-Skulpturen und -Reliefs
Einem der durch Prantl geförderten Künstler, Alfred Haberpointner, ist es gelungen, international durchzustarten. Seit gut 20 Jahren darf der Österreicher Bildhauer immer wieder in der Galerie am Lindenplatz ausstellen. Und auch jetzt sind in Vaduz wieder Werke des erfolgreichen Künstlers zu sehen. Haberpointners Hauptmaterial ist Holz, das er mit Kettensäge und Feile zu Skulpturen oder Reliefs verarbeitet. Seine Köpfe wie auch seine Reliefs zeichnen sich durch Einschnitte der Kettensäge wie auch durch fein geschnittene Profile im Holz aus, die seine Werke unverkennbar machen.

Klare Identität seit über 40 Jahren
Ein weiterer erfolgreicher Künstler, der derzeit in Vaduz zu sehen ist, ist der Schweizer Maler Josef Ebnöther. Vor mehr als 40 Jahren organisierte Kurt Prantl für den damals knapp 40-Jährigen eine Ausstellung in Vorarlberg. «Damals konnte jedoch kaum jemand etwas mit seiner abstrakten Kunst anfangen», erzählt Prantl. Vor Kurzem feierte er seinen 80. Geburtstag mit einer grossen Ausstellung im Kunstmuseum Appenzell und zählt mittlerweile zu den bedeutendsten, noch lebenden (Ost-)schweizer Künstlern. Dank der Kombination von feinen Linien und groben Strukturen ist in all seinen Werken eine klare Identität spürbar. «Einzig ein bisschen farbiger sind seine Werke geworden», so Prantl.

Musikalität und Schlosser-Handwerk
Den beiden Altmeistern sind in der Galerie am Lindenplatz die zwei Künstler Nikola Dimitrov und Stefan Faas gegenübergestellt, mit denen Prantl erst seit ein paar Jahren zusammenarbeitet. Dimitrov kommt ursprünglich von der Musik, weshalb man seinen Bildern eine gewisse Rhythmisierung ansieht. Die feinen Striche, die an Notenlinien erinnern, erzeugen durch Überlagerungen und Richtungswechsel eine Moire-Wirkung. Durch das vibrierende Gefühl lässt sich Dimitrov auch dem Bereich der Op-Art zuordnen. Bildhauer Stefan Faas kommt vom handwerklichen Bereich. Nach seiner Lehre als Schlosser absolvierte er die Meisterprüfung, bevor er sein Kunststudium in Angriff nahm. Seine Skulpturen in antropomiren (=menschlichen) Formen – abstrahierte Köpfe wie auch schmale Figuren – sind aus einem speziellen Chromspiegelstahl geschaffen, der ihnen einen makellosen Glanz verleiht. Bis die Skulpturen ihre reine Spiegeloberfläche erreichen, sind jedoch über 30 mühsame Arbeitsschritte nötig. Dafür können sich seine Skulpturen gegen jegliche äussere Einflüsse behaupten.

Und eines seiner in Vaduz ausgestellten Hauptwerke ist bald in einem privaten Skulpturengarten in Liechtenstein zu bewundern. «Von all diesen Künstlern sind Werke in Liechtenstein und der Region geblieben», weiss Prantl. «Denn jeder der Vier hat seine Fans im Land.» (mk)

05. Okt 2018 / 18:57
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