• Leander Schädler in Triesenberg
    Leander Schädler (Verein TMS-Tourismus)  (Daniel Schwendener)

Tourismus-Hochburg in Höhenlage

In touristischer Hinsicht hat die Gemeinde Triesenberg bereits heute viel zu bieten. Gleichwohl sieht Leander Schädler vom Verein Triesenberg–Malbun–Steg-Tourismus noch viel Verbesserungspotenzial. Insbesondere für die Monate, in denen kein Schnee liegt.
Triesenberg. 

Für kaum eine andere Gemeinde spielt der Tourismus eine grössere Rolle als für Triesenberg. Das Geschäft mit Besuchern aus dem In- und Ausland sei eminent wichtig, sagt Leander Schädler vom Verein Triesenberg–Malbun–Steg-Tourismus (TMS-Tourismus). Es verschaffe der Gemeinde ein positives Image, wertvolle Einnahmen, sorge für eine hohe Wertschöpfung und generiere Arbeitsplätze – gerade auch für die Berger Bevölkerung, was die Walsersiedlung wiederum als Wohngemeinde attraktiver macht. Eine ähnliche Wirkung kann da eigentlich nur noch das Gewerbe entfalten, das ebenfalls Einheimische in grösserer Zahl zu beschäftigen vermag. «Der Rest der Triesenberger», so Schädler, «pendelt ins Tal.» 

Ein solch wertvolles Gut gilt es zu hegen und zu pflegen. Das tut die Gemeinde – und betreibt einen hohen finanziellen wie organisatorischen Aufwand. «Es gibt praktisch keine Gemeinderatssitzung, an der das Thema nicht auf der Traktandenliste steht», berichtet der Geschäftsführer von TMS-Tourismus.

Handlungsbedarf gibt es immer
Bislang wurde nach seinem Dafürhalten dabei vieles richtig gemacht. «Mit der gegenwärtigen Situation können wir sicher zufrieden sein», meint Schädler. Sich darauf auszuruhen wäre indes wenig ratsam. Der Tourismus gilt schliesslich als Branche, die sich durch einen ungemein harten Konkurrenzkampf und grosse Dynamiken auszeichnet. Hinzu kommen sich verändernde Rahmenbedingungen, denen die Verantwortlichen mit adäquaten Lösungen begegnen müssen. Die Positionierung im Markt wird so zur Dauerherausforderung.

In diesem komplexen Handlungsfeld geht es zuvorderst darum, den Tourismus ausserhalb der kalten Jahreszeit zu stärken. «Im Winter sind wir – natürlich gerade in Malbun – gut aufgestellt», sagt Schädler. Das Skigebiet werde weithin als kleines, familienfreundliche Wintersportdestination geschätzt, wobei hieran auch die angeschafften Schneekanonen einen grossen Anteil hätten. Allerdings machen es die rückläufigen Niederschlagsmengen unausweichlich, sich künftig breiter aufzustellen. «Die Winter», so Schädler, «werden kürzer, die Sommer länger.» Folgerichtig gewinne das Sommergeschäft an Bedeutung. «Das betonen auch unsere Hoteliers immer wieder.»

Rollstuhlgerechte Wanderwege
Die jüngst lancierte Bergstrategie der Regierung, die als Herzstück die Installation von Schaukeln im gesamten Berggebiet vorsieht, erachtet Schädler entsprechend als wichtigen Schritt in eine solche Richtung. Auch die von der Gemeinde Triesenberg initiierten behindertengerechten Wanderwege nach Sass-See/Guschg, Sareis und Pradamee sowie die Möglichkeit, geländetaugliche Rollstühle zu mieten, tragen in seinen Augen zu einer gesteigerten Attraktivität in der schneefreien Zeit bei. «Für Familien mit gehbehinderten Mitgliedern ist das eine tolle Gelegenheit eine gemeinsame Wanderung zu unternehmen», sagt Schädler. «Darüber wird in unserer vernetzten Gesellschaft mit Sicherheit geredet und so ein positives Image transportiert.»

Gäste sollen mehrere Tage bleiben
Derartige Neuerungen, verbunden mit dem bereits Bestehenden – Wanderwege, Spielplätze, Sagenweg oderForscherweg –, sollen laut Schädler letztlich darin münden, dass «mehr Feriengäste» den Weg in die Tourismusregion finden. «Wir möchten nicht nur Ein-Tages-Besucher sondern solche, die ein paar Nächte bleiben.» Aus den gleichen Beweggründen sei der Verein TMS-Tourismus derzeit auch darum bemüht, die Kinderbetreuung während der Sommermonate weiter auszubauen, so Schädler.

Doch auch für den Winter sieht der Tourismusexperte trotz längst vollzogener Etablierung noch einiges an Verbesserungspotenzial. «Wir müssen noch mehr Alternativen zum Skifahren anbieten», ist Schädler überzeugt. Ganz nach dem Vorbild des Malbuner Eisplatzes. Dieser  habe sich diesbezüglich mehr als bewährt, berichtet er. Nicht zuletzt bei Familien, die mit einer Runde Schlittschuhlaufen oder Eisstockschiessen so eine willkommene Abwechslung ins Wintersportprogramm einbauen könnten. Zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten ortet der Triesenberger in einem stärkeren Ansprechen von Spitzensportlern, wie sie Ex-Skiprofi Marco Büchel schon angeregt habe. «Mit seiner Lage und Infrastruktur  bietet Malbun ideale Trainingsbedingungen.»

Als Walsersiedlung punkten
Den meisten skizzierten Bemühungen und Gedanken gemein ist ihr Fokus auf Malbun. Das mag ob dessen Standing als Liechtensteiner Tourismus-Hotspot in der Natur der Sache liegen, räumt Schädler ein. «Gleichwohl», mahnt er, « müssen wir die gesamte Tourismusregion, also auch Triesenberg, Steg, Masescha und Gaflei immer im Blick haben.» Weshalb es für ihn auch in dieser Hinsicht noch einiges zu tun gibt. Im Auge hat Schädler dabei insbesondere die Wurzeln der Triesenberger: «Das Charakteristikum Walserdorf stellt einen Unique Selling Point dar, den wir noch stärker in den Vordergrund rücken müssen. Damit kannst du die Menschen neugierig machen.» (bo)

20. Aug 2018 / 11:49
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