Schaukelpfad am «Runden Tisch»

Vier Schaukeln in Malbun, die zum Verweilen einladen und Freude bereiten sollen, sorgen für Diskussionsstoff. Die Beschwerde der LGU und das damit verbundene VGH-Urteil stossen bei der Strategiegruppe Berggebiet auf Unverständnis.

Die Bergstrategie entstand im Zuge eines Auftrags, den das Ministerium für Infrastruktur, Wirtschaft und Sport, im September 2017 erteilt hat. Diverse Akteure aus Tourismus, Sport, Bildung, Umweltschutz und Transport waren in den Entwicklungsprozess miteinbezogen, um ein breit abgestütztes Ergebnis zu erreichen. Entstanden ist ein Strategiepapier, das Wege aufzeigt, wie die Gebiete Malbun und Steg grössenverträglich und nachhaltig weiterentwickelt und die Angebote sowohl im Sommer als auch im Winter qualitativ verbessert werden können. 

Als eine der ersten Umsetzungen hat die Strategiegruppe – bestehend aus der Alpgenossenschaft Vaduz, den Bergbahnen Malbun, den Gemeinden Triesenberg und Vaduz, Liechtenstein Marketing, dem Liechtenstein Olympic Committee, der Stiftung zur Förderung eines lebendigen Malbuns sowie dem Verein Triesenberg-Malbun-Steg Tourismus – einen «Schaukelpfad» entlang des bestehenden Wanderwegs von Sareis ins Dorf Malbun beschlossen. «Vier Schaukeln wurden bereits im Sommer 2018 errichtet und haben Einheimische wie Touristen gleichermassen erfreut», wird in der gestern versandten Mitteilung der Strategiegruppe Berggebiet erklärt. Geplant war, diesen Sommer sechs weitere Schaukeln zu errichten. Das Konzept sah eine Art «alpine Spielwiese» vor. Doch die LGU hat diesem Vorhaben mit ihrer Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof (VGH) ebenso einen Riegel vorgeschoben, wie dieser mit seinem Urteil. Darin hält der VGH fest, dass bisher die Expertisen dazu fehlen würden, die ausweisen könnten, ob und unter welchen Bedingungen der Schaukelpfad genehmigungsfähig sei. Zur weiteren Klärung hat er die Angelegenheit deshalb an die Gemeinde Triesenberg zurückgeleitet.

«Höchste Aufmerksamkeit» bei der Errichtung

Die Strategiegruppe Berggebiet betonte in ihrer Mitteilung, dass die Genehmigung der Gemeinde in Rücksprache mit dem Amt für Bau und Infrastruktur (ABI) und gemäss den Bestimmungen des Naturschutzgesetztes erfolgt sei. Zudem hielt sie fest, dass eine nachhaltige touristische Entwicklung des Berggebiets« insbesondere auch uns sehr am Herzen» liege. So seien bei der Errichtung der bestehenden Schaukeln sämtliche Vorgaben des Amtes für Umwelt beachtet und der Vermeidung von Schäden am umliegenden Wiesland höchste Aufmerksamkeit geschenkt worden. «Nach Abschluss der Bauarbeiten wurden ausserdem offene Bodenflächen unter Einsatz einer einheimischen und standortgerechten Ansaat fachgerecht rekultiviert», schreibt sie. Die Schaukeln bestehen aus Kiefernholz und als Fallschutz wurden Holzschnitzel verwendet. Pro Schaukel werden ungefähr 20 Quadratmeter Fläche benötigt. 

Keine «alpine Spielwiese» wortwörtlich


Nach Würdigung des VGH-Urteils hat die Strategiegruppe am Montagabend in ihrer Sitzung beschlossen, noch vor der Sommerpause möglichst alle Beteiligten zu einem «Runden Tisch» einzuladen, um die vom Verwaltungsgerichtshof auferlegten Fragen zu klären. «Die Kontaktnahme findet in den nächsten Tagen statt – in der Hoffnung, alsbald einen gemeinsamen Termin zu finden», sagte Marcello Scarnato, Verwaltungsratsmitglied von Liechtenstein Marketing und Mitglied der Strategiegruppe Berggebiet, gestern auf Nachfrage. Der Entscheid des Verwaltungsgerichtshof habe der «alpinen Spielwiese» keinen Abbruch getan. «Auf Antrag der LGU wurden rechtliche Vorgaben präzisiert, die in diesem Detaillierungsgrad im bisherigen Bewilligungsprozess aus praktischen Gründen nicht oder nur implizit berücksichtigt worden waren.» Die Strategiegruppe sei nach wie vor überzeugt, dass das Vorhaben eine Bereicherung für das Berggebiet sei. «Am Ende wird es bei der Gemeinde Triesenberg liegen, die Bewilligung allenfalls modifiziert und mit Auflagen zu erteilen», so Scarnato. Wichtig anzumerken fand die Strategiegruppe, dass der Begriff «alpine Spielwiese» nicht wortwörtlich zu nehmen sei. Vielmehr stehe er dafür, dass der Gast durch das «Spielgerät», sprich eine Schaukel, Erholung in der Natur finde, Verweilen könne und Freude daran habe. (bc)

 

25. Jun 2019 / 21:50
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