• «Exzellent», sagt Elia Schierscher und zeigt stolz die Wachteleier aus seiner eigenen Zucht.

Gesalzene und gepfefferte Vitamine

Er ist 13 Jahre jung und kennt die Geschicke eines Jungunternehmers schon sehr gut: Elia Schierscher führt in Triesenberg eine Wachtelzucht und verkauft deren Eier im dorfeigenen Denner, beim Dorfbeck Dörig in Vaduz, dem Schoss Vaduz sowie an Private.

Voller Stolz zeigt Elia Schierscher seine 40 Wachteln. Die braungefiederten Vögel sind etwa so gross wie ein Star und normalerweise leben sie im Verborgenen. Gemeinsam mit seinem Vater hat ihnen Elia Schierscher eine grosse Volière gebaut. Darin gibt es vier Legenester, einen Aussenbereich mit Sandboden und einen geschlossenen Innenstall mit Lampe. Eine Lampe deshalb, weil Wärme und Licht die Legeaktivität der Wachteln begünstigt. Täglich schaut Elia nach seinen Vögeln und sammelt die gelegten Eier ein. Mindestens eine halbe Stunde verbringt er bei den Wachteln, gibt ihnen Wasser und füttert sie mit gehäxelten Maiskörnern oder Hirsestängeln. Als besonderes Leckerli bekommt das Federvieh ab und zu auch einen Mehlwurm. «Die Mehlwürmer leben natürlich nicht mehr, wenn ich sie den Vögeln verfuttere», sagt Elia Schierscher, um ein allenfalls ekliges Kopfkino zu vermeiden. 

Mehr Verkaufsstellen gewünscht
Die gelegten Eier versorgt Elia Schierscher in Schubladen, die mit Zahlen von 1 bis 31 versehen sind. So hat der 13-Jährige die Kontrolle über die Haltbarkeit. Nach einem Monat bringt er die Eier nicht mehr in den Verkauf und braucht sie selbst auf. «Am liebsten mag ich sie als Spiegeleier, ein bisschen gesalzen und gepfeffert», schwärmt der kleine Feinschmecker. Und: «Weil sie viele Mineralstoffe und Vitamine haben, sind sie obendrein noch sehr gesund.»  Der 13-Jährige verkauft seine Wachteleier im Denner in Triesenberg sowie beim Dorfbeck Dörig in Vaduz. Neuerdings gehört auch das Schloss Vaduz zu den Abnehmern. Der Jungunternehmer verpackt sie in Sechser- oder Zwölfer-Kartons und verkauft sie für 4,20 Franken beziehungsweise 7,80 Franken. Das Geschäft laufe ganz ok – «allerdings hätte ich gerne mehr Verkaufsstellen», sagt Elia Schierscher. Für die Wachteln wäre dies kein Problem: Pro Woche legt ein Vogel sechs Eier. Nur den Winter über machen sie eine dreimonatige Pause – dann hat Elia Schierscher quasi Ferien von seinem zeitintensiven Hobby und muss die Tiere lediglich füttern und Wasser geben. Und natürlich muss der 13-Jährige die Volière regelmässig saubermachen. Aber das nimmt er gerne in Kauf – «die Wachteln bedeuten mir sehr viel», erzählt er. Zum ersten Mal habe er Wachteln bei Bekannten gesehen. «Auf Anhieb haben mir die Vögel gefallen und ich wünschte mir welche.» Weder Mama noch Papa hatten etwas gegen das neue Hobby ihres Sohnes und so machten sie sich gemeinsam auf die Suche nach einer geeigneten Zucht. In Lüchingen bei Altstätten wurden sie schliesslich fündig und bestellten fürs erste zehn Wachteln. «Alle waren braun gefiedert», erzählt Elia Schierscher. Bis auf eine: «Die war schneeweiss.» Und so wollte ihr der 13-jährige Wachtel-Vater einen Namen geben und taufte den weissen Vogel schliesslich «Tweety». Jeden dieser zehn Vögel habe er selbst ausgesucht. Und wie sich wenig später herausstellte, hatte er ein gutes Händchen: Schon auf der Fahrt von Altstätten nach Hause haben die Wachteln Eier gelegt. Wenn das kein guter Start für einen Jungunternehmer ist ... 

Sparen auf ein Töffli
Mittlerweile hält Elia Schierscher insgesamt 40 Wachteln. Die Vögel sind sehr scheu – betritt eine fremde Person die Volière, flattern die Tiere aufgeregt herum. Anders ist es bei Elia Schierscher: Sie kennen ihn und sind dem 13-Jährigen gegenüber sehr zutraulich. Das Futter für seine Vögel finanziert der Realschüler mit den Einnahmen aus dem Verkauf der Eier. Was übrig bleibt, gibt er nicht aus – noch nicht. Dann Elia Schierscher spart auf ein «Töffli», wie er sagt. Nächstes Jahr im April ist es so weit – dann wird er 14 Jahre alt und darf die Töffliprüfung machen. «Das Töffli möchte ich mir aber schon vor meinem Geburtstag kaufen, damit ich dann gleich loslegen kann», erzählt er. Er hofft, bis dahin mehr Läden oder gar Restaurants mit seinen Eiern beliefern zu können – mit dem Mofa wäre er ja dann mobil. Damit das Geld dann aber auch wirklich reicht, geht Elia während seinen Sommerferien arbeiten – und zwar im Wald. Später wolle er einmal Polymechaniker werden. Dabei würde er die Wachtelzucht bestimmt nicht aufgeben. Und ist er mal nicht zu Hause oder krank, hilft sein kleinerer Bruder Laurin. «Er macht es auch schon ganz gut», lobt ihn der 13-Jährige. Und auch seine Eltern und Tanten helfen ab und zu. Elia Schierscher zeigt seine Wachteleier. «Mir gefällt, wie gefleckt sie sind», sagt er. Die Schale sei etwas anders als die von Hühnereiern. Und natürlich viel leichter sind die Wachteleier. Für heute hat er die Eier bereits zusammengesammelt – «Ja, die Vögel waren fleissig», grinst er. So bleibt noch ein bisschen Zeit für den Bau seiner Eisenbahn, fürs Spielen und Toben oder fürs Schwimmbad – auch ein Jungunternehmer braucht seinen Ausgleich. (bfs)
 

22. Aug 2018 / 07:00
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