• Altes Rathaus Triesenberg
    Der Co-Working-Space soll im alten Rathaus im Dorfzentrum entstehen.  (Daniel Schwendener)

Gemeinsamer Arbeitsplatz in Triesenberg

In Triesenberg soll ein Arbeitsplatz entstehen, an den man sich zurückziehen und produktiv arbeiten kann. Dabei sollen alle vom gemeinsamen Netzwerk profitieren. Für die Umsetzung setzt das OK-Team auf die Unterstützung der Einwohner.
Co-Working-Space. 

Die Arbeitswelt befindet sich im Wandel, das klassische Büro hat immer mehr ausgedient. In einer Zeit, in der die Anwesenheit vor Ort durch digitale Mittel, etwa Videotelefonie, geteilte Datenablage etc., ersetzt werden kann, fordern Mitarbeiter zeit- und ortsunabhängiges Arbeiten an flexib­len Arbeitsplätzen und zu flexib­len Arbeitszeiten sowie die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten. Aus diesen und weiteren Gründen soll in Triesenberg im alten Rathaus bald ein sogenannter Co-Working-Space entstehen. Das ist ein Ort, an dem jeder arbeiten, sich für einige Stunden, Tage oder Monate einmieten und ausserdem von der gemeinsamen Infrastruktur und dem breiten Netzwerk profitieren kann. Ein Konzept der Zukunft, das momentan noch in der Ideenfindungsphase ist. Dabei arbeitet das OK-Team mit VillageOffice zusammen, die bereits für mehrere Schweizer Gemeinden ein solches Co-Working-Projekt umgesetzt hat und derzeit ein Netzwerk von 58 Co-Working-Spaces betreibt. Von diesem Netzwerk soll auch der «Gwirbiträff» in Zukunft profitieren.

Die ganze Gemeinde soll sich einbringen
Silke Knöbl ist eine der Initiantinnen des Projekts «Gwirbiträff» in Triesenberg. «Gwirbi» bedeutet im Triesenberger Dialekt so viel wie «jemand, der gute Arbeit leistet». Solche engagierten «Gwirbi» sollen das Projekt weiterentwickeln und umsetzen. Zum Organisationskomitee gehören noch Sabrina Vogt, Gernot Beck, Manuel Beck, Silvio Schädler sowie Marie Eckert. Durch die Vielfalt im Team und die unterschiedlichen Professionen können die Mitglieder verschiedene Blickwinkel und Inputs einbringen.

Das Projekt soll aber nicht abstrakt von einem kleinen Team geformt und bestimmt werden. Das OK-Team hat von vornherein die Idee verfolgt, die ganze Gemeinde miteinzubeziehen. Das soll beim Namen für das Projekt starten und über die genaue Ausrichtung, die Gestaltung und die Ausarbeitung des Angebots weitergehen. Aus diesem Grund organisiert das Komitee gemeinsam mit der Gemeinde Triesenberg und VillageOffice einen Infoanlass, quasi ein Gemeindecafé, bei dem alle Interessierten dazu eingeladen sind, ihre eigenen Ideen sowie Visionen einzubringen. Dieser Anlass findet am Donnerstagabend, 6. September, im Mehrzwecksaal des Pflegewohnheims Haus St. Theodul in Triesenberg statt. So soll das Projekt möglichst weit und offen für äussere Vorschläge sein.

Gemeinsam im Zentrum arbeiten
Das Co-Working in Triesenberg soll nicht nur einen temporären, flexiblen Arbeitsplatz für individuelles Arbeiten unter einem gemeinsamen Dach bieten, sondern vielmehr einen Treffpunkt für gemeinsames Schaffen darstellen. Der geteilte Arbeitsraum bietet Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen, zu netzwerken und Projekte zu starten. Diese Idee spricht viele Anspruchsgruppen an und soll bewusst offengehalten werden: Personen, die ihre berufliche Selbstständigkeit planen oder ihr eigenes Unternehmen betreiben, sollen sich hier genauso willkommen fühlen wie jene, die einen alternativen Arbeitsort in den Bergen mit guter Infrastruktur suchen – ebenso Angestellte, die eine Alternative zum Homeoffice suchen. Zudem sind Studierende angesprochen, die für ihre Diplomarbeiten einen temporären Rückzugsort suchen. Und auch Feriengäste finden hier eine gute Möglichkeit, um berufliche Dinge zu erledigen. Das alte Rathaus in Triesenberg bietet den geeigneten Ort für ein solches Projekt. Neben kleineren Räumen findet man dort ein grosses Konferenzzimmer, wo Workshops und andere teambildende Anlässe sowie geschäftliche Sitzungen stattfinden können. «Wir wollen einen Ort bieten, der allen eine Anlaufstelle ermöglicht, die die Vorteile des zentralen Standorts im Dorf nutzen möchten», erklärt Silke Knöbl. Damit meint sie einerseits die Infrastruktur des Gebäudes und die weiteren Seminarräumlichkeiten der Gemeinde und andererseits das Triesenberger Zentrum mit den Läden und Restaurants. Synergien sollen auch mit dem Sport- und Tourismusangebot vor Ort genutzt werden. «Wir wollen gemeinsam mit den Einwohnern und dem ‹Bäärger› Gewerbe etwas Tolles aufbauen. Es soll gut in der Gemeinde eingebettet sein und in das bereits vorhandene Angebot integriert werden», erläutert die Initiantin weiter.

Erste Testphase ab 2019 geplant
Ab dem 6. September tritt das Projekt in die erste Projektphase ein, in der Ideen gesammelt und weitere interessierte Mitgestalter des Projekts gefunden werden sollen. Während drei Monaten sollen die eingebrachten Ideen in einem Konzept vereint und ein Prototyp des Co-Working-Spaces ausgearbeitet werden. Ab 2019 tritt dieses Konzept in eine kostenlose Testphase. Dabei werden Erfahrungswerte und Rückmeldungen gesammelt, bevor in der dritten Phase das Projekt für die Zukunft ausgebaut und ein Businessplan erstellt wird. Wichtig ist dabei natürlich, dass auch ausreichend Personen die Möglichkeit des Co-Working-Space in Phase zwei wahrnehmen und ihr Feedback einbringen. Nur so kann das Projekt wirklich gemeinschaftlich umgesetzt werden und für die Gemeinde einen Mehrwert generieren.

Während allen Phasen arbeitet das OK-Team eng mit der Gemeinde Triesenberg und dem Gemeinderat zusammen und betreibt einen regelmässigen Austausch. Die Unterstützung der Gemeinde und des Vorstehers Christoph Beck sind eine wichtige Grundlage und bestärken das «Gwirbiträff»-Team. Neben der Unterstützung der Gemeinde, den Rückmeldungen und eingebrachten Ideen benötigt das Projekt jedoch auch die Unterstützung von Gönnern und Sponsoren, die an das Konzept glauben und das Projekt unterstützen. Schliesslich ist der «Gwirbiträff» zumindest in der Aufbauphase auch ein finanzieller Aufwand. Um diesen möglichst gering zu halten und den gemeinnützigen Charakter zu untermalen, soll ein Verein oder eine Genossenschaft gegründet werden. Neben Geldspenden kann man das Projekt auch durch Sachleistungen unterstützen.

Weitere Informationen finden Interessierte auf Facebook unter «Gwirbiträff» oder an der öffentlichen Veranstaltung am 6. September, 19 Uhr, im Mehrzwecksaal des Pflegewohnheims Haus St. Theodul in Triesenberg. (lat)

25. Aug 2018 / 07:00
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