• Erzählcafé
    Sieht nach einer gemütlichen und beschwingten Runde aus, zu der sich die Seniorinnen und Senioren zum ersten Erzählcafé getroffen haben.  (zvg)

Erzählcafé sorgt für Miteinander

Anfang dieses Jahres hat Silke Knöbel zum ersten Erzählcafé in Triesenberg geladen. Aufgrund der durchwegs positiven Rückmeldungen findet im Oktober das zweite statt. Das Ziel: Miteinander erzählen, einander zuhören, gemeinsam lachen.
Triesenberg. 

Früher hat man seine Grosseltern oder Eltern gefragt, wenn man etwas nicht gewusst hat. Heute fragt man Google & Co. Durch die Digitalisierung geht der genera­tionsübergreifende Gedankenaustausch zunehmend verloren – dies obwohl gerade die ältere Generation grosse Erfahrung und wertvolles Wissen hat. Damit diese nicht ganz verloren geht, hat Silke Knöbel in Triesenberg ein Erzählcafé initiiert. Es ist aber kein Café im herkömmlichen Sinn, sondern ein Format beziehungsweise ein moderiertes Treffen, bei dem Lebensgeschichten, persönliche Erinnerungen und Anekdoten im Vordergrund stehen. «Es sind nicht nur Leute willkommen, die gerne erzählen, sondern auch solche, die gerne zuhören», sagt Initiantin Silke Knöbel. Es gehe um respektvolles Erzählen und Zuhören und nicht um Diskussionen. «Deshalb ist das Erzählcafé weder ein Kaffeekränzchen noch ein Stammtisch», so Silke Knöbel. Das Erzählcafé dauert zirka zwei Stunden und gliedert sich in zwei Teile: Im ersten Teil tauschen sich die Teilnehmer zum vorgegebenen Thema aus, im zweiten Teil gibt es bei Kuchen und Kaffee die Möglichkeit, das Thema zu vertiefen oder sich individuell mit anderen auszutauschen. 

«Das Erzählcafé kam sehr gut an»
Das Grobkonzept zu diesem Erzählcafé hat Silke Knöbel vergangenes Jahr erstellt und der Kommission für Familie, Alter und Gesundheit vorgestellt. «Die Idee ist gleich auf positive Resonanz gestossen», sagt die Initiantin. Zum einen bei der Kommission, zum anderen auch bei den Seniorinnen und Senioren selbst. Die Ampeln standen auf Grün und das erste Erzählcafé konnte im April dieses Jahres in der Lounge des Gwirbi Coworking Triesenberg, im Erdgeschoss des alten Rathauses, stattfinden. «Muas, Brod, Ribl? – Ernährung früher und heute» war das Thema dieser ersten Gesprächsrunde. «Das Erzählcafé kam sehr gut an», freut sich Silke Knöbel. So darf es am 11. Oktober unter dem Thema «Die Rolle der Frau und des Mannes – früher und heute» in die zweite Runde gehen. «Derzeit ist die Arbeit ehrenamtlich, ich möchte das Ganze im nächsten Jahr allerdings professionalisieren und auch weiterentwickeln.» Ab 2020 soll das Erzählcafé regelmässig stattfinden – «idealerweise nicht nur mit Seniorinnen und Senioren, sondern auch mit jüngeren Teilnehmenden und Jugendlichen.» Wie vieles kommt die Idee eines Erzählcafés ursprünglich aus den USA. In den 1980er-Jahren fanden die ersten Erzählcafés in Deutschland statt, wo man sich zu geschichtlichen Themen ausgetauscht hat. Mittlerweile gibt es auch Erzählcafés in der Schweiz – vorwiegend in Alters- oder Pflegeheimen. «Als freischaffende Kommunikationsspezialistin und Texterin interessiere ich mich im Allgemeinen für Geschichten von Menschen oder Unternehmen», sagt Silke Knöbel. Zudem habe sie vor rund fünf Jahren eine Weiterbildung in der Poesie- und Bibliotherapie gemacht. «Auch privat sind Lebensgeschichten mein Steckenpferd», sagt Silke Knöbel. «Ich höre Seniorinnen und Senioren sehr gerne zu, wenn sie von früher erzählen – ihr Wissen und ihre Erfahrungen sind sehr bereichernd.» Höre man ihnen zu, würden aktuelle Herausforderungen plötzlich ganz klein im Vergleich zum oftmals harten Leben von früher. «Es sind auch immer wieder tolle Anekdoten dabei, die so an die nächste Generation weitergegeben werden können.» (bfs)

28. Jun 2019 / 22:58
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