• Sommerprojekt Manuela Schädler
    Die Landwirte in Triesenberg sind auf freiwillige Helfer angewiesen.  (Daniel Schwendener)

Berglandwirte schlagen Alarm

Die Berglandwirtschaft ist kein einfaches Geschäft: Der Aufwand ist grösser als im Tal, der Ertrag hingegen kleiner. Dieser Umstand hat für mehrere Betriebe ein kritisches Ausmass angenommen. Die Regierung schlägt nun Massnahmen vor.
Triesenberbg. 

3,56 Quadratkilometer landwirtschaftliche Nutzfläche müssen in Triesenberg bewirtschaftet werden. ImVergleich: Die Gesamtfläche der Gemeinde Schellenberg beträgt 3,5 Quadratkilometer. Wegen der steilen Hanglagen in Triesenberg steckt viel Handarbeit dahinter. Für 3000 Quadratmeter benötigen die Landwirte dort rund 25 Mannstunden, sprich vier Personen arbeiten fünf Stunden. Im Tal wird dieselbe Fläche mit einer Maschine in zwei Stunden verrichtet. Die Bergbauern sind auf freiwillige Helfer angewiesen. Der Aufwand ist gross, auch finanziell. Denn die Investitionskosten für Heuernte-Maschinen sind höher. Zum einen sind sie teurer, zum anderen werden auch mehr Maschinen für die verschiedenen Arbeitsschritte benötigt. Im Gegenzug sind die Heuerntemaschinen nur circa drei Monate im Einsatz.  

Die Buchhaltung geht nicht mehr bei allen auf

Hinzu kommen sinkende Milchpreise und Kürzungen bei den Einkommensbeiträgen. Auch die kurze Vegetationszeit in der Berggemeinde gehört zu den Herausforderungen. Im Frühjahr dauert es länger, bis das Vieh auf die Weide gebracht und erstmals geheut werden kann, im Herbst muss es früher wieder rein. «Eigentlich sollte jeder Landwirt so viel Heu einfahren, wie er für das Vieh benötigt. Gerade dieses Jahr könnte dies nicht bei allen aufgehen», sagt Landwirt Norman Bühler. Denn auch Triesenberg hat unter der Trockenheit gelitten und eine Bewässerung ist nicht möglich. Um den grossen Aufwand des Heuens in Spitzenzeiten bewältigen zu können, verbringt das meiste Triesenberger Vieh den Sommer auf der Alp. Was sich ebenfalls wieder auf den Ertrag auswirkt.

Betriebe kämpfen gegen Windmühlen

Es spielen viele Punkte mit, welche die Berglandwirtschaft vor grosse Herausforderungen stellt. Noch einige mehr als hier beschreiben. Mehrere Betriebe in Triesenberg kämpfen jedoch gegen Windmühlen. Das Ganze habe ein kritisches Ausmass angenommen, schrieb die Gemeinde Triesenberg vergangenen Herbst in einem Informationsschreiben an das Umweltministerium. Zusammen mit den Landwirten hatten die Verantwortlichen der Gemeinde Alarm geschlagen und Regierung und das Amt für Umwelt zu einem Informationsanlass eingeladen, wo sich die Umweltministerin und Amtsvertreter bei den Betrieben selbst ein Bild machen konnten. Sie besuchten vier Landwirtschaftsbetriebe mit verschiedenen Wirtschaftsbereichen.

Massnahmen sollen Situation verbessern

Nun hat das Umweltministerium mögliche Massnahmen zur Entlastung der Bergbauern ausgearbeitet und den Betroffenen vor Kurzem einen entsprechenden Vorschlag zur Stellungnahme zugestellt, wie das Ministerium auf Anfrage mitteilt. «Die Verbesserung der Situation der Berglandwirtschaft ist Bestandteil des agrarpolitischen Berichts», begründet Stephan Jäger vom Ministerium für Umwelt den Massnahmenkatalog.

Vorschlag wird demnächst beraten

Christoph Beck bestätigt, dass ein entsprechender Vorschlag bei ihm eingegangen ist. «Es freut mich, dass unsere Anliegen endlich gehört werden», betont er. Zusammen mit den Verantwortlichen der Landwirtschaftskommission will er demnächst zu den Massnahmen, die vor allem die Alpwirtschaft betreffen, Stellung nehmen. «Ich bin guten Mutes, dass diese dann auch umgesetzt werden», betont er. Auch Norman Bühler, der ebenfalls in der Landwirtschaftskommission Einsitz hat, ist froh, dass nun etwas vorwärtsgeht. «Dies würde zumindest einen Zustupf für uns bedeuten», sagt er. Solange die Vernehmlassungsfrist läuft, wird zu den Details der Massnahmen noch keine Auskunft gegeben. (manu)

21. Aug 2018 / 13:09
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